Gedichte über die Natur

Gedichte über die Natur

Reime über Gottes gute Schöpfung

Zu sehen ist eine Collage von den Jahreszeiten / Gedichte über die Natur

Gedichte über die Natur

Wie ein Garten sein

Ich möchte wie ein Garten sein, 

weil er sich stetig wandelt.

Ich bin dann selbst bei mir daheim 

und will nur leise handeln. 

 

Dem Sturm, dem Winter halt’ ich stand, 

hab’ Kraft in mir gespeichert, 

was hier — auf diesem kleinen Land —

die Welt um mich bereichert.

 

In jedem Frühling treib’ ich neu; 

ich will nichts hinterfragen 

und fühle mich ganz frisch und frei, 

zu blüh’n und auszuschlagen. 

 

Im Sommer reife ich heran; 

ich will mich gar verschwenden, 

bis ich im Herbst Frucht bringen kann, 

um Nahrhaftes zu spenden. 

 

Ich möchte wie ein Garten sein,

Lebendigkeit versprühen,

mit Farbenvielfalt auch erfreu’n — 

ergeben, ohne Mühen.

Gedichte über die Natur

Gedichte über die Natur

Säen und Sehen

Die Seele ist ein Blumenbeet; 

du hast den Samen ausgesät. 

Da blühen nun „Vergissmeinnicht“ — 

bei Wärme und im Sonnenlicht. 

Und wenn dann in der kleinen Welt 

der Sturm weht und der Regen fällt, 

wenn Schnee die Erde auch bedeckt 

und meine Blümchen fast versteckt, 

dann denk’ ich an ihr Himmelsblau 

und weiß auch wieder ganz genau, 

dass du sie dennoch hegst und pflegst 

und deine Arme um sie legst, 

damit sie wachsen und gedeihen 

und weiter Freude hier verleihen! 

Unerschöpflich

Eine kleine, hübsche Pflanze

blüht und strahlt im vollen Glanze.

Sie zeigt uns ihre Position

in den Rissen von Beton.

 

„Bewundernswert…“, so denk´ ich mir,

„… an diesem Standort – solche Zier!

Wie hat sie das denn nur geschafft?

Und – woher kamen Mut und Kraft?“

 

Der Same war für sie gelegt.

Gott selbst hat sie gehegt, gepflegt,

hat Wachstum ihr gegeben.

Er wollte – unbedingt – ihr Leben,

um uns Menschen Mut zu machen.

Sie ist ein Sinnbild für sein Wachen,

wenn wir ermatten, nichts erreichen:

In Wüsten schenkt er Hoffnungszeichen!

Gedichte über die Natur

Das Blümlein

Das Blümlein hat noch nie gefragt:

„Was bringt mir das Bemühen?“
Mit Freude hat es zugesagt: 
„Na klar, ich will hier blühen! 
Es ist eine Natürlichkeit, 
mich für euch hinzugeben, 
damit ihr euch an mir erfreut;
dafür bin ich am Leben!“
 
„Ich sage es dir, Blümelein:
Auf mich wirkst du so weise!
Du willst für mich ein Vorbild sein — 
auf meiner Lebensreise!
Drum tue ich es dir gern gleich 
und lass mich nicht mehr blenden.
Ich mache meine Umwelt reich, 
kann Liebe auch verschwenden.“

Von oben

Die Rose war total geknickt

und hing herunter — tief gebückt,

weil auf die Blüte und den Stiel

verfrüht der schwere Schnee hier fiel.

 

Sie hätte selber gern gerüttelt

und diesen Ballast abgeschüttelt.

Doch leider fehlte ihr der Mumm;

sie fand das alles nur noch dumm.

 

Drei Tage hatte sie gefroren;

sie fühlte sich schon fast verloren.

Doch plötzlich war der Schnee entfernt;

die Sonne hatte sie gewärmt.

 

Die Rose richtete sich auf 

und war jetzt wieder besser drauf.

Sie hatte seitdem oft betont,

dass Rettung nur von oben kommt!

Gedichte über die Natur

Was ich an den Schwänen seh'

Als ich heut am See spaziere,

sehe ich die stolzen Tiere —
zwei Schwäne, die sich da am Steg
gemütlich, friedvoll hingelegt.
Die Sonne darf die beiden wärmen —
und ich kann vieles durch sie lernen,
denn ohne irgendwas zu tun,
kann jeder in sich selber ruh‘n.
 
