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Aufgerichtet – Ausgerichtet

Aufgerichtet – Ausgerichtet: 

Anja hatte in der letzten Zeit so viele Schicksalsschläge, so viele Rückschläge erlitten, die sie nur noch umhauten. Jetzt lag sie am Boden und verspürte keine Kraft mehr. Sie wünschte sich so sehr, wieder aufgerichtet und ausgerichtet zu werden.

Da kam die Mutter zu ihr. „Kind, warum sitzt du da im Schmutz? Komm hoch – schüttele doch den Staub von den Füßen und gehe einfach weiter!“

„Ich kann nicht…“, flüsterte Anja ihrer Mutter zu, die sich bereits ein Stück von ihr entfernt hatte.

Der Pastor näherte sich Anja. Und als er sie am Boden liegen sah, erinnerte er sie daran: „Dein Gott hat dir nicht den Geist der Niedergeschlagenheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Lass dich neu füllen mit seinem Heiligen Geist und dann komm’ und mache dich frisch ans Werk. In Gottes Reich gibt es viel, sehr viel zu tun!“ Anschließend ging er wieder seiner Arbeit nach.

Dann bekam Anja Besuch von ihrer Freundin. „Du bist hingefallen, ja! Das passiert jedem Menschen von Zeit zu Zeit. Aber – jetzt heißt es: Krone richten, sich erheben – und weiter geht’s!“, riet sie ihr kurz, bevor sie Anja von ihren Problemen erzählte.

Ehrlich gesagt: Die vielen gut gemeinten Ratschläge erschlugen die Erschöpfte fast.

Dann … nach einiger Zeit … trat ein Mann in einem schneeweißen Gewand zu Anja. Zuerst bückte er sich. Dann kniete er nieder. Und zu guter Letzt setzte er sich zu ihr – in den Schmutz. Er ergriff Anjas Hände, umarmte sie – und schwieg.

Als Anja hörte, wie sein Herz schlug, wie sein großes Herz auch für sie schlug, fing sie an, ihm von ihren ganzen Tiefschlägen, von den Rückschlägen zu erzählen. Sie vertraute ihm alles an und spürte, wie leicht ihr ums Herz wurde. Seine Nähe und Zuwendung gaben ihr neue Kraft, sodass sie sich wieder aufgerichtet und ausgerichtet fühlte …

Gebete sind keine Monologe. Sie sind das Gespräch zwei Gott und einem Menschen oder auch zwischen Gott und mehreren Menschen. Ich darf meine Klagen, meine Fragen, meine Zweifel äußern; ich darf ihm meine Freuden bringen, meine Erfolge mit ihm feiern, meine Träume mit ihm träumen. Ich kann alles mit dem lebendigen Gott besprechen. Er kennt mich ja sowieso durch und durch — mit Haut und Haaren. „Ausgerichtet — Ausgerichtet“ habe ich einmal aufgeschrieben, um dem allmächtigen Gott dafür zu danken, wer er für mich ist und was er für mich tut.- Nun fragen Sie sich bestimmt, warum man überhaupt ein Gebet sprechen soll, wenn der Schöpfer von Himmel und Erde doch ohnehin alles weiß. Nun, nicht er braucht unser Gebet, sondern wir. Denn indem ich vor ihm ausspreche, sammeln sich meine Gedanken und Gefühle. Vieles klärt sich innerlich, obwohl äußerlich alles vielleicht noch beim Alten ist. Außerdem hört mir der Allmächtige ja zu. Und wenn sich während des Gebetes so mancher Sturm legt, wird es in meinem Herzen ganz still, um hören zu können, was Gott mir sagen möchte. Dann höre, dann spüre ich immer wieder, wie er mich liebevoll ermutigt, mich tröstet oder auch Wegweisungen gibt. Die Stimme meines Herzens versteht ihn schon, denn er hat sie gemacht. Tja, und wenn ich mich dann auch noch in Gottes Wort — der Bibel — auskenne, erinnert er mich womöglich an einen Text oder Vers, der mir weiterhilft. Gott kann auf vielfältige Art zu mir sprechen: Durch sein Wort — wie gesagt, durch die Natur, durch die Worte eines Menschen und, und, und. Ich würde mich freuen, wenn Sie „Ausgerichtet — Ausgerichtet“ zu Ihrem Gebet machen und erleben: Gott erhört Gebete! Ihre Jana Schumacher. Autorin aus Rostock 

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Als Autorin wohne ich in Rostock und lasse mich hier oft vom Meer inspirieren - und vom Mehr, das "das Leben" mir schenkt! Ich schreibe für mein Leben gern. Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel und Bücher habe ich im Angebot. Doch am liebsten verfasse ich Gedichte!