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Mein Gott

Mein Gott!

 

Wenn Schicksalsschläge oder Rückschläge mich erreichen,

wenn Hiobsbotschaften bei mir eintreffen, 

 

dann frage ich meistens: „Warum?

Warum hast du das zugelassen? 

Warum hast du das nicht verhindert?

 

Bist du überhaupt allmächtig? 

 

Willst du nicht eingreifen? 

Oder — kannst du es nicht?

 

Wo warst du, als das Unheil geschah? 

Wo bist du, wenn ich traurig und enttäuscht bin? 

 

Hast du nicht versprochen, mich niemals zu verlassen? 

 

Hast du mir je eine Antwort auf mein Warum gegeben?“

 

Nein!!!

 

Ich verstehe dich nicht!

 

Selbst Menschen, mit denen du eng zusammen warst, 

konnten deine Art nicht begreifen?

 

Wie ernüchtert waren — zum Beispiel — deine Jünger,
als du ohne Widerstand ans Kreuz gingst.

Wie verzweifelt war Maria, als sie dich sterben sah.

Wie ermattet waren die Emmaus-Brüder, 

als sie nach deinem Tod zurück in ihre Heimatstadt liefen — 

hoffnungslos und ohne jedwede Perspektive.

 

Wie viele unserer Pläne hast du bereits durchkreuzt?

 

Aber:

Deine Gedanken sind auch nicht unsere Gedanken, 

und deine Wege sind auch nicht unsere Wege!

 

Du siehst tiefer — höher — weiter!

 

Du wolltest nicht nur unsere vordergründigen Nöte beseitigen,  

sondern unser Grundproblem!

Denn zwischen dir und uns gibt es einen Graben, 

den du durch dein Sterben und Auferstehen begraben hast!

 

Dafür hast du alles hingegeben! 

Dafür hast du alles aufgegeben! 

 

Dafür bist du der heruntergekommene Gott geworden, 

der vollkommen Mensch geworden ist.

 

Du warst kein Wunschkind!

Du wurdest unehelich geboren!

Du wurdest ein Flüchtling!

Du lebtest obdachlos auf dieser Erde!

Du wurdest von deinem Volk missverstanden, ausgegrenzt, angefeindet.

Du wurdest von deinen engsten Freunden verlassen, verraten und verkauft. 

Du wurdest unschuldig verhaftet, geschlagen, misshandelt.

Du wurdest langsam qualvoll getötet und im Sterben noch verhöhnt.

 

Du hast das alles in Kauf genommen 

und für meine Schuld bezahlt!

 

Warum?!

 

Die Liebe trieb dich zu mir!

Du hast eine Brücke zwischen Himmel und Erde gebaut! 

Du wolltest auf ewig bei mir sein,

um mich zu trösten, 

um mich zu ermutigen, 

um mich aufzurichten, 

um dich mit mir zu solidarisieren!

 

Nun darf ich mich vertrauensvoll an dich wenden. 

Nun kommst du mir so nahe.

Nun kannst du mich verstehen. 

 

Ich bin niemals allein!

 

Danke, dass du einen anderen Weg gewählt hast, 

als ich es mir vorgestellt habe:

 

Ich habe mir so oft den Himmel auf Erden gewünscht, 

doch du schenkst mir ein Zuhause bei dir — 

auf Erden und im Himmel!

 

Danke, mein Gott!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Als Autorin wohne ich in Rostock und lasse mich hier oft vom Meer inspirieren - und vom Mehr, das "das Leben" mir schenkt! Ich schreibe für mein Leben gern. Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel und Bücher habe ich im Angebot. Doch am liebsten verfasse ich Gedichte!