Glaub-Haft-Gedichte 

Blaue Flecken am Himmel

Blaue Flecken am Himmel

Mein Himmel, 

 

meine blauen Flecken,

muss ich entdecken.

Weil ich nicht verstehe, 

wohin ich jetzt gehe — 

wohin du mich bringst, 

mich doch nicht auffingst.

Durch den freien Fall 

frier’ ich jetzt im Tal, 

das steinig und trist, 

richtig dunkel auch ist.

 

 

Mein Himmel, 

 

jene blauen Flecken 

will ich aufdecken 

und mich ihnen stellen,  

das Dunkel erhellen.

Ich mach’ mir bewusst:

Durch manchen Verlust 

sind Zweifel vorhanden 

und Wunden entstanden.

Hämatome im Herzen

verursachen Schmerzen. 

 

 

Mein Himmel, 

 

deine blauen Flecken 

können erstrecken — 

die Wolken an dir. 

Denn du bist bei mir.

Weil ich dir vertrau’, 

seh‘ ich bald dein Blau, 

denn ich spür’ den Trost,

bin den Kummer dann los.

Auch die Sonne klärt auf;  

es geht wieder bergauf! 

 

Glaub-Haft-Gedichte        Glaub-Haft-Gedichte 

Gefragt, gewagt

Gefragt, gewagt

Der Schicksalsschlag – er haut mich um.

Ich bin verzweifelt, frag: „Warum?

Wieso, mein Gott, lässt du das zu,

obwohl ich täglich so viel tu‘,

um Lob und Freude dir zu bringen

und manche Riesen zu bezwingen?“

 

Die Antwort kommt nicht an das Licht,

doch ich hör‘ Gott, der in mir spricht:

„Mein Kind, du bist mir treu ergeben.

Trotzdem kommt es vor – im Leben,

dass du durch dunkle Täler gehst,

auch wenn du das noch nicht verstehst.

In dieser Welt ist nichts perfekt.

Hat dich das so noch nicht erschreckt?

 

Solange du hier atmen kannst,

erlebst du Kummer, Schmerz und Angst.

Doch – darin bist du nicht allein;

ich werde immer bei dir sein.

Ich stärke dich  –  in jedem Fall

und bin bei dir … auch in dem Tal;

Dann wische ich die Tränen fort

und führe dich  –  du hast mein Wort  – 

aus diesem Tal auch wieder raus,

begleite dich ins Vaterhaus!

Glaub-Haft-Gedichte                   Glaub-Haft-Gedichte 

Im Einklang sein

Im Einklang sein / Krisen-Gedichte

Wenn es im Leben nicht mehr klingt,

die Seele nur in Moll noch singt,

dein Herz jetzt aus dem Takt gerät,

dann ist es längst noch nicht zu spät,

um nun zu fühlen, was nicht stimmt,

was dir die Luft zum Singen nimmt.

Bei alledem – vergiss es nie:

Du hast die Lebensmelodie,

die in dir niemals mehr verstummt,

in deinem Innern leise summt.

So gib nicht auf, such‘ doch und sieh‘,

was deine Note dir verlieh, 

die schön und einzigartig ist, 

durch die du was Besondres bist.

Die Seele tanzt dann endlich wieder.

Und du — du singst ganz neue Lieder!

Glaub-Haft-Gedichte           Glaub-Haft-Gedichte 

Das Märchen vom ungleichen Pärchen

Das Märchen vom ungleichen Pärchen

Es gibt da das Märchen 

vom ungleichen Pärchen.

Da geht‘s um Gestalten, 

die sich unterhalten … 

Die Junge merkt gleich,

die Greisin ist bleich

 und still noch dazu.  

Sie fragt: „Wer bist du?“

 

„Ich heiße ‚Traurigkeit‘.

Es ist längst soweit: 

Ich werde verkannt 

und auch verbannt. 

Dabei gehe ich erst,

erfühlt man den Schmerz. 

Ich kleide mich weit!“,

sagt die Traurigkeit. 

 

Die Junge hört hin.

Für sie macht das Sinn.

Sie pflichtet ihr bei:

„Du machst wirklich frei, 

um sich zu erkennen, 

sich nicht zu verrennen.