Sie wachen auf und putzen sich.
Was ich nun denke, stört sie nicht.
Sie halten sich ganz einfach rein
und tun es nur für sich allein.
Nach einer Weile steh‘n sie auf;
noch immer sind sie ganz gut drauf.
Sie heben weit ihr hübsches Haupt,
weil jeder an sich selber glaubt.

Ich sehe, wie sie vorwärts schreiten
und bald darauf im Wasser gleiten.
Bei Wellen schwimmen sie im See —
die Köpfe ragen in die Höh‘
und werden sich auch zu mir neigen.
Sie wollen mir mit Würde zeigen,
dass sie mit Liebe und Bedacht 
vom Schöpfer wundervoll gemacht.
 
Die Schwäne kommen ganz entspannt 
dann auch wieder an das Land.
Sie suchen und sie finden Fressen;
nichts und niemand kann sie stressen.
Sie machen sich halt keine Sorgen,
leben nicht im Gestern, Morgen
und genießen Stück um Stück 
nur jeden kleinen Augenblick!

 

Raupe "Nimmersatt"

Da ist die Raupe „Nimmersatt“; 

sie findet alles schwierig,

weil sie scheinbar zu wenig hat.

Drum ist sie ziemlich gierig.

Sie schaut nur an, was ihr so fehlt

und ist auch nicht zufrieden,

sodass sie sich nur selber quält.

Sie leidet ganz entschieden.

 

Dabei muss Raupe „Nimmersatt“

nun wirklich niemals darben.

An Birnen, Äpfeln, Blattsalat …

kann sie sich immer laben.

An einem Tag frisst sie so viel;

ihr wird ganz flau und übel.

Dann ändert sie den Lebensstil;

zum Glück bleibt sie flexibel.

 

Die kleine Raupe „Nimmersatt“

wird achtsam und auch weise.

Sie kriecht auf einem neuen Pfad

und dankt für jede Speise.

Sie füllt den Magen mit Genuss

und will nicht alles kriegen.

Sie lebt allmählich ganz bewusst 

und hat so ihr Vergnügen.

 

Die alte Raupe „Nimmersatt“

hat ihren Blick erhoben.

Und weil nun die Verwandlung naht,

will sie etwas erproben.

Mit allen Kräften dreht sie sich,

demoliert nun den Kokon

und fliegt mit ganz viel Zuversicht 

als Schmetterling davon!

 

Wir gleichen Raupe „Nimmersatt“

und sind wir auch verschieden.

Gier und Geiz sind unsere Saat;

die Ernte ist Unfrieden.

Doch schauen wir genauer hin

und wenn wir uns begnügen,

erwartet uns ein Neubeginn;

wir können wieder fliegen!

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Der Elefant

Er war noch klein — der Elefant,

ich hätt‘ ihn gern gerettet!

Denn dieser wurde kurzerhand 

an einen Baum gekettet …

Er wehrte sich mit seinem Fuß,

doch er begann zu leiden.

Und nach dem zwölften Bluterguss 

ließ er es einfach bleiben.

 

Der Elefant gab somit auf;

es starben seine Träume 

von einem freien, guten Lauf;

ihm fehlten Lebensräume.

Er fühlte sich total allein,

sodass er manchmal murrte.

Ihn störte so der Klotz am Bein,

auch wenn er nicht mehr zurrte.

 

Die Jahre gingen in das Land;

die Not wurde gesehen.

Doch — unser alter Elefant 

blieb trotzdem bei sich stehen,

weil ihm zu entgangen schien:

Ein Mensch trat längst herbei;

er beugte sich still bei ihm hin

und machte ihn einst frei!

(R)affen

So mancher Baum ist knöchrig 

und häufig auch sehr löchrig.

Der Mensch nutzt das in Mosambik

und handelt so mit einem Trick,

indem er in den Hohlraum steckt,

was Affen ganz besonders schmeckt. 

 

Sieht das Tier die Leckerbissen —

in ausgehöhlten Kokosnüssen,

so tropft natürlich gleich der Zahn

und es verhält sich ganz human.

