Seelen-Gedichte 

Aufbruch

Aufbruch

Ich brech’ zu neuen Ufern auf,

nehm’ Wind und Wellen auch in Kauf,

denn dieser Aufbruch bringt mich weiter

und stimmt mich letztlich ziemlich heiter!

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Neues wagen

Neues wagen

Fehler machen,  

daraus lernen, 

wieder lachen — 

herzerwärmend.

Weiter blicken,  

größer denken,  

niederbücken,

Tiefe schenken.

 

Neues wagen,

was riskieren,

nichts vertagen,

sich verlieren 

und auch finden,

Angst besiegen,

Licht entzünden,

Herzen lieben.

 

Neue Träume, 

vorwärts gehen, 

weite Räume

Schönes sehen, 

sich entfalten 

und hingeben, 

nun gestalten, 

sinnvoll leben.

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Manche Leute tun nicht gut

Manche Leute tun nicht gut

Manche Leute tun nicht gut:

Sie rauben Kraft und jeden Mut.

Wie sie wollen, soll ich springen,

und dabei wird mir nie gelingen,

die Erwartung zu erfüllen —

ihre Sehnsucht ganz zu stillen.

Stetig plagt mich das Gewissen,

noch mehr für sie tun zu müssen.

Denn das reden sie mir ein:

Ich muss für sie verfügbar sein. 

 

Selbstverständlich will ich lieben 

und mich auch in Demut üben.

Doch hab’ ich alles ausprobiert 

und die Herzen nicht berührt,

mache ich mich mächtig gerade, 

begebe mich auf neue Pfade.

Ich ziehe fortan Konsequenzen‚

setz‘ dem Gegenüber Grenzen 

und merke, wie ich Kraft gewinne, 

weil ich mich auf mich besinne.

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Was ein Freund schafft

Was ein Freund schafft

Wenn du einen Menschen hast,

der dich meint, der zu dir passt,

in jeder Lage zu dir steht –

egal, wie es dir wirklich geht,

dann bist du reich. Denn das ist Glück.

Du hast vom Himmel schon ein Stück.

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Blaue Flecken am Himmel

Blaue Flecken am Himmel

Mein Himmel, 

 

meine blauen Flecken,

muss ich entdecken.

Weil ich nicht verstehe, 

wohin ich jetzt gehe — 

wohin du mich bringst, 

mich doch nicht auffingst.

Durch den freien Fall 

frier’ ich jetzt im Tal, 

das steinig und trist, 

richtig dunkel auch ist.

 

 

Mein Himmel, 

 

jene blauen Flecken 

will ich aufdecken 

und mich ihnen stellen,  

das Dunkel erhellen.

Ich mach’ mir bewusst:

Durch manchen Verlust 

sind Zweifel vorhanden 

und Wunden entstanden.

Hämatome im Herzen

verursachen Schmerzen.

 

 

Mein Himmel, 

 

deine blauen Flecken 

können erstrecken — 

die Wolken an dir. 

Denn du bist bei mir.

Weil ich dir vertrau’, 

seh‘ ich bald dein Blau, 

denn ich spür’ den Trost,

bin den Kummer dann los.

Auch die Sonne klärt auf;  

es geht wieder bergauf!

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Das ewige Ja

Das ewige Ja

Es war stets da:

Das ewige Ja, 

was auch mir gilt 

und mich erfüllt.

Es lädt mich ein, 

ich selbst zu sein, 

mit meinen Werken 

und meinen Stärken, 

mit allen Fehlern, 

in dunklen Tälern.

Ich bin geschätzt 

und darf ab jetzt 

befreiter leben, 

mir auch vergeben. 

Nicht frei von Schuld, 

doch mit Geduld 

nehm’ ich mich an — 

ganz ohne Scham.

Denn ich begreife, 

dass ich noch reife, 

wachsen werde

 auf der Erde, 

um zu sehen 

und zu verstehen, 

dass der Nächste,

ja, der Schwächste 

auf mancher Flucht 

sich selber sucht. 

Er fühlt sich allein,  

will geliebt sein —

mit allen Pleiten, 

dunklen Seiten,

mit allen Schwächen 

und den Gebrechen.

Ich teil’ meine Zeit, 

mach’ das Herz weit,

weil er erlaucht 

mein Ja auch braucht!