Denn sich zu erspüren, 

öffnet neue Türen!“

 

Die beiden Damen 

tun sich zusammen.

Sie geh‘n in die Welt,

wo so manches uns quält,

kommen in unser Leid:

die gute „Traurigkeit“

und die liebe Tante

die „Hoffnung“ sich nannte. 

Glaub-Haft-Gedichte       Glaub-Haft-Gedichte 

Traue(r)n

Traue(r)n

Die Hiobsbotschaft, die dich traf –

bringt dich nachts um deinen Schlaf.

Du bist allein und hoffnungslos.

Die Traurigkeit ist riesengroß.

Du weißt nicht, wie es weitergeht:

was dich noch hält, wer zu dir steht

und ob du nicht für immer wankst,

du jemals wieder lachen kannst…

 

Doch — Einer lässt dich nie allein,

will in den Nächten bei dir sein.

Er will dich trösten und begleiten, 

erleidet mit dir wüste Zeiten.

Er gibt dir täglich neue Kraft,

die Durchhaltevermögen schafft.

Er hält Angst aus und den Zorn

und richtet deinen Blick nach vorn.

 

Denn irgendwann bringt er die Wende.

Jedes Unglück nimmt ein Ende,

weil er Neues schaffen wird, 

in Liebe dich ganz sanft berührt, 

sodass die Nöte restlos schwinden.

Dann wirst du neue Freude finden. 

Du bist gescheiter als zuvor, 

gehst aus dem Leid gestärkt hervor!

Glaub-Haft-Gedichte           Glaub-Haft-Gedichte 

Gescheiter(t)

Gescheiter(t)

Schau’ nicht nur auf dein Versagen,

das Scheitern und die Niederlagen,

auf die Schrammen und die Kratzer,

auf die Schuld und auf die Patzer.

Denn ich seh’ mehr in dir, mein Kind,

weil in dir meine Schätze sind

und weil ich selber in dir lebe,

die Ewigkeit ins Herz dir gebe,

dein Licht und deine Kraft auch bin.

Dein heiler Kern – von Anbeginn –

wird nicht zerstört, geht nicht kaputt.

Mein Gütesiegel gilt: „Sehr gut“!

Du hast Würde, Wert und Kraft,

Erlösung, Freiheit, Leidenschaft.

Nichts und niemand kann das nehmen.

Das, was war, muss dich nicht lähmen.

So hör‘ in dich und sieh auf mich.

Die Dunkelheit wird wieder licht,

wenn du hinfort ganz anders denkst

und dich nicht länger selbst beschränkst.

Grabe diesen Schatz neu aus

und dann geh‘ hin und mach‘ was draus!

Glaub-Haft-Gedichte        Glaub-Haft-Gedichte 

Anb(i)eten

Anb(i)eten

Ich bin die Wahrheit.

Du kannst mich nicht verbiegen –

doch du darfst dich selbst belügen.

 

Ich bin der Lebensweg.

Ich will dich gern begleiten –

doch du musst ihn nicht beschreiten.

 

Ich bin das Licht der Welt.

Ich kann dein Herz erhellen –

doch du darfst das Dunkel wählen.

 

Ich halte dir das Ganze hin…

Vergebung, Rettung, Ewigkeit –

biete Liebe, Halt und Sinn,

ein Leben voller Kraft, Geleit.

Du darfst freiwillig entscheiden:

Nimm du die Geschenke an

oder wirst du dich beschneiden?

Gib’s für uns den Neuanfang? 

 

Dabei will ich noch erwähnen,

wie ich dich brauche, um dich warb.

So riesengroß ist nun mein Sehnen,

dass ich aus Liebe für dich starb!

Glaub-Haft-Gedichte      Glaub-Haft-Gedichte 

Neues wagen

Neues wagen

Fehler machen,  

daraus lernen, 

wieder lachen — 

herzerwärmend.

Weiter blicken,  

größer denken,  

niederbücken,

Tiefe schenken.

 

Neues wagen,

was riskieren,

nichts vertagen,

sich verlieren 

und auch finden,

Angst besiegen,

Licht entzünden,

Herzen lieben.

