Nebel
Den Weg noch nicht sehen
Loslassen
Loslassen
Es geht weiter, auch wenn du es noch nicht siehst.
Nebel
Gott gibt me(e)hr
Du schickst mich auf das weite Meer,
wo nur Zweifel an mir nagen,
weil ich spür’, dass ringsumher
meine Füße kaum noch tragen.
Ich bin von Wellen hier umgeben.
Auch der Wind bläst ins Gesicht.
Ich fürchte mächtig um mein Leben,
und es sinkt die Zuversicht.
Doch auf dem weiten, großen Meer
kann ich mich auf dich verlassen.
Da bist auch du, mein treuer Herr.
Ich will deine Hand erfassen,
die mich hält und weiterbringt.
Im Glauben darf ich auf dich sehen,
weil das Wagnis auch gelingt:
Ich kann — mit dir — auf Wellen gehen.
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Mein lieber Vater,
ich bin auf dem Weg, den du mich gebeten hast zu gehen. Alles erscheint mir so ungewiss. Ich zweifle, ob es wirklich deine Stimme gewesen ist, die ich in meinem Herzen vernommen habe und der ich jetzt folge. Und — ich weiß nicht, was auf mich zukommen wird! Deshalb habe ich große Angst, dass ich auf der Strecke bleiben könnte. Bist du da?
Mein liebes Kind,
sei dir gewiss: Ich bin mit dir; ich bin bei dir. Auch wenn du mich nicht sehen kannst und nur den steilen Pfad vor Augen hast, werde ich dich niemals verlassen. Ich gehe neben dir her!
Sei dir gewiss: Wenn du unterwegs ins Wanken kommst, werde ich dich auffangen. Musst du gegen den Sturm ankämpfen, gebe ich dir Rückenwind. Und wenn der Regen auf dich niederprasselt, werde ich dein Schirm sein.
Sei dir gewiss: Ich überfordere dich nicht. Und deshalb bitte ich dich, nur einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Achte anstatt auf die Gefahren lieber auf die kleinen Wunder, die ich dir sende: die Blumen auf den Wiesen, die Vögel in der Luft und die vielen Bäume, unter denen du Schatten und Zuflucht findest. Dort kannst du dich eine Weile ausruhen.
Was wäre ich für ein Vater, wenn ich dich vor Herausforderungen stellen würde, die du gar nicht erfüllen könntest? Ich habe dich losgeschickt, damit du eigene Schritte gehst und so stärker und mutiger wirst. Der Weg hat das Ziel, dass deine Seele frei und gesünder wird. Mein Kind, du wirst von mir geleitet und begleitet, sodass du nicht nur bei dir, sondern auch bei mir ankommst!
Nebel
Werte(n)
Die Welt ist nicht, wie du sie siehst;
sie ist für dich ein Spiegel.
Wenn du das keineswegs vergisst,
dann öffnet das den Riegel —
zu deinem Herz, der Innenwelt.
Du darfst durch sie erspüren,
was dich bewegt, was dir noch fehlt.
So kannst du reflektieren!
Die Welt ist einfach, wie sie ist:
Zustände und Personen.
Wenn du nicht am Bewerten bist,
wirst du dich selbst belohnen —
mit viel Gelassenheit und Mumm.
Du lernst, nun auszuharren.
Ob Dummes gut ist, Gutes dumm,
das wirst du einst erfahren!
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Nebel
Freudentränen
Willst du Gott zum Lachen bringen,
dann erzähl’ ihm deine Pläne,
denn du kannst ja nichts erzwingen
und auch nicht vorwegnehmen,
was er schon längst für dich erdacht —
in Weisheit und in Liebe.
Schließlich hat er dich gemacht,
dein Leben aufgeschrieben …
Du darfst Träume, Wünsche haben
und davon viel erstreben.
Sie werden deine Seele laben;
Gott hat sie dir gegeben.
Und stimmen sie auch überein
mit seinen großen Plänen,
dann webt er sie ins Leben ein;
ihr lacht dann Freudentränen!
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Nebel
Rollenwechsel
Du spielst deine kleine Rollen,
willst halt auf der Bühne stehen.
Schöpfst du wirklich aus dem Vollen?
Wie soll es denn weitergehen?
Lass doch diese Maskerade,
zeig dich mir ganz ungeschminkt.
Dir gilt längst schon meine Gnade,
die nur Liebe mit sich bringt.
Sei nicht länger Hauptdarsteller;
ich bin gern dein Intendant.
Dein Leben wird viel essenzieller.
Leg das Stück in meine Hand.
So wirst du mir applaudieren:
Ich erkämpfte dir das Recht.
Du wirst nichts mehr inszenieren.
Als du selbst bist du dann echt.
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Lieber Gott!
Hin und wieder sehe ich meine kleine Welt „wie im Nebel“, nicht nur im November oder Januar, sondern in meinem ganz persönlichen Alltag — Tag für Tag … auch im April oder August. Ich weiß nicht mehr, wo es langgeht; ich sehe meinen Weg einfach nicht. Ich erkenne kaum die Hand vor meinen Augen. Es ist eben mehr, als keinen blauen Dunst zu haben!
Im gewissen Sinne fühle ich mich „geistig umnachtet“! Mein Verstand ist „wie vernebelt“ – und mein Herz im gewissen Sinne auch!
Doch du sagst: „Komm’! Traue dich! Setze dich in Bewegung!“
Auf dein Wort hin gehe ich dann los. Ganz ängstlich und wankelmütig mache ich den ersten Schritt, weil ich zu glauben hoffe, dass du mich führst, lenkst und leitest … dass du mich womöglich sogar begleitest. Vielleicht ist es ja ein guter Weg …
Aus dem blinden Vertrauen heraus erkenne ich dann den nächsten Schritt — nur einen Schritt. Es ist ein Wagnis in diesem Augenblick, im Jetzt.
Ich bin immer noch recht unsicher, tappe mich ein Stück im Dunkeln voran. Doch mir wird klar: Je mehr Schritte ich wage, desto mehr erkenne ich den Weg — meinen Weg, den du für mich schon längst gebahnt hast.
Ja, und eines schönen Tages bricht sich das Licht, die Sonne Bahn. Dann wird mir – besonnen – sonnenklar, dass es eine gute Strecke ist, die du mich zu beschreiten gelehrt hast. Und wenn ich eines schönen Tages zurücksehe, werde ich merken, wie mir „Gutes und Barmherzigkeit“ gefolgt sind – und das sogar „mein Leben lang“. (nach Psalm 23,6)
Wie „benebelt“ ich doch war…?! Denn am Ende weiß natürlich auch: Du hast mich behütet! Ja, du wirst mich niemals verlassen! Du warst stets an meiner Seite — auf dem Weg zu dir und mir.
Dafür danke ich dir, mein Gott!
AMEN
Auch im Nebel führt Gott weiter - Schritt für Schritt.
Loslassen
Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.