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(Aus-)Flug

(Aus-)Flug

Bist du einmal hingefallen,

bleibe nicht am Boden liegen.

Höre auf, dich festzukrallen.

Du kannst trotzdem wieder fliegen.

 

Stehe auf, suche den Hügel, 

sieh nach oben, laufe los!

Spanne endlich deine Flügel –

schwebe… Das ist grandios!

 

Denn dazu bist du berufen –

egal, was dir bisher geschah,

wie dich andere einstufen…

Ich bin auf ewig für dich da.

 

Erschrecke nicht vor einem Fall. 

Niemals lass’ ich dich allein.

Ich halt’ dich immer, überall.

Denn ich will dein Fallschirm sein.

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Frühlingsherz im Winter

Frühlingsherz im Winter

Das Herz hat sich erkältet 

im Winter jener Zeit.

Es gab so viel, was quälte … 

die große Traurigkeit. 

Nun liegt es matt danieder —

so leer und doch so voll.

Es singt zwar seine Lieder, 

doch leider nur in Moll.

 

Es möchte so gern tanzen 

und nicht im Schnee erfrier’n, 

will neue Hoffnung pflanzen,

den Frühling wieder spür’n.

Da hat es sich entschlossen, 

die Not sich anzuseh’n.

Die Tränen sind geflossen,  

das Schwere konnte geh’n. 

 

Das Herz kann sich nun regen  

und fühlt den eignen Schlag, 

sagt wieder Ja zum Leben 

und wird in sich ganz stark.

In ihm darf alles fließen; 

es muss sich nicht bemühen. 

So können Blumen sprießen, 

in nächster Zeit erblühen.

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Geh Fühlen

Geh Fühlen

Ich bin nicht mehr so aufgeschreckt,

denn ich hab’ jetzt ganz neu entdeckt:

Ich kann viel mehr, als ich heut spür’,

sodass ich schon die Angst verlier,

ganz klein und ohnmächtig zu sein.

Ich lass’ mich neu aufs Leben ein.

Es hält viel Schönes noch bereit –

trotz mancher großer Traurigkeit.

Und außerdem stehst du zu mir.

Für deine Liebe dank’ ich dir.

Du lässt mich wirklich nie allein.

Mir gilt dein Ja und nicht dein Nein.

So wird dies Fühlen zum Geschenk:

Ich bin viel größer, als ich denk’!

 

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Mein Herz steht auf

Mein Herz steht auf

Mein Herz steht auf dem Hügel 

und wird von dem Meer umspült.

Ihm wachsen kleine Flügel, 

weil es nun wieder fühlt.

Es hat die große Trauer, 

die Wut kennengelernt.

Die Sonne hat auf Dauer 

es zärtlich, sanft erwärmt. 

 

Trotz seiner großen Narben

fühlt es sich fast wie neu, 

erstrahlt in hellen Farben 

und fliegt sich langsam frei.

Es wird vom Wind getragen — 

dorthin, wo es gern schlägt, 

wo Herzen fast verzagen … 

mit Liebreiz angeregt!

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Nicht auf der Strecke (liegen)bleiben

Nicht auf der Strecke (liegen)bleiben

Auf halber Strecke aufzugeben,

das ist gar nicht mein Bestreben:

Nach dem „Bergab“ gibt’s das „Bergauf“.

So ist in dieser Welt der Lauf.

 

Doch manchmal sitz’ ich kurzerhand

ganz abgekämpft am Wegesrand:

Ich schau’ nach vorn und stöhne nur:

„Es ist noch eine schwere Tour,

bis ich am großen Ziel ankomme…

Ich sehe es nur recht verschwommen!“

Doch irgendwann fällt auch der Blick

auf meinen Lebensweg zurück.

„Ich hab’ ja  schon so viel geschafft…“

Und diese Sicht gibt neue Kraft.

So kann ich hoffnungsvoll aufstehen,

auf meinem Pfad auch weitergehen.

Vielleicht bleib’ ich ja länger fit –

marschiere ich stets Schritt für Schritt

mit – hin und wieder – einer Pause;

es wartet auf mich: das Zuhause!

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In mich gehen

In mich gehen

Ich mach’ mal eine Pause, 

begebe mich zur Rast, 

such’ in mir das Zuhause, 

befrei’ mich von der Last, 

zu geben und zu müssen, 

und immer nur zu soll’n.