 

Neue Träume, 

vorwärts gehen, 

weite Räume

Schönes sehen, 

sich entfalten 

und hingeben, 

nun gestalten, 

sinnvoll leben.

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte  

Lebensbuch

Lebensbuch

Dieses Buch mit ein paar Seiten 

hast du schon ganz oft gelesen, 

kannst den Inhalt für dich deuten, 

weißt um Titel und die Thesen.  

 

Doch du bist nicht weit gekommen,  

nach einem Punkt war immer Schluss, 

sahst die Sätze nur verschwommen, 

hieltst, was folgt, nur noch für Stuss.

 

Und nun liegt es in der Ecke — 

ganz vergilbt und auch verstaubt.

Auf dem Umschlag wenig Flecken, 

hast dir’s Blättern nie erlaubt. 

 

Dieses Buch — das ist dein Leben; 

du hast den Stift in deiner Hand.

Er ist von oben dir gegeben. 

Und darum schreib’ den Sammelband. 

 

Mach’ daraus eine Geschichte 

und setz’ die neue Überschrift. 

Tag und Nacht bieten Gedichte; 

alles, was dein Sein betrifft. 

 

Wage dich an die Kapitel, 

die du längst schon buchstabiert.

Gib’ dem Leben einen Titel, 

der dem Buch dann würdig wird!

Glaub-Haft-Gedichte           Glaub-Haft-Gedichte 

Kontraste

Kontraste

Nur wer fällt, kann sich erheben.

Wer tausend Tode stirbt, schätzt Leben.

Im Schatten lernt mans Licht erst lieben.

Und wer Verluste kennt, kann siegen.

 

Drum stehe ich zu meinen Schwächen,

zu meinem Scheitern, den Gebrechen,

trag mit Stolz die Schrammen, Narben,

denn du bringst in die Schwärze Farben.

 

Du bist mein Ziel, du bist die Kraft,

mein Licht, mein Halt, die Leidenschaft.

Du gibst die Wunder in die Wunden

und lässt mich in dem Heil gesunden!

Glaub-Haft-Gedichte          Glaub-Haft-Gedichte 

(Aus-)Flug

(Aus-)Flug / Glaub-Haft-Gedichte

Bist du einmal hingefallen,

bleibe nicht am Boden liegen.

Höre auf, dich festzukrallen.

Du kannst trotzdem wieder fliegen.

 

Stehe auf, suche den Hügel, 

sieh nach oben, laufe los!

Spanne endlich deine Flügel –

schwebe… Das ist grandios!

 

Denn dazu bist du berufen –

egal, was dir bisher geschah,

wie dich andere einstufen…

Ich bin auf ewig für dich da.

 

Erschrecke nicht vor einem Fall. 

Niemals lass’ ich dich allein.

Ich halt’ dich immer, überall.

Denn ich will dein Fallschirm sein.

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

Umgedreht

Umgedreht

Es gibt so manchen Grund zum Fallen

und am Boden aufzuprallen –

was lahmlegt, die Bewegung raubt,

sodass der Glaube auch verstaubt. 

 

Lande ich mal auf dem Bauch,

mache ich es mir zum Brauch,

mich umzudrehen – auf den Rücken.

So kann ich in den Himmel blicken,

mich getrost geschlagen geben,

wieder aufstehen und erleben,

wie Einer mir die Hände reicht

und nicht von meiner Seite weicht,

mir neue Perspektiven gibt,

weil er bedingungslos mich liebt!

Glaub-Haft-Gedichte       Glaub-Haft-Gedichte

Aufsehen

Aufsehen

Es gibt Dinge, die bedrängen:

Krankheit, Trennung, Angst, Not, Schmerz…

Doch – bitte lasst den Kopf nicht hängen.

Für Christen geht es himmelwärts!

 

Bei allem, was wir hier erleben,

hat sich Gott etwas gedacht.

Im Rückblick können wir zugeben:

Er hat es gut mit uns gemacht!

 

Ohne Absturz kommt kein Aufstieg.

Nur Abschied schafft das Wiedersehen.

Wer nicht verliert, schätzt kaum den Sieg.

Und erst durch Tod gibt’s Auferstehen.