Es wird sofort sich alles krallen 

und landet so in einer Falle.

 

Das Tierchen könnte überlegen 

und die Faust zur Hand bewegen.

Es würde sich die Freiheit schenken,

anstatt sich selber einzuschränken.

Doch leider lässt es nichts mehr los,

denn seine Gier ist riesengroß.

 

Ich will nicht geizen oder raffen

und damit handeln wie der Affe.

Ich nehme gern aus Gottes Hand,  

was er sich treu für mich ersann.

So bleibt die Seele leicht und frei,

weil ich mich noch an Gaben freu‘!

Gedichte über die Natur

Gedichte über die Natur

Weitsicht

Derzeit fallen dicke Flocken;

Schnee bedeckt das weite Land.

Keineswegs ist es erschrocken;

es wirkt wunderschön entspannt.

Dankbar über Schutz und Wärme 

reift die Saat ganz still heran,

damit die Erde gut und gerne

bald das Neue sehen kann.

 

Oft erlebt das Herz den Winter;

das Dunkel kommt hereingeschneit.

Doch ich sehe schon dahinter 

ganz entfernt die Frühlingszeit.

In der Stille will ich hoffen,

dass der Schnee von heute taut.

Und ich bleib‘ für Neues offen —

dem Licht hab’ ich mich anvertraut.

Durch-Tragen

Die Spuren im Sand,

die Schritte im Schnee:

Ich bin recht entspannt, 

weil ich durch sie seh’, 

— dreh’ ich mich nur um —

der Eine geht mit. 

Ganz treu, froh und stumm 

hält er mit mir Schritt. 

Er ist auch bei mir

in schweren Tagen. 

Und falle ich hier,

so wird er mich tragen.

 

Er sagt das jetzt zu;

es gilt das Versprechen. 

Mein Herz findet Ruh’,

es wird nicht zerbrechen! 

Gedichte über die Natur

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Herbstgedanken

Der Baum will Farbe nun bekennen —
in grün und braun, in gelb und rot.
Er kann sich leicht von allem trennen,
was nicht mehr passend ist und gut.

 

Der Baum hat alles hingegeben —
im Lauf vom letzten halben Jahr:
die Blüten, Früchte … ja, sein Leben,
weil das der Sinn des Daseins war.

 

Doch nun wird dieser Baum gelassen
und will in nächster Zeit nur ruh’n
und so das Leben ganz erfassen —
mit Sein und Haben nach dem Tun.
 
Ich möchte von dem Baum gern lernen,
nachdem ich Früchte auch gebracht
und mich von allem dann entfernen,
was mich nicht nährt, was kraftlos macht.
 
Auch ich will ruhen von den Werken.
Und so frag’ ich mich im Herbst:
Wer und was kann mich bestärken,
bis ich ganz aufblüh’ — im März? 

Aufgebäumt?

„Ob der Baum im Innern wettert?”, 

frag’ ich in der Winterzeit. 

„Denn der Sturm hat ihn entblättert. 

Wo ist denn sein Sommerkleid?

In dem Frühling gab er Blüten 

und nach Wochen reife Frucht.

Doch dann kam des Windes Wüten, 

das Entlauben auch mit Wucht.“

 

„Nein, ich bin nicht aufgelöst 

und schon gar nicht durch den Wind.

Hat der Herbst mich auch entblößt — 

etwas Neues schon beginnt. 

Jede Wurzel tief im Boden 

nährt das Leben in mir drin.

Und die Krone zeigt nach oben; 

ich streck’ mich zum Himmel hin. 

 

Bald siehst du es an den Trieben: 

Sommer wohnt in meinem Stamm.

Damit kenn’ ich kein Betrüben; 

auf die Weitsicht kommt es an!“

Das erwiderte der Baum, 

als ich damals mit ihm sprach.  

Diese Worte gaben Raum,

gingen mir noch lange nach.

 

Auch mich umfängt der Winter.

Doch der Wind wird sich bald dreh’n. 

Denn der Frühling steckt dahinter; 

und ich werd’ den Sommer seh’n. 

In mir brodelt auch das Leben; 

ich hab’  Wurzeln tief und fest,

will mich nur dem Licht hingeben, 

weil das Spuren hinterlässt!

Gedichte über die Natur