Ich darf heut nur genießen 

und spiele keine Roll’n.

 

Ich bin mir nicht zu wenig 

und hör’ in mich hinein.

In mir wohnt ja ein König

besuche ihn — allein. 

Er wird mich neu erquicken;

ich sammle bei ihm Kraft.

Nur so wird mir dann glücken, 

was er bald durch mich schafft.

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Unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft

Einer leisen, weisen Alten 

 – von kleinem Wuchs, mit großen Falten – 

wuchsen in dem Lauf des Lebens  

graue Haare … ganz vergebens,

obwohl sie Not und Leid bedrückt.

Sie geht ganz langsam … tief gebückt …

den Menschenkindern hier entgegen,

bringt Heil und Licht, Kraft und Segen.

So wird sie hier beliebt geschätzt:

Wenn alles stirbt – sie stirbt zuletzt!

Weil sie erleichtert, nicht beschwert, 

ist ihre Gegenwart begehrt.

Sie gibt Weitblick, wenn wir weinen, 

wenn Wege aussichtslos erscheinen,

 wenn wir die Zuversicht vermissen.

Ach, wie sie heißt, willst du noch wissen?! – 

Hoffnung ist der Eigenname

dieser ehrenwerten Dame.

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Das Märchen vom ungleichen Pärchen

Das Märchen vom ungleichen Pärchen

Es gibt da das Märchen 

vom ungleichen Pärchen.

Da geht‘s um Gestalten, 

die sich unterhalten … 

Die Junge merkt gleich,

die Greisin ist bleich

 und still noch dazu.  

Sie fragt: „Wer bist du?“

 

„Ich heiße ‚Traurigkeit‘.

Es ist längst soweit: 

Ich werde verkannt 

und auch verbannt. 

Dabei gehe ich erst,

erfühlt man den Schmerz. 

Ich kleide mich weit!“,

sagt die Traurigkeit. 

 

Die Junge hört hin.

Für sie macht das Sinn.

Sie pflichtet ihr bei:

„Du machst wirklich frei, 

um sich zu erkennen, 

sich nicht zu verrennen.

Denn sich zu erspüren, 

öffnet neue Türen!“

 

Die beiden Damen 

tun sich zusammen.

Sie geh‘n in die Welt,

wo so manches uns quält,

kommen in unser Leid:

die gute „Traurigkeit“

und die liebe Tante

die „Hoffnung“ sich nannte. 

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Sein sein

Sein sein

Ich habe diese Welt gemacht

und vorher schon an dich gedacht.

In Liebe habe ich dich erwählt

und mir dabei auch vorgestellt:

Wo du einst wohnst. Und was du magst.

Mir war vertraut, was du je sagst.

Ich kannte längst schon deinen Namen,

bevor die Eltern dich bekamen.

Ich kreierte dein Gesicht,

Farbe, Größe und Gewicht.

Ich zählte auf dem Kopf dein Haar.

Schon damals fand ich’s wunderbar! 

 

Als du dann kamst auf diese Welt

war meine Freude groß: Das zählt!

Du bist wertvoll, unentbehrlich…

Mein Schutz gilt dir – wird es gefährlich.

Ich weiß genau, wo du heut stehst,

was dich bewegt, wohin du gehst.

Ich begleite dich – mit meinem Segen –

auf allen deinen Lebenswegen.

Und machst du auch mal einen Fehler

wird meine Liebe niemals schmäler.

Ja, alles gab ich für dich hin:

Ich geh’ mit dir durch dick und dünn!

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Selbstwert mit Gefühl

Selbstwert mit Gefühl

Du lässt dich heute treiben … 

im Meer, das dich bewegt.

Du kannst es kaum beschreiben, 

wie dich das Wasser trägt.

Das willst du nur erspüren, 

bewahrst jetzt ruhig Blut.

Es gibt nichts zu verlieren.

Mit dir ist alles gut!

 

Du hast dich abgestrampelt — 

vielleicht dein Leben lang, 

in dir auch viel zertrampelt; 

das war kein schöner Gang.

Du wurdest immer müder,

bewahrtest deinen Schein.

Doch heute bist du klüger; 

es geht nur um dein Sein. 

 

Du hast doch eine Ehre, 

ein Selbstwert mit Gefühl.

