Herz-Gedichte 

Neues wagen

Neues wagen

Fehler machen,  

daraus lernen, 

wieder lachen — 

herzerwärmend.

Weiter blicken,  

größer denken,  

niederbücken,

Tiefe schenken.

 

Neues wagen,

was riskieren,

nichts vertagen,

sich verlieren 

und auch finden,

Angst besiegen,

Licht entzünden,

Herzen lieben.

 

Neue Träume, 

vorwärts gehen, 

weite Räume

Schönes sehen, 

sich entfalten 

und hingeben, 

nun gestalten, 

sinnvoll leben.

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Was ein Freund schafft

Was ein Freund schafft

Wenn du einen Menschen hast,

der dich meint, der zu dir passt,

in jeder Lage zu dir steht –

egal, wie es dir wirklich geht,

dann bist du reich. Denn das ist Glück.

Du hast vom Himmel schon ein Stück.

 

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Blaue Flecken am Himmel

Blaue Flecken am Himmel

Mein Himmel, 

 

meine blauen Flecken,

muss ich entdecken.

Weil ich nicht verstehe, 

wohin ich jetzt gehe — 

wohin du mich bringst, 

mich doch nicht auffingst.

Durch den freien Fall 

frier’ ich jetzt im Tal, 

das steinig und trist, 

richtig dunkel auch ist.

 

 

Mein Himmel, 

 

jene blauen Flecken 

will ich aufdecken 

und mich ihnen stellen,  

das Dunkel erhellen.

Ich mach’ mir bewusst:

Durch manchen Verlust 

sind Zweifel vorhanden 

und Wunden entstanden.

Hämatome im Herzen

verursachen Schmerzen.

 

 

Mein Himmel, 

 

deine blauen Flecken 

können erstrecken — 

die Wolken an dir. 

Denn du bist bei mir.

Weil ich dir vertrau’, 

seh‘ ich bald dein Blau, 

denn ich spür’ den Trost,

bin den Kummer dann los.

Auch die Sonne klärt auf;  

es geht wieder bergauf!

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Frühlingsherz im Winter

Frühlingsherz im Winter

Das Herz hat sich erkältet 

im Winter jener Zeit.

Es gab so viel, was quälte … 

die große Traurigkeit. 

Nun liegt es matt danieder —

so leer und doch so voll.

Es singt zwar seine Lieder, 

doch leider nur in Moll.

 

Es möchte so gern tanzen 

und nicht im Schnee erfrier’n, 

will neue Hoffnung pflanzen,

den Frühling wieder spür’n.

Da hat es sich entschlossen, 

die Not sich anzuseh’n.

Die Tränen sind geflossen,  

das Schwere konnte geh’n. 

 

Das Herz kann sich nun regen  

und fühlt den eignen Schlag, 

sagt wieder Ja zum Leben 

und wird in sich ganz stark.

In ihm darf alles fließen; 

es muss sich nicht bemühen. 

So können Blumen sprießen, 

in nächster Zeit erblühen.

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Mein Herz steht auf

Mein Herz steht auf

Mein Herz steht auf dem Hügel 

und wird von dem Meer umspült.

Ihm wachsen kleine Flügel, 

weil es nun wieder fühlt.

Es hat die große Trauer, 

die Wut kennengelernt.

Die Sonne hat auf Dauer 

es zärtlich, sanft erwärmt. 

 

Trotz seiner großen Narben

fühlt es sich fast wie neu, 

erstrahlt in hellen Farben 

und fliegt sich langsam frei.

Es wird vom Wind getragen — 

dorthin, wo es gern schlägt, 

wo Herzen fast verzagen … 

mit Liebreiz angeregt!

 

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Selbstwert mit Gefühl

Selbstwert mit Gefühl

Du lässt dich heute treiben … 

im Meer, das dich bewegt.

Du kannst es kaum beschreiben, 

wie dich das Wasser trägt.

Das willst du nur erspüren, 

bewahrst jetzt ruhig Blut.

Es gibt nichts zu verlieren.

Mit dir ist alles gut!

 

Du hast dich abgestrampelt — 

vielleicht dein Leben lang, 

in dir auch viel zertrampelt; 

das war kein schöner Gang.

Du wurdest immer müder,

bewahrtest deinen Schein.

Doch heute bist du klüger; 

es geht nur um dein Sein. 

 

Du hast doch eine Ehre, 

ein Selbstwert mit Gefühl.

Du bist befreit von Schwere, 

willst nicht mehr viel zu viel.

Du bist nicht mehr getrieben — 

im Meer, das Leben heißt 

und kannst dich selber lieben, 

was Frieden dir verheißt!