 

Wir leben heute aus dem Hoffen:

Das Beste wartet auf uns noch.

Sind wir auch noch oft betroffen –

der Himmel zieht. Darum: Kopf hoch!

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

Sch-Mächtig

Sch-mächtig

Und ist mein Glaube noch so klein,

lässt du dich trotzdem auf mich ein: 

Du bist „die Kraft“ und „meine Stärke“,

versetzt durch mich so manche Berge!

 

Und ist das Leben noch so klein,

lässt du dich trotzdem auf mich ein:

Denn du bist selbst vom Tod erstanden –

Hoffnung wird jetzt nicht zuschanden!

 

Und ist die Liebe noch so klein,

lässt du dich trotzdem auf mich ein:

Es bleibt in Ewigkeit dein Lieben –

das hast du mir ins Herz geschrieben!

 

Und sind die Kräfte noch so klein,

lässt du dich trotzdem auf mich ein:

Fühl’ ich mich auch erbärmlich, schmächtig,

wirkt deine Kraft in mir noch mächtig!

 

Und sind die Möglichkeiten klein,

lässt du dich trotzdem auf mich ein:

Mit dir kann Unmögliches gelingen –

du lässt mich über Mauern springen!

Glaub-Haft-Gedichte           Glaub-Haft-Gedichte 

Ich schaue nach

Ich schaue nach

Ich schaue nach hinten

lass das Gewesene los. 

Ich kann überwinden, 

denn ich bin jetzt groß.

Ich werde im Herzen 

das Gute behalten, 

das Leid so verschmerzen; 

ich trenn‘ mich vom Alten.

 

Ich schaue nach innen 

und staune nur schier.
Ich will mich besinnen:

Ein König wohnt hier.

Er will mich nicht knechten, 

hält mich niemals klein. 

Auch in meinen Nächten 

will er mein Licht sein.

 

Ich schaue nach vorne.

Das Herz wird ganz weit,

hab‘ so viel bekommen, 

was mir Flügel verleiht.

Ich fühle das Freie 

und geh‘ Schritt für Schritt, 

entdecke das Neue.

Und du kommst ja mit.

 

Ich schaue nach oben 

und darf hier noch hoffen. 

So will ich dich loben; 

der Himmel ist offen. 

Ich habe den Glauben; 

mich erwartet noch viel.

Nichts kann das rauben, 

denn du bist mein Ziel!

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

Von Wegen ...

Von Wegen

Ich will dir danken für den Sinn,

den du, Herr, meinem Leben gibst,

auch wenn ich nicht imstande bin,

stets zu verstehen, wie du mich liebst.

 

Nicht selten sitze ich im Tal.

„Was soll ich hier?“, frag’ ich ganz schon.

„Ich bin so müde, leide Qual.

Sitzt du denn wirklich auf dem Thron?“

 

Im Nachhinein wird mir bewusst,

der Weg hat mir doch gut getan.

Du weißt genau, was du da tust,

verwirklichst deinen großen Plan.

 

Mein Ende, Herr, ist dein Beginn

und meiner Schwachheit – deine Kraft.

Aus Fehlern ziehe ich Gewinn,

weil deine Liebe Hoffnung schafft.

 

Wie bin ich doch in dir bewahrt.

Du führst mich sicher an der Hand.

Ich kenne nur die Gegenwart;

dir ist die Ewigkeit bekannt.

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

Tief bewegt

Tief bewegt

Die Hälfte meines Lebens

lebte ich vergebens.

Ich suchte Halt, Liebe und Schutz.

Doch ich fiel tief, lag nur im Schmutz. 

Ja, oft hab´ ich Beton berührt

und tiefe Wunden dann gespürt.

Ich glaubte nicht, ich sei zu retten.

 

Dann kamst du, sprengtest die Ketten.

Nun steh´ ich hier und bin befreit.

Mein Herz ist voller Dankbarkeit.

Du halfst mir hoch, stelltest mich hin,

gabst meinem Leben neuen Sinn.

Ich lebe heute nur noch für dich,

werfe das Alte hinter mich

und gehe aufrecht meinen Pfad –

mit Wert und Kraft … als Unikat!