Du bist befreit von Schwere, 

willst nicht mehr viel zu viel.

Du bist nicht mehr getrieben — 

im Meer, das Leben heißt 

und kannst dich selber lieben, 

was Frieden dir verheißt!

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Verglücklicht

Verglücklicht

Ich kann es kaum glauben: 

Doch du lädst mich ein, 

mir selbst zu erlauben, 

hier glücklich zu sein.

 

Ich hatte mich verurteilt, 

mich selbst abgelehnt.

Die Seele schien verbeult; 

ich hatte mich geschämt —

für alles, was nicht glückte, 

was nicht glorreich war, 

worin ich mich verstrickte …

So machte ich mich rar.

 

Ich sah mich ungern an, 

hab’ wertlos mich gefühlt 

und glaubte irgendwann:

Ich hab’ das Glück verspielt, 

bis du mich sanft berührt,

an mich erinnert hast.

Ich war dann unbeirrt,

warf ab die schwere Last.

 

Du siehst mich im Ganzen —

und nicht defizitär.

Dadurch kann ich tanzen, 

in mir steckt noch mehr.

Ich hab‘ viel zu geben,

schon etwas geschafft.

So prägte mein Leben 

die Liebe und Kraft.

 

Weil ich dir viel bedeute, 

schau ich gnädig zurück.

Ich nehm‘ mir vor: Ab heute 

gönn‘ ich mir das Glück!

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Was wir widerspiegeln

Was wir widerspiegeln

Schaust du manchmal in den Spiegel

und hast du schon einmal gedacht:

„Das ist ein echtes Gütesiegel —  

ich bin wunderbar gemacht!?“

 

Wie häufig nörgelst du herum?

Das Haar ist dünn, die Nase krumm.

Das Grübchen stört dich im Gesicht  

und vielleicht auch dein Gewicht. 

Du hast Wunden, Narben, Risse.

Doch — das sind nur die Umrisse,

deine feinen Eigenheiten.

Es zählt doch mehr die Innenseite.

 

Denn da ist der Experte; 

er gibt dir eignen Werte:

die Würde, die unantastbar bleibt…

trotz deiner Unvollkommenheit.

Er schaut mit Milde, sieht dich ganz — 

mit allen Scherben, mit dem Glanz.

Nichts kann dir die Schönheit rauben

So sieh dich doch mit seinen Augen. 

Du bist sein Ebenbild, ein Sieger 

und spiegelst vieles von ihm wider!

 

Du hast von ihm so viel in dir;

das hab‘ ich mir nicht ausgedacht.

Es steht geschrieben — auf Papier:

Er hat dich wunderbar gemacht!

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Unbezahlbar

Unbezahlbar

In meiner Hand habe ich hier

ein dünnes, kleines Stück Papier –

unerheblich, nutzlos, nichtig …

eigentlich auch gar nicht wichtig.

Doch die Bundesbank hat überlegt,

den Wert des Scheinchens festgelegt.

Fünfzig Euro – hoch geschätzt –

wurde für ihn durchgesetzt.

 

Nun kann ich diesen Geldschein halten

oder auch zusammenfalten, 

kann ihn kräftig auch zerknüllen,

beschmutzen, schlagen, anbrüllen,

kann ihn feste treten, werfen 

und die Falten noch verschärfen. 

Doch er bleibt von uns begehrt:

Denn er behält ja seinen Wert! 

 

Der Mensch – materiell betrachtet –

ist nicht wert, dass man ihn achtet.

Er besteht aus Wasser größtenteils,

aus Mineralien – ebenfalls.

Doch – der Schöpfer sagt ganz klar:

„Du bist gut und unbezahlbar,

weil ich dich liebe, um dich warb,

meinen Sohn auch für dich gab!

 

Mag sein, man hat dich ausgeschaltet,

oft genug zusammengefaltet,

fühlst dich missachtet und zerknüllt, 

vielleicht nicht richtig ausgefüllt.

Doch ganz egal, was bisher war:

Für mich bist du ganz wunderbar –

Durch Jesus habe ich dich befreit.

