Das Wunder der Auferstehung

Das Wunder der Auferstehung

Das Wunder der Auferstehung — ich wusste bis vor einem Jahr noch nicht, dass ich das auch „durch die Blume“ erleben kann! Während der Karwoche 2020 kaufte meine Freundin nämlich einen Strauß Tulpen und dekorierte ihn hübsch auf unserem Esstisch. Wir strahlten wie ein Primelpott. Denn er brachte nicht nur Farbe in unsere Wohnung, sondern auch in unsere Herzen.

Doch schon zwei Tage später wiesen zwei Stängel kleine Mängel auf: Sie ließen ihre Köpfe hängen! Meine Freundin war mindestens so geknickt darüber wie die Tulpen selbst. „Guck mal!“, meinte sie zu mir. „Schade, davon werden wir aber nicht lange etwas haben!“

Ich pflichtete ihr bei und bat sie — während des Mittagessens — noch, ein Foto von dem Strauß aufzunehmen. „Das Bild werde ich bestimmt noch einmal für eine Geschichte gebrauchen können!“, erklärte ich ihr.

Anschließend legte ich mich hin und machte ein kleines, feines Nickerchen. 

Als ich ungefähr eine Stunde später wieder richtig hellwach ins Wohnzimmer kam, lächelte mich meine Freundin an. Wieder sagte sie: „Guck mal!“, wobei sie auf den Blumenstrauß zeigte. 

Die beiden Stängel waren doch tatsächlich dabei, sich wieder aufzurichten. Ich staunte nicht schlecht über das Wunder der Auferstehung und fragte nach, wie das passieren konnte.

„Gut, dass du mich gebeten hast, ein Foto von den Tulpen zu machen!“, erklärte meine Freundin mir. „Denn dadurch habe ich gemerkt, dass sie einfach nur Durst hatten. Die Vase war fast leer. Aber nun habe ich Wasser nachgefüllt und siehe da …“

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Lange dachte ich noch über dieses anschauliche Bild nach: Es waren „nur“ Blumen, die von ihrer Wurzel abgeschnitten und längst tot waren. Und dennoch brachten sie noch einmal die Kraft auf, sich aufzurichten und uns zu erfreuen, als wir die nötigen Bedingungen dafür geschafft hatten. Wenn das nicht ein kleines, vorübergehendes Wunder der Auferstehung war!

Gerade wenn ich geknickt bin, weil ich Durststrecken erlebe, darf ich mich versorgen lassen von dem, der gesagt hat: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14,19) Denn er gibt mir Halt; er gibt mir ein festes und unerschütterliches Fundament; er richtet mich immer wieder auf, wenn ich mich auf ihn ausrichte. Und seine Kraft zieht mich nach oben … 

Ganz konkret erlebte ich das gestern auf dem Friedhof. Ich stand wieder einmal am Grab eines Menschen, der viel zu früh von dieser Erde gehen musste. Zuerst dachte ich noch über seinen langen Leidensweg nach … über verpasste Chancen … über die Schocknachricht seines Ablebens. Ich ließ — im wahrsten Sinne des Wortes — den Kopf hängen. Dadurch sah ich natürlich nur auf die Schatten des Todes. Doch plötzlich bahnte sich die Sonne einen Weg durch die Wolkendecke. Ich sah intuitiv nach oben und wurde förmlich angestrahlt, als ob „jemand“ meine Gedanken erhellen wollte. Und dann kam die Erinnerung zurück, warum ich eigentlich an diesen Ort gekommen war. Ich spürte die Blumen in meiner Hand. Nein, es waren keine Tulpen, sondern Osterglocken, mit dem ich dem geliebten Gotteskind, das hier ruhte, meine Ehre erweisen wollte. Denn mir war bewusst geworden, dass — durch Ostern — auch für diesen Menschen längst die Glocken geläutet hatten; eine neue Ära war für ihn eingeläutet worden, weil er fortan in einer besseren Welt leben durfte … ganz ohne Schmerzen, ohne Leid, ohne Tränen. Er hatte das Wunder der Auferstehung bereits erlebt … In dieser Gewissheit richtete Gott mich — ganz unverblümt — auf, sodass ich selbst wieder lebendig aufblühen konnte! 

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Ich bin eine Autorin aus Rostock und schreibe feste: christliche Gedichte, Geschichten, Andachten, Wortspiele, Sprüche ... und Bücher. Ich liebe das Meer. Und ich liebe das Mehr, das "das Leben" mir schenkt!