Ewige Augen-Blicke

Ewige Augen-Blicke

Gereimtheiten:

Ich kann es oftmals gar nicht glauben: 

Ein Funkeln ist in deinen Augen.

Du hast ein freundliches Gesicht 

und lächelst — fällt dein Blick auf mich.

Du bist mir ewig zugewandt; 

das habe ich durch dich erkannt. 

 

Und wenn ich mich dir doch entziehe, 

vielleicht auch manchmal vor dir fliehe

so kommst du mir ganz still entgegen — 

auf allen Ab- und Umwegen.

Wo ich auch steh’, ist dir vertraut, 

denn du hast mich ja angeschaut. 

 

Und wenn ich leide — manche Qual 

im tiefen, kalten, dunklen Tal, 

so setzt du dich ganz still dazu. 

Mein Elend lässt dir keine Ruh’; 

du tröstest mich in dem Geschehen, 

denn du hast mich ja angesehen.

 

Und wenn ich manchen Berg bezwinge, 

zuweilen über Mauern springe, 

so tanzt du ganz still einen Reigen 

und willst mir deine Freude zeigen.

Du weißt schon längst, was mir geglückt, 

denn du hast mich ja angeblickt!

Gereimtheiten       Gereimtheiten

Anb(i)eten

Ich bin die Wahrheit.

Du kannst mich nicht verbiegen –

doch du darfst dich selbst belügen.

 

Ich bin der Lebensweg.

Ich will dich gern begleiten –

doch du musst ihn nicht beschreiten.

 

Ich bin das Licht der Welt.

Ich kann dein Herz erhellen –

doch du darfst das Dunkel wählen.

 

Ich halte dir das Ganze hin…

Vergebung, Rettung, Ewigkeit –

biete Liebe, Halt und Sinn,

ein Leben voller Kraft, Geleit.

Du darfst freiwillig entscheiden:

Nimm du die Geschenke an

oder wirst du dich beschneiden?

Gib’s für uns den Neuanfang? 

 

Dabei will ich noch erwähnen,

wie ich dich brauche, um dich warb.

So riesengroß ist nun mein Sehnen,

dass ich aus Liebe für dich starb!

Gereimtheiten           Gereimtheiten

Unverhofft kommt oft

Einer leisen, weisen Alten 

 – von kleinem Wuchs, mit großen Falten – 

wuchsen in dem Lauf des Lebens  

graue Haare … ganz vergebens,

obwohl sie Not und Leid bedrückt.

Sie geht ganz langsam … tief gebückt …

den Menschenkindern hier entgegen,

bringt Heil und Licht, Kraft und Segen.

So wird sie hier beliebt geschätzt:

Wenn alles stirbt – sie stirbt zuletzt!

Weil sie erleichtert, nicht beschwert, 

ist ihre Gegenwart begehrt.

Sie gibt Weitblick, wenn wir weinen, 

wenn Wege aussichtslos erscheinen,

 wenn wir die Zuversicht vermissen.

Ach, wie sie heißt, willst du noch wissen?! – 

Hoffnung ist der Eigenname

dieser ehrenwerten Dame.