Dein Wert steht fest – für alle Zeit!“

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Wunder-voll

Wunder-voll

Du bist eine Kostbarkeit –

seit jeher und für allezeit…

ob du dich auch dagegen wehrst

oder dich noch selbst entehrst,

ob du alt bist oder jung –

mit ganz viel oder wenig Schwung,

ob du in Dur singst oder Moll –

für Gott bist du stets wunder-voll! 

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Durch-Tragen

Durch-Tragen

Die Spuren im Sand,

die Schritte im Schnee:

Ich bin recht entspannt, 

weil ich durch sie seh’, 

— dreh’ ich mich nur um —

der Eine geht mit. 

Ganz treu, froh und stumm 

hält er mit mir Schritt. 

Er ist auch bei mir

in schweren Tagen. 

Und falle ich hier,

so wird er mich tragen.

 

Er sagt das jetzt zu; 

es gilt das Versprechen. 

Mein Herz findet Ruh’,

es wird nicht zerbrechen! 

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Scherben-Mee(h)r

Scherben-Mee(h)r 

Ich sehe auf das Scherben-Mee(h)r

und staune über dich so sehr, 

wie du es schaffst, dass sich das Licht

in dem Zerbrochenen nun bricht

und sich der Himmel widerspiegelt…

„Das hast du dir gut ausgeklügelt!“,

denk’ ich bei mir. „Nichts bleibt für immer!“

Es wächst in mir ein Hoffnungsschimmer,

dass dieser Schluss ein Anfang wird,

was mich ermutigt, mich berührt,

sodass ich wieder auf dich baue

und lächelnd in die Zukunft schaue!

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Das Perlen-Wunder im Leben

Das Perlen-Wunder im Leben

Ich hörte von der Muschel,

in die ein Sandkorn drang.

Sodann folgte Genuschel:

„Das ist mein Untergang!

Ich will das Ding nicht haben…

Es tut nur weh; es stört!“

So fing sie an zu klagen;

danach war sie empört.

 

Es dauerte sehr lange –

die Muschel fügte sich.

Ihr war zwar angst und bange,

weil dieses Korn nicht wich!

Sie hat es angenommen.

Der kleine Querulant

verwandelt sich vollkommen

zur Perle – ganz brillant.

 

So will ich mich nicht wehren,

nehm’ an, was nun geschieht.

Ich möchte mich bewähren,

umarm’ den Störenfried. 

Die Not in diesem Leben, 

die mich heut niederdrückt,

die wächst heran zum Segen,

zu Schönheit und zu Glück.

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Versprechen

Versprechen

Wie oft hab‘ ich von euch gehört:

„Es reicht nicht aus; du bist nichts wert!“

Dadurch habt ihr mich sehr geprägt 

und mich ganz langsam lahmgelegt.

Mir ist seitdem nichts mehr gelungen. 

Ich hab’ mit Zweifeln nur gerungen.

 

Was ich bis heute nicht kapier’:

Dass ich mich selber so verlier’, 

wenn Menschen solche Sätze sagen 

und über mich ein Urteil wagen, 

obwohl sie mich nicht richtig kennen 

und gar nicht alles wissen können?

 

Was höre ich in diesen Stimmen?

Ich kann ja schließlich selbst bestimmen, 

wenn so zu mir ein Mensch nun spricht, 

ob ich ihm glaube oder nicht; 

ich kann Motive hinterfragen 

und mir selbst die Wahrheit sagen!

 

Es gibt den Einen, der mich hält 

und der sich immer vor mich stellt.

Sein Wort hat mir das Heil gebracht.

Er sagt: „Du bist sehr gut gemacht!“

Ich glaube ihm und bleib’ mir treu;

das macht mich wirklich stark und frei! 

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Gut genug

Gut genug

Du warst lange auf der Flucht — 

vor dir selbst, vor deinem Leben.

Du hast Bestätigung gesucht, 

dir keine Zuwendung gegeben. 

Du hast dich stetig aufgerafft, 

drehst dich immerzu in Kreisen, 

hast dann dich dabei geschafft, 

willst es andern nur beweisen. 

 

Ja, du bist nicht ganz perfekt

du bist einzigartig anders.

Hier und dort ist ein Defekt.

Trotzdem bist du doch besonders. 

Denn du bist ein Einzelstück, 

musst mit keinem dich vergleichen.

Du hast Stärken und Geschick, 

Schönheitsfehler auch desgleichen. 

