Mutmach-Gedichte 

Gefragt, gewagt

Gefragt, gewagt / Mutmach-Gedichte

Der Schicksalsschlag – er haut mich um.

Ich bin verzweifelt, frag: „Warum?

Wieso, mein Gott, lässt du das zu,

obwohl ich täglich so viel tu‘,

um Lob und Freude dir zu bringen

und manche Riesen zu bezwingen?“

 

Die Antwort kommt nicht an das Licht,

doch ich hör‘ Gott, der in mir spricht:

„Mein Kind, du bist mir treu ergeben.

Trotzdem kommt es vor – im Leben,

dass du durch dunkle Täler gehst,

auch wenn du das noch nicht verstehst.

In dieser Welt ist nichts perfekt.

Hat dich das so noch nicht erschreckt?

 

Solange du hier atmen kannst,

erlebst du Kummer, Schmerz und Angst.

Doch – darin bist du nicht allein;

ich werde immer bei dir sein.

Ich stärke dich  –  in jedem Fall

und bin bei dir … auch in dem Tal;

Dann wische ich die Tränen fort

und führe dich  –  du hast mein Wort  – 

aus diesem Tal auch wieder raus,

begleite dich ins Vaterhaus!

Mutmach-Gedichte                  Mutmach-Gedichte 

Im Einklang sein

Im Einklang sein / Mutmach-Gedichte

Wenn es im Leben nicht mehr klingt,

die Seele nur in Moll noch singt,

dein Herz jetzt aus dem Takt gerät,

dann ist es längst noch nicht zu spät,

um nun zu fühlen, was nicht stimmt,

was dir die Luft zum Singen nimmt.

Bei alledem – vergiss es nie:

Du hast die Lebensmelodie,

die in dir niemals mehr verstummt,

in deinem Innern leise summt.

So gib nicht auf, such‘ doch und sieh‘,

was deine Note dir verlieh, 

die schön und einzigartig ist, 

durch die du was Besondres bist.

Die Seele tanzt dann endlich wieder.

Und du — du singst ganz neue Lieder!

Glaub-Haft-Gedichte           Glaub-Haft-Gedichte 

Das Märchen vom ungleichen Pärchen

Das Märchen vom ungleichen Pärchen

Es gibt da das Märchen 

vom ungleichen Pärchen.

Da geht‘s um Gestalten, 

die sich unterhalten … 

Die Junge merkt gleich,

die Greisin ist bleich

 und still noch dazu.  

Sie fragt: „Wer bist du?“

 

„Ich heiße ‚Traurigkeit‘.

Es ist längst soweit: 

Ich werde verkannt 

und auch verbannt. 

Dabei gehe ich erst,

erfühlt man den Schmerz. 

Ich kleide mich weit!“,

sagt die Traurigkeit. 

 

Die Junge hört hin.

Für sie macht das Sinn.

Sie pflichtet ihr bei:

„Du machst wirklich frei, 

um sich zu erkennen, 

sich nicht zu verrennen.

Denn sich zu erspüren, 

öffnet neue Türen!“

 

Die beiden Damen 

tun sich zusammen.

Sie geh‘n in die Welt,

wo so manches uns quält,

kommen in unser Leid:

die gute „Traurigkeit“

und die liebe Tante

die „Hoffnung“ sich nannte. 

Mutmach-Gedichte       Mutmach-Gedichte 

Traue(r)n

Traue(r)n / Mutmach-Gedichte

Die Hiobsbotschaft, die dich traf –

bringt dich nachts um deinen Schlaf.

Du bist allein und hoffnungslos.

Die Traurigkeit ist riesengroß.

Du weißt nicht, wie es weitergeht:

was dich noch hält, wer zu dir steht

und ob du nicht für immer wankst,

du jemals wieder lachen kannst…

 

Doch — Einer lässt dich nie allein,

will in den Nächten bei dir sein.

Er will dich trösten und begleiten, 

erleidet mit dir wüste Zeiten.

Er gibt dir täglich neue Kraft,

die Durchhaltevermögen schafft.

Er hält Angst aus und den Zorn

und richtet deinen Blick nach vorn.

 

Denn irgendwann bringt er die Wende.

Jedes Unglück nimmt ein Ende,

weil er Neues schaffen wird, 

in Liebe dich ganz sanft berührt, 

sodass die Nöte restlos schwinden.

Dann wirst du neue Freude finden. 

Du bist gescheiter als zuvor, 

gehst aus dem Leid gestärkt hervor!

