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Himmel im Herzen

Habe ich dir eigentlich schon erzählt, wie ich zum Himmel im Herzen gekommen bin? Ich glaube, das habe ich bisher versäumt, oder? Aber heute möchte ich es nachholen und Dir kurz berichten, seit wann und warum ich an Jesus Christus glaube. Das kannst du allerdings auch in meiner Biografie „Nicht auf den Kopf gefallen, oder?!“ nachlesen …

Um ehrlich zu sein: Die ersten 20 Jahre meines Lebens habe ich viel mehr die Hölle erlebt als den Himmel. Denn als ich das Licht der Welt erblickte, gingen für fast alle meiner Familienangehörigen die Lichter aus. Sie wollten mich nicht haben. Und das bekam ich jahrelang zu hören und zu spüren. 

Auch in der Schule war ich nicht unbedingt bei meinen Mitschülern beliebt. Ständig wurde ich gehänselt. Und so fühlte ich mich sehr allein — alleingelassen. Dazu kam noch meine schwere Körperbehinderung. Mit 14 Jahren bekam ich meinen ersten Rollstuhl, mit 17 Jahren konnte ich keinen Stift zum Schreiben mehr in der Hand halten, und meine täglichen Schmerzen raubten mir obendrein meine Lebensfreude …

Mein Frühlingsherz erlebte den härtesten Winter seines Lebens, weil es fast zu erfrieren drohte. Ich fühlte mich so erbärmlich und suchte Erbarmen; von klein auf wurde ich unterschätzt, sodass ich mich nach ein wenig Wertschätzung sehnte; ich wuchs unter ungünstigen Umständen auf und fragte mich, wer mir etwas Gunst schenken wollte.

Als ich 21 Jahre alt war, verließ mich mein Freund, den ich sehr liebte. Nun konnte ich nicht mehr; nun wollte ich eigentlich auch nicht mehr. Aber in meiner Verzweiflung nahm ich zum ersten Mal die Bibel zur Hand, die mir jemand längst geschenkt hatte. Ganz unwillkürlich blätterte ich darin herum. Und dann entdeckte ich irgendwann die fett gedruckten Verse aus Philipper 3,13-14: „Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Jene Aussage berührte mein Herz ganz tief. „Kann ich denn vergessen, was hinter mir liegt?“, fragte ich mich noch skeptisch. „Zum Vergessen ist ja alles!“ Ich empfand, dass ich jetzt nichts mehr zu verlieren hatte; ich hatte ja alles verloren! Und so sprach ich mein allererstes Gebet. Es war nicht lang, es war nicht ausgefeilt; es war nicht hoffnungsfroh. Nichts an meiner Lage hatte sich hinterher verändert, doch ich war irgendwie anders. Ich spürte auf einmal Licht und Kraft in mir. Ich hatte den Himmel im Herzen …

Eines Tages schrieb ich aus Dankbarkeit das Gedicht „Ich mach‘ mich auf“:

Tja, das liegt jetzt schon über 30 Jahre zurück! Keinen Tag habe ich bereut, dass ich dem Schöpfer mein Herz geschenkt habe, weil er mich den Himmel auf Erden erleben lässt. Natürlich ist nicht immer alles sonnenklar. Manchmal ziehen auch an meinem Glaubenshimmel dunkle Wolken auf. Aber er sorgt dafür, dass ich immer wieder „die blauen Flecken am Himmel“ sehe. Seine Kraft, seine Hoffnung und sein Licht werden mich begleiten, bis ich eines schönen Tages seine Herzlichkeit augenscheinlich im Himmel sehe!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Als Autorin wohne ich in Rostock und lasse mich hier oft vom Meer inspirieren - und vom Mehr, das "das Leben" mir schenkt! Ich schreibe für mein Leben gern. Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel und Bücher habe ich im Angebot. Doch am liebsten verfasse ich Gedichte!