 

Du bist Licht und Dunkelheit, 

machst die Nacht ein wenig heller, 

bist mit dir nicht mehr entzweit; 

du wirst individueller,

 nimmst dein Können in den Blick

 und gestaltest Zug um Zug. 

Du entdeckst darin dein Glück:

Du bist gut, bist gut genug!

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Zeilensteine

Zeilensteine

Das habe ich noch nie erlebt, 

bin im Himmel fast geschwebt,

als wir uns vor Jahren fanden, 

uns auf Anhieb gut verstanden. 

Es war so unheimlich … Magie; 

sie stimmte bei uns: die Chemie. 

Alles haben wir uns anvertraut

und zueinander aufgeschaut.

 

Wir haben gern und oft gelacht 

und viele Pläne auch gemacht, 

bis die schweren Zeiten folgten.

Der Himmel zeigte dunkle Wolken, 

die unsere Herzen frieren ließen.

Die Liebe konnte nicht mehr fließen. 

Allmählich wurden wir uns fremd.

Und deshalb sind wir nun getrennt.

 

Die Zeit für uns ist nun vorbei

ich seh’ zurück  — ganz ohne Scheu.

Nicht das Schlechte ist geblieben,

 im Herzen trage ich das Lieben. 

Wir haben’s gut mit uns gemeint; 

so warst du mir ein guter Freund.

Zusammen gingen wir die Meilen.

So widme ich dir diese Zeilen!

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Lebensbuch

Lebensbuch

Dieses Buch mit ein paar Seiten 

hast du schon ganz oft gelesen, 

kannst den Inhalt für dich deuten, 

weißt um Titel und die Thesen.  

 

Doch du bist nicht weit gekommen,  

nach einem Punkt war immer Schluss, 

sahst die Sätze nur verschwommen, 

hieltst, was folgt, nur noch für Stuss.

 

Und nun liegt es in der Ecke — 

ganz vergilbt und auch verstaubt.

Auf dem Umschlag wenig Flecken, 

hast dir’s Blättern nie erlaubt. 

 

Dieses Buch — das ist dein Leben; 

du hast den Stift in deiner Hand.

Er ist von oben dir gegeben. 

Und darum schreib’ den Sammelband. 

 

Mach’ daraus eine Geschichte 

und setz’ die neue Überschrift. 

Tag und Nacht bieten Gedichte; 

alles, was dein Sein betrifft. 

 

Wage dich an die Kapitel, 

die du längst schon buchstabiert.

Gib’ dem Leben einen Titel, 

der dem Buch dann würdig wird!

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Mee(h)r vom Leben

Mee(h)r vom Leben / Wortspiele

Wie das Meer – so ist das Leben.

Manchmal sitz‘ ich nur daneben.

Ich kann bloß den Wellen lauschen,

lass‘ mich von der Sicht berauschen.

Ich sehe zu, wie manche andern

vergnüglich an dem Strand lang wandern.

Einer will – mit seinen Zehen –

vorsichtig ans Wasser gehen.

 

Doch – wahres Leben fängt erst an,

wenn ich es nicht erwarten kann:

schwimmen lerne, baden gehe,

Wind und Wellen widerstehe.

Das „Festland“ nehme ich dafür 

fest entschlossen ins Visier –

und das bei Ebbe, in der Flut.

Das Wasser trägt! Und das macht Mut.

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Sein, um zu werden

Sein, um zu werden

Ich möchte sein; ich will noch werden,

solange ich hier bin auf Erden –

lebe nicht, um nur zu schmeicheln,

Menschen etwas vorzuheucheln,

mich durch Werke oder Zeichen 

mit den andern zu vergleichen,

weil ich Gottes Gunst genieße,

seine Liebe jetzt erschließe.

 

Gott hat längst um mich geworben,

ist für mich am Kreuz gestorben.

In ihm bin ich echt – vollwertig.

Er ist mir nahe … gegenwärtig,

sodass er meine Schritte lenkt,

mit der Freiheit mich beschenkt,

das, was er mir gibt, zu geben 

und authentisch hier zu leben!

 

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Kontraste

Kontraste

Nur wer fällt, kann sich erheben.

Wer tausend Tode stirbt, schätzt Leben.

Im Schatten lernt man’s Licht erst lieben.

Und wer Verluste kennt, kann siegen.

