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Schlussendlich hoffnungsvoll

Schlussendlich hoffnungsvoll ist eine Begebenheit aus den zurückliegenden Wochen, die ich dir heute erzählen möchte … Aber zurück zum Anfang — zum Anfang, als ich vor ungefähr zwei Jahren diese Rubrik „Mutentbrannt“ auf meiner Homepage ins Leben gerufen habe, um Funken der Hoffnung zu versprühen. Damals machte ich keinen Hehl daraus, dass ich — während der Pandemie — ziemlich früh an Corona erkrankte. Den Verlauf der Infektion erlebte ich recht mild … wie eine kurze Erkältung, die nach einer Woche überstanden war. Aber hinterher wartete ein langer, beschwerlicher Leidensweg auf mich, den ich Schritt für Schritt beschreiten musste. Mein Herz war — im wahrsten Sinne des Wortes — aus dem Takt geraten. Es schlug fortan in seinem eigenen Rhythmus. Und mein Blutdruck war so enorm hoch, dass meine Hausärztin meinte: „Sie können zu jeder Zeit einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden!“ Außerdem ging sie davon aus, dass die Beschwerden auf meine täglichen Schmerzen zurückzuführen waren. Und so unterzog ich mich widerwillig einer Schmerztherapie, die zu nichts führte.

Das Damoklesschwert, das nun über mir hing, berührte meine Seele so sehr, dass sich in mir alles zuschnürte. „Reicht denn meine körperliche Behinderung nicht schon?“, stöhnte ich innerlich. „Was soll aus mir werden, wenn die Prophezeiung eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes wirklich eintritt?“ 

Ich verbannte alle Aktivitäten, die mit Aufregungen zu tun hatten, aus meinen Leben. Jetzt wollte, jetzt musste ich mich schonen. Da ich eigentlich immer „Hummeln unter dem Hintern“ und eine Menge „Flausen im Kopf“ hatte, fiel mir das anfangs schwer. Wie sehr hatte ich mich bis dahin über mein Tun definiert? Es schmerzte mich lange, „einfach“ nur herumzusitzen und zuzuschauen, wie mein Umfeld aktiv weiterlebte. 

Am Nachmittag des 21. Juni 2022 saß ich auf meinem Balkon. Ich schickte ein kurzes Gebet zum Himmel, in dem ich Gott klagte, wie still sich mein Dasein nun anfühlte. Trotzdem blieb ich schlussendlich hoffnungsvoll. 

Am darauffolgenden Tag kam mich mein Pastor besuchen. Als ich die Tür öffnete, wusste ich noch nicht, dass er nicht nur gute Gedanken und Wünsche mitbrachte, sondern auch die kleinen Corona-Viren, die er folglich nicht nur vielen anderen Gemeindemitgliedern übertrug, sondern auch mir. 

Dann brach die Krankheit erneut bei mir aus. Und diesmal litt ich heftig — zwei Wochen lang. Während ich im Bett lag und mit starker Atemnot und anderen Symptomen kämpfte, hätte ich vor Wut fast in mein Kopfkissen beißen können. „Was mutest du mir denn noch zu, Gott?“, schimpfte ich leise. „Was soll das hier?“

Ich bekam keine Antwort. Doch — während ich mich nun ganz allmählich erhole, merke ich, wie die Schwere auf meiner Brust weicht. Mein Blutdruck normalisiert sich von Tag zu Tag, und der Herzschlag ist wieder ruhig und regelmäßig. Meine Ärztin findet dafür keine ausreichende Erklärung. Für mich ist es jedoch ganz klar: Mein himmlischer Vater hat mein Gebet erhört; er hat mich geheilt und verhilft mir zu einer neuen Lebensqualität! Was ist das doch für ein Geschenk! 

Und — überdies ist noch mehr geschehen: In den letzten 17 Monaten habe ich erfühlt, dass es meinem himmlischen Vater niemals um mein Tun geht. Seine bedingungslose Liebe und Annahme würdigt mein Sein. Und dieses Da-Sein verleiht mir meinen Wert — tiefen Frieden, dankbare Liebe und große Kraft. Aus diesem Potential möchte ich künftig nur noch handeln. 

Was seinerzeit so entmutigend begonnen hat, wird doch noch schlussendlich hoffnungsvoll. Jetzt bin ich schon aufgeregt, wie Gott weiterhin Geschichte mit mir schreibt …

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Als Autorin wohne ich in Rostock und lasse mich hier oft vom Meer inspirieren - und vom Mehr, das "das Leben" mir schenkt! Ich schreibe für mein Leben gern. Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel und Bücher habe ich im Angebot. Doch am liebsten verfasse ich Gedichte!