Glaub-Haft-Gedichte          Glaub-Haft-Gedichte 

Himmel im Herzen

Himmel im Herzen / Jana Schumacher

Ich mach’ mich auf und komm’ zu dir,

lass’ das, was stört, nun hinter mir.

Die Sehnsucht hat damit ein Ende;

vorüber ist das wirklich Fremde.

Längst kamst du, Gott, mir entgegen –

mit deiner Liebe, mit dem Segen.

Und weil du mir ganz nahe kommst,

sogar in meiner Seele wohnst,

sehe ich und kann ich es spüren,

wie Himmel und Erde sich berühren.

Trotz Grenzen und so mancher Schmerzen

hab‘ ich nun den Himmel im Herzen!

Glaub-Haft-Gedichte                                Glaub-Haft-Gedichte 

Was ein Freund schafft

Was ein Freund schafft

Wenn du einen Menschen hast,

der dich meint, der zu dir passt,

in jeder Lage zu dir steht –

egal, wie es dir wirklich geht,

dann bist du reich. Denn das ist Glück.

Du hast vom Himmel schon ein Stück.

Glaub-Haft-Gedichte                   Glaub-Haft-Gedichte 

Weil ich dir stets vertrauen kann

Weil ich dir stets vertrauen kann

Weil ich dir stets vertrauen kann, 

lehn’ ich mich arglos bei dir an.

Ich will getrost die Augen schließen,

die Gegenwart mit dir genießen.

Du gibst dem Herzen ein Zuhaus’,

nutzt mich – als Papa – niemals aus.

Und darum lasse ich jetzt zu, 

dass ich auftanke, gar nichts tu’.

 

Doch bin ich dann erholt, gelöst, 

nachdem ich länger eingedöst, 

darf ich in deinem Arm erwachen 

und meine Augen weit aufmachen, 

nehm’ – was ermüdet – in den Blick, 

betrachte, was mich nicht erquickt.  

Ich lass’ es zu und lass’ es los.

Und plötzlich wird die Freude groß.

 

Die Dunkelheit hast du belichtet 

und mich ganz zärtlich aufgerichtet, 

sodass ich wieder aufrecht stehe 

und mutig meinen Weg nun gehe, 

um mich dem Nächsten zuzuwenden 

und ihm dann Trost und Kraft zu spenden. 

Ich mach’ mich selber zum Präsent, 

weil in mir deine Liebe brennt!

Glaub-Haft-Gedichte        Glaub-Haft-Gedichte 

Scherben-Mee(r)r

Scherben-Mee(h)r 

Ich sehe auf das Scherben-Mee(h)r

und staune über dich, mein Herr, 

wie du es schaffst, dass sich das Licht

in dem Zerbrochenen nun bricht

und sich der Himmel widerspiegelt…

„Das hast du dir gut ausgeklügelt!“,

denk’ ich bei mir. „Nichts bleibt für immer!“

Es wächst in mir ein Hoffnungsschimmer,

dass dieser Schluss ein Anfang wird,

was mich ermutigt, mich berührt,

sodass ich wieder auf dich baue

und lächelnd in die Zukunft schaue!

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

Auf halber Strecke (liegen)bleiben

Nicht auf der Strecke (liegen)bleiben

Auf halber Strecke aufzugeben,

das ist gar nicht mein Bestreben:

Nach dem „Bergab“ gibts das „Bergauf“.

So ist in dieser Welt der Lauf.

 

Doch manchmal sitz ich kurzerhand

ganz abgekämpft am Wegesrand:

Ich schau nach vorn und stöhne nur:

„Es ist noch eine schwere Tour,

bis ich am großen Ziel ankomme…

Ich sehe es nur recht verschwommen!“

Doch irgendwann fällt auch der Blick

auf meinen Lebensweg zurück.

„Ich hab ja schon so viel geschafft…“

Und diese Sicht gibt neue Kraft.

So kann ich hoffnungsvoll aufstehen,

auf meinem Pfad auch weitergehen.

Vielleicht bleib ich ja länger fit –

marschiere ich stets Schritt für Schritt

mit – hin und wieder – einer Pause;

es wartet auf mich: das Zuhause!