 

Drum stehe ich zu meinen Schwächen,

zu meinem Scheitern, den Gebrechen,

trag‘ mit Stolz die Schrammen, Narben,

denn du bringst in die Schwärze Farben.

 

Du bist mein Ziel, du bist die Kraft,

mein Licht, mein Halt, die Leidenschaft.

Du gibst die Wunder in die Wunden

und lässt mich in dem Heil gesunden!

Gedichte für die Seele                     Gedichte für die Seele 

Über-Wunden

Über-Wunden

Es fällt mir schwer, mich abzufinden

und das, was war, zu überwinden.

Noch immer bin ich tief entsetzt.

Du hast mich viel zu sehr verletzt. 

Die ganze Ungerechtigkeit 

wirkt sich nun aus im Lauf der Zeit.

 

Doch bringt er nichts: Mein Zorn auf dich.

Am Ende fesselt er nur mich.

Ich lass‘ dich los und geh‘ allein,

um endlich wieder frei zu sein.

Das ist der rechte Weg zum Leben:

Dem Schicksal bin ich nicht ergeben.

 

Ich stehe doch auf beiden Beinen,

muss meine Not nicht mehr beweinen.

Von nun an wende ich den Blick;

ich seh’ nach vorn und nicht zurück.

Ich habe meine Chance erkannt 

und nehm’  mein Leben in die Hand. 

 

Nicht du und auch nicht diese Sorgen

bestimmen heut das Glück von morgen. 

Ich werde vor dir nicht mehr kriechen,

kann Hoffnungsduft inzwischen riechen,

weil ich mich nicht als Opfer seh’ 

und aufrecht, wieder zu mir steh’.

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Gehalten

Gehalten

Du ruderst nur mit kleiner Kraft –

und doch mit großer Leidenschaft.

Dennoch bleibt die Angst – vielleicht,

dass sie am Ende kaum noch reicht,

und dass dein Boot wohl untergeht,

dein gutes Werk vom Wind verweht! 

Doch sieh auf mich – bist du verstimmt …

Ich geb´ dir mächtig Rückenwind

im großen Sturm, der in dir tobt.

Vertraue mir: Ich hab’s erprobt.

Dein Boot halt´ ich in meinen Händen.

Mit mir wirst du das Werk vollenden!

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Vorübergehen(d)

Vorübergehen(d)

Im Hier hat alles seine Zeit;

auf dieser Welt ist nichts von Dauer.

Im Wechsel liegt Beständigkeit.

Denn gestern war ich voller Trauer.

 

Ich lag am Boden – tief verletzt,

verstand dieses Desaster nicht.

Ich war empört, total entsetzt,

verlor jedwede Zuversicht.

 

Auch heute bin ich noch betroffen,

doch wächst in mir ein Hoffnungsschimmer.

Ganz langsam kann ich wieder hoffen:

Der Schmerz von jetzt bleibt nicht für immer…

 

Denn morgen hab’ ich überwunden,

was mich hier quälte – insgeheim.

Im Leid hab‘ ich mich neu gefunden.

Mein Ende wird sein Anfang sein.

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Im Einklang sein

Im Einklang sein

Wenn es im Leben nicht mehr klingt,

die Seele nur in Moll noch singt,

dein Herz jetzt aus dem Takt gerät,

dann ist es längst noch nicht zu spät,

um nun zu fühlen, was nicht stimmt,

was dir die Luft zum Singen nimmt.

Bei alledem – vergiss es nie:

Du hast die Lebensmelodie,

die in dir niemals mehr verstummt,

in deinem Innern leise summt.

So gib nicht auf, such’ doch und sieh’,

was deine Note dir verlieh, 

die schön und einzigartig ist, 

durch die du was Besondres bist.

Die Seele tanzt dann endlich wieder.

Und du — du singst ganz neue Lieder!

 

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Auf-Leben

Auf-Leben

Wenn ich heutzutage wüsste, 

wann ich einmal sterben müsste,

dann würde ich bewusster leben,

das, was sinnlos ist, aufgeben…

nicht in dem, was war, verharren

und ständig in die Zukunft starren.

Ich würd‘ das Hier und Jetzt genießen 

und mir jeden Tag versüßen.