 

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Verglücklicht

Verglücklicht

Ich kann es kaum glauben: 

Doch du lädst mich ein, 

mir selbst zu erlauben, 

hier glücklich zu sein.

 

Ich hatte mich verurteilt, 

mich selbst abgelehnt.

Die Seele schien verbeult; 

ich hatte mich geschämt —

für alles, was nicht glückte, 

was nicht glorreich war, 

worin ich mich verstrickte …

So machte ich mich rar.

 

Ich sah mich ungern an, 

hab’ wertlos mich gefühlt 

und glaubte irgendwann:

Ich hab’ das Glück verspielt, 

bis du mich sanft berührt,

an mich erinnert hast.

Ich war dann unbeirrt,

warf ab die schwere Last.

 

Du siehst mich im Ganzen —

und nicht defizitär.

Dadurch kann ich tanzen, 

in mir steckt noch mehr.

Ich hab‘ viel zu geben,

schon etwas geschafft.

So prägte mein Leben 

die Liebe und Kraft.

 

Weil ich dir viel bedeute, 

schau ich gnädig zurück.

Ich nehm‘ mir vor: Ab heute 

gönn‘ ich mir das Glück!

 

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Das Perlen-Wunder im Leben

Das Perlen-Wunder im Leben

Ich hörte von der Muschel,

in die ein Sandkorn drang.

Sodann folgte Genuschel:

„Das ist mein Untergang!

Ich will das Ding nicht haben…

Es tut nur weh; es stört!“

So fing sie an zu klagen;

danach war sie empört.

 

Es dauerte sehr lange –

die Muschel fügte sich.

Ihr war zwar angst und bange,

weil dieses Korn nicht wich!

Sie hat es angenommen.

Der kleine Querulant

verwandelt sich vollkommen

zur Perle – ganz brillant.

 

So will ich mich nicht wehren,

nehm’ an, was nun geschieht.

Ich möchte mich bewähren,

umarm’ den Störenfried. 

Die Not in diesem Leben, 

die mich heut niederdrückt,

die wächst heran zum Segen,

zu Schönheit und zu Glück.

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Zeilensteine

Zeilensteine

Das habe ich noch nie erlebt, 

bin im Himmel fast geschwebt,

als wir uns vor Jahren fanden, 

uns auf Anhieb gut verstanden. 

Es war so unheimlich … Magie; 

sie stimmte bei uns: die Chemie. 

Alles haben wir uns anvertraut

und zueinander aufgeschaut.

 

Wir haben gern und oft gelacht 

und viele Pläne auch gemacht, 

bis die schweren Zeiten folgten.

Der Himmel zeigte dunkle Wolken, 

die unsere Herzen frieren ließen.

Die Liebe konnte nicht mehr fließen. 

Allmählich wurden wir uns fremd.

Und deshalb sind wir nun getrennt.

 

Die Zeit für uns ist nun vorbei

ich seh’ zurück  — ganz ohne Scheu.

Nicht das Schlechte ist geblieben,

 im Herzen trage ich das Lieben. 

Wir haben’s gut mit uns gemeint; 

so warst du mir ein guter Freund.

Zusammen gingen wir die Meilen.

So widme ich dir diese Zeilen!

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Im Einklang sein

Im Einklang sein

Wenn es im Leben nicht mehr klingt,

die Seele nur in Moll noch singt,

dein Herz jetzt aus dem Takt gerät,

dann ist es längst noch nicht zu spät,

um nun zu fühlen, was nicht stimmt,

was dir die Luft zum Singen nimmt.

Bei alledem – vergiss es nie:

Du hast die Lebensmelodie,

die in dir niemals mehr verstummt,

in deinem Innern leise summt.

So gib nicht auf, such’ doch und sieh’,

was deine Note dir verlieh, 

die schön und einzigartig ist, 

durch die du was Besondres bist.

Die Seele tanzt dann endlich wieder.

Und du — du singst ganz neue Lieder!

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End-Spannung

End-Spannung

Du bist da, wenn man dich braucht –

spürst, was andere Menschen schlaucht.

Du packst mit an, hörst ihnen zu.

Die Frage bleibt: „Wo bleibst denn du?“

 

Fühlst du dich müde und gestresst,

wird es Zeit, dass du loslässt,

einen Gang herunterfährst 

und auf die innere Stimme hörst,

die dir flüstert, was dir fehlt,

was dein Herz sucht, was dich beseelt.

 

Wie oft vergessen wir so leicht:

Der Nächste wird meist nur erreicht,

wenn wir Prioritäten setzen 

und erst einmal uns selber schätzen!