Mutmach-Gedichte           Mutmach-Gedichte 

Gescheiter(t)

Gescheiter(t) / Mutmach-Gedichte

Schau’ nicht nur auf dein Versagen,

das Scheitern und die Niederlagen,

auf die Schrammen und die Kratzer,

auf die Schuld und auf die Patzer.

Denn ich seh’ mehr in dir, mein Kind,

weil in dir meine Schätze sind

und weil ich selber in dir lebe,

die Ewigkeit ins Herz dir gebe,

dein Licht und deine Kraft auch bin.

Dein heiler Kern – von Anbeginn –

wird nicht zerstört, geht nicht kaputt.

Mein Gütesiegel gilt: „Sehr gut“!

Du hast Würde, Wert und Kraft,

Erlösung, Freiheit, Leidenschaft.

Nichts und niemand kann das nehmen.

Das, was war, muss dich nicht lähmen.

So hör‘ in dich und sieh auf mich.

Die Dunkelheit wird wieder licht,

wenn du hinfort ganz anders denkst

und dich nicht länger selbst beschränkst.

Grabe diesen Schatz neu aus

und dann geh‘ hin und mach‘ was draus!

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte

(K)risen-Stark

(K)risen-Stark

Ich dachte: Nun ist es zu spät, 

als meine Welt zusammenbrach, 

hab’ nicht gewusst, wie’s weitergeht.

Mein Herz war traurig, mächtig schwach. 

Es lag lange unter Trümmern. 

Und es rang so sehr nach Luft.

Dann kamst du; hast dich gekümmert 

und es roch nach Hoffnungsduft.

 

Du hast den Schutt dann abgetragen 

und den Schmutz vom Herz entfernt. 

Demzufolge kann ich sagen, 

ich hab’ so viel von dir gelernt: 

Denn meine Welt geht niemals unter, 

weil du sie in Händen hältst.

Und manche Krise macht sie bunter, 

weil du die Finsternis erhellst.

 

Denn der Tod gehört zum Leben, 

und das Fallen zu dem Gehen.   

Auf die Schuld folgt das Vergeben 

und das Fragen kommt vorm Verstehen. 

Du hast meine Welt gerettet

und die Seele auch geheilt.

Du bist der, der mich nicht kettet

und bei mir ganz still verweilt.

Mutmach-Gedichte        Mutmach-Gedichte 

Anb(i)eten

Anb(i)eten

Ich bin die Wahrheit.

Du kannst mich nicht verbiegen –

doch du darfst dich selbst belügen.

 

Ich bin der Lebensweg.

Ich will dich gern begleiten –

doch du musst ihn nicht beschreiten.

 

Ich bin das Licht der Welt.

Ich kann dein Herz erhellen –

doch du darfst das Dunkel wählen.

 

Ich halte dir das Ganze hin…

Vergebung, Rettung, Ewigkeit –

biete Liebe, Halt und Sinn,

ein Leben voller Kraft, Geleit.

Du darfst freiwillig entscheiden:

Nimm du die Geschenke an

oder wirst du dich beschneiden?

Gib’s für uns den Neuanfang? 

 

Dabei will ich noch erwähnen,

wie ich dich brauche, um dich warb.

So riesengroß ist nun mein Sehnen,

dass ich aus Liebe für dich starb!

Mutmach-Gedichte      Mutmach-Gedichte 

Neues wagen

Neues wagen / Mutmach-Gedichte

Fehler machen,  

daraus lernen, 

wieder lachen — 

herzerwärmend.

Weiter blicken,  

größer denken,  

niederbücken,

Tiefe schenken.

 

Neues wagen,

was riskieren,

nichts vertagen,

sich verlieren 

und auch finden,

Angst besiegen,

Licht entzünden,

Herzen lieben.

 

Neue Träume, 

vorwärts gehen, 

weite Räume

Schönes sehen, 

sich entfalten 

und hingeben, 

nun gestalten, 

sinnvoll leben.

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte  

Lebensbuch

Lebensbuch / Mutmach-Gedichte

Dieses Buch mit ein paar Seiten 

hast du schon ganz oft gelesen, 

kannst den Inhalt für dich deuten, 

weißt um Titel und die Thesen.  

 

Doch du bist nicht weit gekommen,  

nach einem Punkt war immer Schluss, 

sahst die Sätze nur verschwommen, 

hieltst, was folgt, nur noch für Stuss.

 

Und nun liegt es in der Ecke — 

ganz vergilbt und auch verstaubt.

Auf dem Umschlag wenig Flecken, 

hast dir’s Blättern nie erlaubt. 