Glaub-Haft-Gedichte      Glaub-Haft-Gedichte 

End-Spannung

End-Spannung

Du bist da, wenn man dich braucht –

spürst, was andere Menschen schlaucht.

Du packst mit an, hörst ihnen zu.

Die Frage bleibt: „Wo bleibst denn du?“

 

Fühlst du dich müde und gestresst,

wird es Zeit, dass du loslässt,

einen Gang herunterfährst 

und auf die innere Stimme hörst,

die dir flüstert, was dir fehlt,

was dein Herz sucht, was dich beseelt.

 

Wie oft vergessen wir so leicht:

Der Nächste wird meist nur erreicht,

wenn wir Prioritäten setzen 

und erst einmal uns selber schätzen!

Glaub-Haft-Gedichte           Glaub-Haft-Gedichte 

In mich gehen

In mich gehen

Ich mach‘ mal eine Pause, 

begebe mich zur Rast, 

such‘ in mir das Zuhause, 

befrei‘ mich von der Last, 

zu geben und zu müssen, 

und immer nur zu soll’n.

Ich darf heut nur genießen 

und spiele keine Roll’n.

 

Ich bin mir nicht zu wenig 

und hör‘ in mich hinein.

In mir wohnt ja ein König

besuche ihn — allein. 

Er wird mich neu erquicken;

ich sammle bei ihm Kraft.

Nur so wird mir dann glücken, 

was er bald durch mich schafft.

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

G(l)anz-Stücke

G(l)anz-Stücke

Zeig‘ mir nicht nur deine Stärke;

bringe mir auch deine Fehler.

Weise nicht nur auf die Berge;

ich begleite dich durch Täler.

 

Gern bin ich mit dir verbunden

und schenke deinen Scherben Glanz.

Mit allem Können und den Wunden

sehe ich dich jetzt schon ganz!

Glaub-Haft-Gedichte        Glaub-Haft-Gedichte 

Angefragt

Angefragt / Glaub-Haft-Gedichte

Du trittst in mein Leben —

und das keineswegs leis‘.

Du willst mir viel geben; 

gibst Erkenntnisse preis.

 

Und du redest von dem, 

was ich brauche, was fehlt, 

siehst ein großes Problem, 

das mich anscheinend quält. 

 

Du sprichst unaufhaltsam; 

und ich durchleuchte mich.

Dann frag’ ich mich achtsam:

„Meinst du womöglich dich?“

Glaub-Haft-Gedichte       Glaub-Haft-Gedichte 

Über-Wunden

Über-Wunden

Es fällt mir schwer, mich abzufinden

und das, was war, zu überwinden.

Noch immer bin ich tief entsetzt.

Du hast mich viel zu sehr verletzt. 

Die ganze Ungerechtigkeit 

wirkt sich nun aus im Lauf der Zeit.

 

Doch bringt er nichts: Mein Zorn auf dich.

Am Ende fesselt er nur mich.

Ich lass’ dich los und geh‘ allein,

um endlich wieder frei zu sein.

Das ist der rechte Weg zum Leben:

Dem Schicksal bin ich nicht ergeben.

 

Ich stehe doch auf beiden Beinen,

muss meine Not nicht mehr beweinen.

Von nun an wende ich den Blick;

ich seh’ nach vorn und nicht zurück.

Ich habe meine Chance erkannt 

und nehm’  mein Leben in die Hand. 

 

Nicht du und auch nicht diese Sorgen

bestimmen heut das Glück von morgen. 

Ich werde vor dir nicht mehr kriechen,

kann Hoffnungsduft inzwischen riechen,

weil ich mich nicht als Opfer seh’ 

und aufrecht, wieder zu mir steh’.

Glaub-Haft-Gedichte       Glaub-Haft-Gedichte 

Manche Leute tun nicht gut

Manche Leute tun nicht gut

Manche Leute tun nicht gut:

Sie rauben Kraft und jeden Mut.

Wie sie wollen, soll ich springen,

und dabei wird mir nie gelingen,

die Erwartung zu erfüllen —

ihre Sehnsucht ganz zu stillen.

Stetig plagt mich das Gewissen,

noch mehr für sie tun zu müssen.

