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Ein guter Vorsatz

Am Silvesterabend fragte mich ein lieber Freund: „Hast du dir für das neue Jahr etwas vorgenommen?“ Tja, und ohne mich zu Wort kommen zu lassen, erzählte er gleich Folgendes: „Also, ich will mit dem Rauchen aufhören; ich werde nur noch an den Wochenenden ein Glas Bier trinken; ich möchte dreimal pro Woche ins Fitnessstudio gehen; ich werde seltener über die Politiker meckern; ich will meine Eltern öfters besuchen …“ Währenddessen dachte ich bloß: „Ist das alles nicht ein bisschen viel auf einmal? Würde ein guter Vorsatz — für den Anfang — nicht schon genügen, um ihn auch tatsächlich durchzuhalten?“

Nachdem wir uns noch ein wenig darüber unterhalten hatten, überlegte ich für mich selbst, was ich im neuen Jahr verbessern könnte. Dabei fiel mir zunächst einmal auf, dass ich gar nicht rauche und kein Bier mag. Ins Fitnessstudio kann ich nicht gehen. Über die Politiker schimpfe ich nicht ganz so oft. Und Eltern, die ich besuchen könnte, habe ich nicht … Das heißt allerdings nicht, dass ich ein Mensch ohne Laster bin. Ich habe auch so meine Macken und Ticks. Obwohl du das bestimmt nicht von mir denkst, bin ich zum Beispiel sehr selbstkritisch. Andere Menschen kann ich meistens gut und richtig ermutigen, aber mir selbst gegenüber bin ich oft sehr ungnädig. 

Um dem zumindest ein wenig entgegenzuwirken, habe ich mir für dieses Jahr etwas besonderes vorgenommen. Bei mir auf dem Schreibtisch steht jetzt eine größere Dose, in die ich jeden Tag Zettel mit Erfahrungen legen möchte, bei denen mir etwas gelingt, bei denen ich mir selbst treu geblieben bin, bei denen ich meine eigenen Grenzen überschreiten kann, bei denen ich stolz auf mich sein darf. Ich möchte Erlebnisse festhalten, die Gutes beinhalten — schöne Begegnungen sowohl mit mir selbst als auch  mit Menschen und meinem Schöpfer. Und deshalb werde ich alles Aufgeschriebene mit dem guten Vor-Satz beginnen: „Papa, ich danke dir dafür, dass …“

Obwohl das neue Jahr erst einen halben Monat alt ist, kann ich den Boden meiner Dose jetzt schon kaum noch richtig sehen. Ich glaube, es ist ein guter Vorsatz, wenn ich sie am Ende dieses Jahres in aller Seelenruhe durchschaue und entdecken werde, wie reich ich bin — infolge ganz vieler „Dankzettel“!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Ich bin eine Autorin aus Rostock und schreibe feste: christliche Gedichte, Geschichten, Andachten, Wortspiele, Sprüche ... und Bücher. Ich liebe das Meer. Und ich liebe das Mehr, das "das Leben" mir schenkt!