 

Dieses Buch — das ist dein Leben; 

du hast den Stift in deiner Hand.

Er ist von oben dir gegeben. 

Und darum schreib’ den Sammelband. 

 

Mach’ daraus eine Geschichte 

und setz’ die neue Überschrift. 

Tag und Nacht bieten Gedichte; 

alles, was dein Sein betrifft. 

 

Wage dich an die Kapitel, 

die du längst schon buchstabiert.

Gib’ dem Leben einen Titel, 

der dem Buch dann würdig wird!

Mutmach-Gedichte          Mutmach-Gedichte 

(Aus-)Flug

(Aus-)Flug / Mutmach-Gedichte

Bist du einmal hingefallen,

bleibe nicht am Boden liegen.

Höre auf, dich festzukrallen.

Du kannst trotzdem wieder fliegen.

 

Stehe auf, suche den Hügel, 

sieh nach oben, laufe los!

Spanne endlich deine Flügel –

schwebe… Das ist grandios!

 

Denn dazu bist du berufen –

egal, was dir bisher geschah,

wie dich andere einstufen…

Ich bin auf ewig für dich da.

 

Erschrecke nicht vor einem Fall. 

Niemals lass’ ich dich allein.

Ich halt’ dich immer, überall.

Denn ich will dein Fallschirm sein.

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte 

Umgedreht

Umgedreht

Es gibt so manchen Grund zum Fallen

und am Boden aufzuprallen –

was lahmlegt, die Bewegung raubt,

sodass der Glaube auch verstaubt. 

 

Lande ich mal auf dem Bauch,

mache ich es mir zum Brauch,

mich umzudrehen – auf den Rücken.

So kann ich in den Himmel blicken,

mich getrost geschlagen geben,

wieder aufstehen und erleben,

wie Einer mir die Hände reicht

und nicht von meiner Seite weicht,

mir neue Perspektiven gibt,

weil er bedingungslos mich liebt!

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte 

Von Wegen ...

Von Wegen

Ich will dir danken für den Sinn,

den du, Herr, meinem Leben gibst,

auch wenn ich nicht imstande bin,

stets zu verstehen, wie du mich liebst.

 

Nicht selten sitze ich im Tal.

„Was soll ich hier?“, frag’ ich ganz schon.

„Ich bin so müde, leide Qual.

Sitzt du denn wirklich auf dem Thron?“

 

Im Nachhinein wird mir bewusst,

der Weg hat mir doch gut getan.

Du weißt genau, was du da tust,

verwirklichst deinen großen Plan.

 

Mein Ende, Herr, ist dein Beginn

und meiner Schwachheit – deine Kraft.

Aus Fehlern ziehe ich Gewinn,

weil deine Liebe Hoffnung schafft.

 

Wie bin ich doch in dir bewahrt.

Du führst mich sicher an der Hand.

Ich kenne nur die Gegenwart;

dir ist die Ewigkeit bekannt.

Mutmach-Gedichte                   Mutmach-Gedichte 

Weil ich dir stets vertrauen kann

Weil ich dir stets vertrauen kann / Mutmach-Gedichte

Weil ich dir stets vertrauen kann, 

lehn’ ich mich arglos bei dir an.

Ich will getrost die Augen schließen,

die Gegenwart mit dir genießen.

Du gibst dem Herzen ein Zuhaus’,

nutzt mich – als Papa – niemals aus.

Und darum lasse ich jetzt zu, 

dass ich auftanke, gar nichts tu’.

 

Doch bin ich dann erholt, gelöst, 

nachdem ich länger eingedöst, 

darf ich in deinem Arm erwachen 

und meine Augen weit aufmachen, 

nehm’ – was ermüdet – in den Blick, 

betrachte, was mich nicht erquickt.  

Ich lass’ es zu und lass’ es los.

Und plötzlich wird die Freude groß.

 

Die Dunkelheit hast du belichtet 

und mich ganz zärtlich aufgerichtet, 

sodass ich wieder aufrecht stehe 

und mutig meinen Weg nun gehe, 

um mich dem Nächsten zuzuwenden 

und ihm dann Trost und Kraft zu spenden. 

Ich mach’ mich selber zum Präsent, 

weil in mir deine Liebe brennt!

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte 

Auf halber Strecke (liegen)bleiben

Nicht auf der Strecke (liegen)bleiben

Auf halber Strecke aufzugeben,

das ist gar nicht mein Bestreben:

Nach dem „Bergab“ gibt’s das „Bergauf“.

So ist in dieser Welt der Lauf.