Denn das reden sie mir ein:

Ich muss für sie verfügbar sein. 

 

Selbstverständlich will ich lieben 

und mich auch in Demut üben.

Doch hab’ ich alles ausprobiert 

und die Herzen nicht berührt,

mache ich mich mächtig gerade, 

begebe mich auf neue Pfade.

Ich ziehe fortan Konsequenzen‚

setz‘ dem Gegenüber Grenzen 

und merke, wie ich Kraft gewinne, 

weil ich mich auf mich besinne.

Glaub-Haft-Gedichte          Glaub-Haft-Gedichte 

Zeilensteine

Zeilensteine

Das habe ich noch nie erlebt, 

bin im Himmel fast geschwebt,

als wir uns vor Jahren fanden, 

uns auf Anhieb gut verstanden. 

Es war so unheimlich … Magie; 

sie stimmte bei uns: die Chemie. 

Alles haben wir uns anvertraut

und zueinander aufgeschaut.

 

Wir haben gern und oft gelacht 

und viele Pläne auch gemacht, 

bis die schweren Zeiten folgten.

Der Himmel zeigte dunkle Wolken, 

die unsere Herzen frieren ließen.

Die Liebe konnte nicht mehr fließen. 

Allmählich wurden wir uns fremd.

Und deshalb sind wir nun getrennt.

 

Die Zeit für uns ist nun vorbei

ich seh’ zurück  — ganz ohne Scheu.

Nicht das Schlechte ist geblieben,

im Herzen trage ich das Lieben. 

Wir haben’s gut mit uns gemeint; 

so warst du mir ein guter Freund.

Zusammen gingen wir die Meilen.

So widme ich dir diese Zeilen! 

Glaub-Haft-Gedichte             Glaub-Haft-Gedichte  

Alltagsheld

Alltagsheld

Weißt du, was? Ich bin begeistert! 

Du hast schon so viel erreicht, 

hast dein Leben gut gemeistert.

Dabei war es niemals leicht!

Du hast Menschen Mut gegeben,

Hoffnungszeichen auch gesetzt.

Und du wirst in deinem Leben 

von so vielen sehr geschätzt. 

 

Dabei lagst du tief am Boden, 

hast den Abgrund oft geschaut. 

Doch du hast dich dann erhoben,  

auch wenn dir vor Schwerem graut.

Schmerzhaft spürst du deine Wunden, 

siehst im Aufstehen eine Chance, 

hast dich darin neu erfunden. 

Und nun lebst du die Balance.

 

Du hast dich von dem entfernt, 

was dir schadet, dich beschwert, 

hast zu lieben dich gelernt

und zeigst Menschen ihren Wert. 

Du hast Großes dir bewahrt…

Das spürt jetzt deine kleine Welt –

durch die so einfühlsame Art.

Ich danke dir, du Alltagsheld!

Glaub-Haft-Gedichte      Glaub-Haft-Gedichte 

Irgendwann beginnt im Jetzt

Irgendwann beginnt im Jetzt

Irgendwann 

lebst du endlich deine Träume,

lässt das Gestern Gestern sein, 

öffnest Fenster deiner Räume, 

spürst der Sonne hellen Schein.

 

Irgendwann 

erinnerst du dich an das Schöne, 

das du auch erfahren hast —

an das viele Angenehme, 

was inzwischen schon verblasst.

 

Irgendwann 

siehst du nicht mehr in die Zukunft,

lässt das Morgen Morgen sein.

Du erspürst des Lebens Gunst 

und stellst dich aufs Vertrauen ein.

 

Irgendwann 

lebst du nicht von deiner Ahnung, 

wie alles kommt, was dann wohl wär’, 

lässt das Horten und die Planung,

jagst dem Glück nicht hinterher.

 

Irgendwann 

bist du leid, bloß aufzuschieben,

weil du das Hier und Heute schätzt.

Du willst leben und auch lieben. 

Das Irgendwann beginnt im Jetzt! 

 

Nur im Jetzt kannst du was lenken; 

hört das Warten endlich auf.

Nur im Jetzt kannst du verschenken; 

stehst du für das Gute auf.

