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Sichtlich unsichtbar

Vorgestern war ich wieder einmal auf meiner Homepage. Ich hatte gerade ein Gedicht geschrieben und wollte es nun hochladen, damit sich alle meine Besucher*innen daran erfreuen könnten. Aber — dann passierte es: Während ich das passende Bild integrierte, kam … aus heiterem Himmel … eine Meldung. In einem separaten Fenster las ich: „Sie haben einen kritischen Fehler auf der Website!“ Mit meinem lückenhaften Wissen tat ich alles, was ich konnte, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch nach stundenlangem Arbeiten erschien der Hinweis: „Sie haben ein fatales Problem!“ Und da sich meine Homepage jetzt gar nicht mehr öffnen ließ, stimmte ich dem Computer zu: Ich habe ein fatales Problem — sichtlich unsichtbar. Schließlich war ich am Ende mit meinem Latein und auch sämtlichen Freunden in meinem näheren Umfeld kam jener technischer Fehler spanisch vor.

Ich kontaktierte den Anbieter der Homepage. Und nachdem ich mit einen Mitarbeiter anderthalb Stunden hin- und hergeschrieben hatte, wurde ich an einen Webdesigner verwiesen, dessen Firma sich „Die Nervenretter“ nannte. Schon der Name gefiel mir, denn inzwischen lagen meine Nerven wirklich blank. 

Gestern morgen um 8:00 Uhr schrieb mir der Geschäftsführer mit anderen Worten: „Wir machen uns jetzt an die Arbeit. Lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen Sie den Tag … Wir melden uns!“

Während ich die Zeilen las, musste ich ein wenig schmunzeln. „Ist das nicht ein schöner Hinweis vom ‚Nervenretter‘? Sichtlich unsichtbar nimmt er sich dem Problem an, weil er mehr Ahnung hat als ich. Er kümmert sich um alles!“, dachte ich. Das konnte ich irgendwie dann auch auf meinen „Lebensretter“, auf meinen „Seelenretter“, auf den Retter höchstpersönlich übertragen. Ich darf mich ihm jederzeit anvertrauen. Er ist der Helfer im Hintergrund; er behält den Durchblick, den Überblick; er hat die Allmacht, alles gutzumachen, auch wenn ich mit meiner Macht am Ende bin! 

Das muss allerdings nicht bedeuten, dass er immer so handelt, wie ich mir das vorstelle. Meine Gedanken sind oft nicht seine Gedanken. Und meine Pläne sind keineswegs immer seine Pläne. Aber — in jedem Fall möchte er stets und ständig mein Bestes; in Liebe kümmert er sich sichtlich unsichtbar um mich …

Schon nach wenigen Stunden hatte sich übrigens der Geschäftsführer der Firma „Die Nervenretter“ bei mir zurückgemeldet. „Ihre Homepage ist wieder funktionstüchtig!“ Ich war so glücklich, so glückselig. Denn durch seine Art wurde mir eins deutlich: Mein Lebensretter hatte mir einen Engel geschickt. Und das ist jetzt wieder offensichtlich sichtbar! 

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Ich bin eine Autorin aus Rostock und schreibe feste: christliche Gedichte, Geschichten, Andachten, Wortspiele, Sprüche ... und Bücher. Ich liebe das Meer. Und ich liebe das Mehr, das "das Leben" mir schenkt!