 

Doch manchmal sitz ich kurzerhand

ganz abgekämpft am Wegesrand:

Ich schau nach vorn und stöhne nur:

„Es ist noch eine schwere Tour,

bis ich am großen Ziel ankomme…

Ich sehe es nur recht verschwommen!“

Doch irgendwann fällt auch der Blick

auf meinen Lebensweg zurück.

„Ich hab ja schon so viel geschafft…“

Und diese Sicht gibt neue Kraft.

So kann ich hoffnungsvoll aufstehen,

auf meinem Pfad auch weitergehen.

Vielleicht bleib ich ja länger fit –

marschiere ich stets Schritt für Schritt

mit – hin und wieder – einer Pause;

es wartet auf mich: das Zuhause!

Mumach-Gedichte         Mutmach-Gedichte 

G(l)anz-Stücke

G(l)anz-Stücke

Zeig‘ mir nicht nur deine Stärke;

bringe mir auch deine Fehler.

Weise nicht nur auf die Berge;

ich begleite dich durch Täler.

 

Gern bin ich mit dir verbunden

und schenke deinen Scherben Glanz.

Mit allem Können und den Wunden

sehe ich dich jetzt schon ganz!

Mutmach-Gedichte        Mutmach-Gedichte 

Angefragt

Angefragt / Mutmach-Gedichte

Du trittst in mein Leben —

und das keineswegs leis‘.

Du willst mir viel geben; 

gibst Erkenntnisse preis.

 

Und du redest von dem, 

was ich brauche, was fehlt, 

siehst ein großes Problem, 

das mich anscheinend quält. 

 

Du sprichst unaufhaltsam; 

und ich durchleuchte mich.

Dann frag’ ich mich achtsam:

„Meinst du womöglich dich?“

Mutmach-Gedichte       Mutmach-Gedichte 

Über-Wunden

Über-Wunden

Es fällt mir schwer, mich abzufinden

und das, was war, zu überwinden.

Noch immer bin ich tief entsetzt.

Du hast mich viel zu sehr verletzt. 

Die ganze Ungerechtigkeit 

wirkt sich nun aus im Lauf der Zeit.

 

Doch bringt er nichts: Mein Zorn auf dich.

Am Ende fesselt er nur mich.

Ich lass’ dich los und geh‘ allein,

um endlich wieder frei zu sein.

Das ist der rechte Weg zum Leben:

Dem Schicksal bin ich nicht ergeben.

 

Ich stehe doch auf beiden Beinen,

muss meine Not nicht mehr beweinen.

Von nun an wende ich den Blick;

ich seh’ nach vorn und nicht zurück.

Ich habe meine Chance erkannt 

und nehm’  mein Leben in die Hand. 

 

Nicht du und auch nicht diese Sorgen

bestimmen heut das Glück von morgen. 

Ich werde vor dir nicht mehr kriechen,

kann Hoffnungsduft inzwischen riechen,

weil ich mich nicht als Opfer seh’ 

und aufrecht, wieder zu mir steh’.

Mutmach-Gedichte       Mutmach-Gedichte 

Manche Leute tun nicht gut

Manche Leute tun nicht gut

Manche Leute tun nicht gut:

Sie rauben Kraft und jeden Mut.

Wie sie wollen, soll ich springen,

und dabei wird mir nie gelingen,

die Erwartung zu erfüllen —

ihre Sehnsucht ganz zu stillen.

Stetig plagt mich das Gewissen,

noch mehr für sie tun zu müssen.

Denn das reden sie mir ein:

Ich muss für sie verfügbar sein. 

 

Selbstverständlich will ich lieben 

und mich auch in Demut üben.

Doch hab’ ich alles ausprobiert 

und die Herzen nicht berührt,

mache ich mich mächtig gerade, 

begebe mich auf neue Pfade.

Ich ziehe fortan Konsequenzen‚

setz‘ dem Gegenüber Grenzen 

und merke, wie ich Kraft gewinne, 

weil ich mich auf mich besinne.

Mutmach-Gedichte          Mutmach-Gedichte 

Zeilensteine

Zeilensteine

Das habe ich noch nie erlebt, 

bin im Himmel fast geschwebt,

als wir uns vor Jahren fanden, 

uns auf Anhieb gut verstanden. 

Es war so unheimlich … Magie; 

sie stimmte bei uns: die Chemie. 

Alles haben wir uns anvertraut

und zueinander aufgeschaut.

 

Wir haben gern und oft gelacht 

und viele Pläne auch gemacht, 

bis die schweren Zeiten folgten.