Nur im Jetzt kannst du dich regen; 

dich braucht deine kleine Welt.

Nur im Jetzt kannst du sie prägen,

weil dein Licht sie auch erhellt! 

Glaub-Haft-Gedichte        Glaub-Haft-Gedichte 

Auf-Leben

Auf-Leben

Wenn ich heutzutage wüsste, 

wann ich einmal sterben müsste,

dann würde ich bewusster leben,

das, was sinnlos ist, aufgeben…

nicht in dem, was war, verharren

und ständig in die Zukunft starren.

Ich würd das Hier und Jetzt genießen 

und mir jeden Tag versüßen.

 

Ich würde schneller überlegen,

was ist wichtig, was bringt Segen.

würde zu den Liebsten eilen, 

schriebe ihnen letzte Zeilen,

würde lachen, würde singen –

räumte auf mit manchen Dingen,

würd Werte schaffen, ernsthaft lieben,

auf die lange Bank nichts schieben.

 

Dann resümierte ich verdutzt:

So manche Chance ist ungenutzt! 

Soll ich das Sterbedatum kennen,

um das alles erst zu können?

Der Rest des Lebens beginnt nun!

Ich kann dies alles heut schon tun!

Glaub-Haft-Gedichte         Glaub-Haft-Gedichte 

Unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft / Glaub-Haft-Gedichte

Einer leisen, weisen Alten 

 – von kleinem Wuchs, mit großen Falten – 

wuchsen in dem Lauf des Lebens  

graue Haare … ganz vergebens,

obwohl sie Not und Leid bedrückt.

Sie geht ganz langsam … tief gebückt …

den Menschenkindern hier entgegen,

bringt Heil und Licht, Kraft und Segen.

So wird sie hier beliebt geschätzt:

Wenn alles stirbt – sie stirbt zuletzt!

Weil sie erleichtert, nicht beschwert, 

ist ihre Gegenwart begehrt.

Sie gibt Weitblick, wenn wir weinen, 

wenn Wege aussichtslos erscheinen,

 wenn wir die Zuversicht vermissen.

Ach, wie sie heißt, willst du noch wissen?! – 

Hoffnung ist der Eigenname

dieser ehrenwerten Dame.

Glaub-Haft-Gedichte        Glaub-Haft-Gedichte 

Auf Wiedersehen

Auf Wiedersehen

Unsere Herzen sind zerrissen,

und die Trauer riesengroß,

weil wir euch so sehr vermissen.

Denn ihr ruht in Gottes Schoß.

Ach, was würden wir drum geben,

die Uhr nochmal zurückzudrehn,

einen Tag mit euch zu leben,

einen Weg gemeinsam geh’n.

 

Doch – es ist uns zugesagt:

Es gibt für uns ein Wiedersehen.

In Gottes Welt … ganz unverzagt …

werden wir den Plan verstehen

und euch in die Arme schließen,

endlich herzen, glücklich sein.

Keine Träne wird mehr fließen.

Darauf dürfen wir uns freun!

Glaub-Haft-Gedichte                   Glaub-Haft-Gedichte 

Hafen „Mee(h)r der Liebe“

Hafen „Mee(h)r der Liebe"

Du sitzt am letzten Steg

und an der neuen Schwelle;

Du spürst, was dich bewegt … 

den Sturm, die große Welle.

Dein Schiff steht schon zur Abfahrt,

für die Ankunft nun bereit.

Du wirst vom Kapitän bewahrt; 

er schenkt dir sein Geleit.

 

Am Ufer bleib ich wohl allein; 

sag‘ leise: „Schiff ahoi!”

Ich werde lange traurig sein, 

obwohl ich mich auch freu‘, 

dass du nicht mehr am Rudern bist; 

es legt sich jetzt dein Wind, 

weil alles Leid zu Ende ist,

das Neue schon beginnt.

 

Meilenweit bist du nun fort; 

das Schiff weicht aus dem Blick.

Es fährt in Richtung Nord 

Und ich schau nur zurück!

Die Hoffnung bleibt bestehen, 

obwohl ich mich verabschiede.

Es gibt das Wiedersehen 

im Hafen „Mee(h)r der Liebe“.