 

 

Ich würde schneller überlegen,

 was ist wichtig, was bringt Segen.

würde zu den Liebsten eilen, 

schriebe ihnen letzte Zeilen,

würde lachen, würde singen –

räumte auf mit manchen Dingen,

würd‘ Werte schaffen, ernsthaft lieben,

auf die lange Bank nichts schieben.

 

 

Dann resümierte ich verdutzt:

So manche Chance ist ungenutzt! 

Soll ich mein Sterbetag kennen,

um das alles erst zu können?

Der Rest des Lebens beginnt nun!

Ich kann dies alles heut schon tun!

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Alltagsheld

Alltagsheld

Weißt du, was? Ich bin begeistert! 

Du hast schon so viel erreicht, 

hast dein Leben gut gemeistert.

Dabei war es niemals leicht!

Du hast Menschen Mut gegeben,

Hoffnungszeichen auch gesetzt.

Und du wirst in deinem Leben 

von so vielen sehr geschätzt. 

 

Dabei lagst du tief am Boden, 

hast den Abgrund oft geschaut. 

Doch du hast dich dann erhoben,  

auch wenn dir vor Schwerem graut.

Schmerzhaft spürst du deine Wunden, 

siehst im Aufstehen eine Chance, 

hast dich darin neu erfunden. 

Und nun lebst du die Balance.

 

Du hast dich von dem entfernt, 

was dir schadet, dich beschwert, 

hast zu lieben dich gelernt

und zeigst Menschen ihren Wert. 

Du hast Großes dir bewahrt…

Das spürt jetzt deine kleine Welt –

durch die so einfühlsame Art.

Ich danke dir, du Alltagsheld!

Seelen-Gedichte              Seelen-Gedichte 

End-Spannung

End-Spannung

Du bist da, wenn man dich braucht –

spürst, was andere Menschen schlaucht.

Du packst mit an, hörst ihnen zu.

Die Frage bleibt: „Wo bleibst denn du?“

 

Fühlst du dich müde und gestresst,

wird es Zeit, dass du loslässt,

einen Gang herunterfährst 

und auf die innere Stimme hörst,

die dir flüstert, was dir fehlt,

was dein Herz sucht, was dich beseelt.

 

Wie oft vergessen wir so leicht:

Der Nächste wird meist nur erreicht,

wenn wir Prioritäten setzen 

und erst einmal uns selber schätzen!

Seelen-Gedichte                    Seelen-Gedichte 

Helldunkel

Helldunkel

Es gibt zwei Seiten, 

die mich begleiten — 

durch dieses Leben … 

auf allen Wegen.

Ich will sie vereinen 

und nicht verneinen.

Sie gehören zu mir; 

das bekenne ich hier …

 

Ich bin 

dunkel und hell, 

langsam und schnell, 

hungrig und satt, 

lebhaft und matt, 

ärmlich und reich, 

standhaft und weich, 

müde und wach, 

kraftvoll und schwach, 

aufrecht und krumm, 

lauthals und stumm, 

riesig und klein, 

schuldig und rein …

 

 Das Heile, die Schrammen 

bringt Einer zusammen —

der bei mir verweilt, 

mit mir alles teilt —

ohne Wenn und Aber: 

mein Lebensliebhaber!

Ich danke ihm jetzt, 

dass er mich so schätzt!

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Traue(r)n

Traue(r)n

Die Hiobsbotschaft, die dich traf –

bringt dich nachts um deinen Schlaf.

Du bist allein und hoffnungslos.

Die Traurigkeit ist riesengroß.

Du weißt nicht, wie es weitergeht:

was dich noch hält, wer zu dir steht

und ob du nicht für immer wankst,

du jemals wieder lachen kannst…

 

Doch — Einer lässt dich nie allein,

will in den Nächten bei dir sein.

Er will dich trösten und begleiten, 

erleidet mit dir wüste Zeiten.

Er gibt dir täglich neue Kraft,

die Durchhaltevermögen schafft.

Er hält Angst aus und den Zorn

und richte deinen Blick nach vorn.

 

Denn irgendwann bringt er die Wende.

Jedes Unglück nimmt ein Ende,

weil er Neues schaffen wird, 

in Liebe dich ganz sanft berührt, 

sodass die Nöte restlos schwinden.

Dann wirst du neue Freude finden. 

Du bist gescheiter als zuvor, 

gehst aus dem Leid gestärkt hervor!

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