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Durch die Blume

Während der Karwoche kaufte meine Freundin einen Strauß Tulpen und dekorierte ihn hübsch auf unserem Esstisch. Wir strahlten wie ein Primelpott. Denn er brachte nicht nur Farbe in unsere Wohnung, sondern auch in unsere Herzen. „Durch die Blume“ beziehungsweise durch die Blumen erfreute uns der Schöpfer. 

Doch schon zwei Tage später wiesen zwei Stängel kleine Mängel auf: Sie ließen ihre Köpfe hängen! Meine Freundin war mindestens so geknickt darüber wie die Tulpen selbst. „Guck mal!“, meinte sie zu mir. „Schade, davon werden wir aber nicht lange etwas haben!“

Ich pflichtete ihr bei und bat sie — während des Mittagessens — noch, ein Foto von dem Strauß aufzunehmen. „Das Bild werde ich bestimmt noch einmal für eine Geschichte gebrauchen können!“, erklärte ich ihr.

Anschließend legte ich mich hin und machte ein kleines, feines Nickerchen. 

Als ich ungefähr eine Stunde später wieder richtig hellwach ins Wohnzimmer kam, lächelte mich meine Freundin an. Wieder sagte sie: „Guck mal!“, wobei sie auf den Blumenstrauß zeigte. 

Die beiden Stängel waren doch tatsächlich dabei, sich wieder aufzurichten. Ich staunte nicht schlecht über das Wunder der Auferstehung und fragte nach, wie das passieren konnte.

„Gut, dass du mich gebeten hast, ein Foto von den Tulpen zu machen!“, erklärte meine Freundin mir. „Denn dadurch habe ich gemerkt, dass sie einfach nur Durst hatten. Die Vase war fast leer. Aber nun habe ich Wasser nachgefüllt und siehe da …“

                                                                 ~ ~ ~

Lange dachte ich noch über dieses anschauliche Bild nach: Es waren „nur“ Blumen, die von ihrer Wurzel abgeschnitten und längst tot waren. Und dennoch brachten sie noch einmal die Kraft auf, sich aufzurichten und uns zu erfreuen, als wir die nötigen Bedingungen dafür geschafft hatten.

Gerade wenn ich geknickt bin, weil ich Durststrecken erlebe, darf ich mich versorgen lassen von dem, der gesagt hat: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14,19) Denn er gibt mir Halt; er gibt mir ein festes und unerschütterliches Fundament; er richtet mich immer wieder auf, wenn ich mich auf ihn ausrichte. Mein Schöpfer veranschaulichte mir diesmal „durch die Blume“, dass seine  Kraft nach oben zieht!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Als Autorin wohne ich in Rostock und lasse mich hier oft vom Meer inspirieren - und vom Mehr, das "das Leben" mir schenkt! Ich schreibe für mein Leben gern. Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel und Bücher habe ich im Angebot. Doch am liebsten verfasse ich Gedichte!