Der Himmel zeigte dunkle Wolken, 

die unsere Herzen frieren ließen.

Die Liebe konnte nicht mehr fließen. 

Allmählich wurden wir uns fremd.

Und deshalb sind wir nun getrennt.

 

Die Zeit für uns ist nun vorbei

ich seh’ zurück  — ganz ohne Scheu.

Nicht das Schlechte ist geblieben,

im Herzen trage ich das Lieben. 

Wir haben’s gut mit uns gemeint; 

so warst du mir ein guter Freund.

Zusammen gingen wir die Meilen.

So widme ich dir diese Zeilen! 

Mutmach-Gedichte             Mutmach-Gedichte  

Alltagsheld

Alltagsheld

Weißt du, was? Ich bin begeistert! 

Du hast schon so viel erreicht, 

hast dein Leben gut gemeistert.

Dabei war es niemals leicht!

Du hast Menschen Mut gegeben,

Hoffnungszeichen auch gesetzt.

Und du wirst in deinem Leben 

von so vielen sehr geschätzt. 

 

Dabei lagst du tief am Boden, 

hast den Abgrund oft geschaut. 

Doch du hast dich dann erhoben,  

auch wenn dir vor Schwerem graut.

Schmerzhaft spürst du deine Wunden, 

siehst im Aufstehen eine Chance, 

hast dich darin neu erfunden. 

Und nun lebst du die Balance.

 

Du hast dich von dem entfernt, 

was dir schadet, dich beschwert, 

hast zu lieben dich gelernt

und zeigst Menschen ihren Wert. 

Du hast Großes dir bewahrt…

Das spürt jetzt deine kleine Welt –

durch die so einfühlsame Art.

Ich danke dir, du Alltagsheld!

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte 

Unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft / Glaub-Haft-Gedichte

Einer leisen, weisen Alten 

 – von kleinem Wuchs, mit großen Falten – 

wuchsen in dem Lauf des Lebens  

graue Haare … ganz vergebens,

obwohl sie Not und Leid bedrückt.

Sie geht ganz langsam … tief gebückt …

den Menschenkindern hier entgegen,

bringt Heil und Licht, Kraft und Segen.

So wird sie hier beliebt geschätzt:

Wenn alles stirbt – sie stirbt zuletzt!

Weil sie erleichtert, nicht beschwert, 

ist ihre Gegenwart begehrt.

Sie gibt Weitblick, wenn wir weinen, 

wenn Wege aussichtslos erscheinen,

 wenn wir die Zuversicht vermissen.

Ach, wie sie heißt, willst du noch wissen?! – 

Hoffnung ist der Eigenname

dieser ehrenwerten Dame.

Mutmach-Gedichte        Mutmach-Gedichte 

Auf Wiedersehen

Auf Wiedersehen

Unsere Herzen sind zerrissen,

und die Trauer riesengroß,

weil wir euch so sehr vermissen.

Denn ihr ruht in Gottes Schoß.

Ach, was würden wir drum geben,

die Uhr nochmal zurückzudrehn,

einen Tag mit euch zu leben,

einen Weg gemeinsam geh’n.

 

Doch – es ist uns zugesagt:

Es gibt für uns ein Wiedersehen.

In Gottes Welt … ganz unverzagt …

werden wir den Plan verstehen

und euch in die Arme schließen,

endlich herzen, glücklich sein.

Keine Träne wird mehr fließen.

Darauf dürfen wir uns freun!

Mutmach-Gedichte         Mutmach-Gedichte 

Hafen „Mee(h)r der Liebe“

Hafen „Mee(h)r der Liebe"

Du sitzt am letzten Steg

und an der neuen Schwelle;

Du spürst, was dich bewegt … 

den Sturm, die große Welle.

Dein Schiff steht schon zur Abfahrt,

für die Ankunft nun bereit.

Du wirst vom Kapitän bewahrt; 

er schenkt dir sein Geleit.

 

Am Ufer bleib ich wohl allein; 

sag‘ leise: „Schiff ahoi!”

Ich werde lange traurig sein, 

obwohl ich mich auch freu‘, 

dass du nicht mehr am Rudern bist; 

es legt sich jetzt dein Wind, 

weil alles Leid zu Ende ist,

das Neue schon beginnt.

 

Meilenweit bist du nun fort; 

das Schiff weicht aus dem Blick.

Es fährt in Richtung Nord 

Und ich schau nur zurück!

Die Hoffnung bleibt bestehen, 

obwohl ich mich verabschiede.

Es gibt das Wiedersehen 

im Hafen „Mee(h)r der Liebe“.