Stille
Stille
Stille
Gönne dir ruhig Stille, auch deine Seele braucht Atempausen.
Stille
Still-Gehalten
Du hast so viel um die Ohren,
dass du auf dich nicht mehr hörst,
fühlst dich müde, fast verloren,
denn der Nächste kommt zuerst.
Doch dann setzt du ein paar Grenzen,
sagst auch öfter einmal: „Nein!“,
willst vor keinem Menschen glänzen,
suchst nur deinen wahren Schein.
Du genießt jetzt schon die Ruhe,
selbst wenn es im Herz noch lärmt,
bringst zu Gott auch dein „Getue“
und was dich von ihm entfernt.
So wird es allmählich stille —
in deiner Seele, um dich her.
Du entdeckst nun Gottes Wille;
sein Gebot ist gar nicht schwer.
Gott will dich vor allem stärken;
aus ihm lebst du heut bewusst.
Das wird auch dein Umfeld merken,
denn es schwinden Zwang und Frust.
Du tust alles mit Vergnügen,
gibst jetzt nur, was du empfängst.
Und du musst dich nicht verbiegen,
weil du dich — in Gott — verschenkst!
Stille
Stille weckt das morgenrot
Der Schatten zieht durch deine Nacht;
todmüde hat er dich gemacht.
Der Sturm tobt wild und reißt dich fort;
du findest dich am fremden Ort.
Kaum etwas ist um dich zu hör’n;
doch tief in dir schreit jetzt der Lärm.
Du hältst ihn aus und hörst gut zu,
in seinem Ton liegt schon die Ruh‘.
Die Stille weckt das Morgenrot;
mehr Leben wächst aus jedem Tod.
Nun stehst du auf und gehst ins Licht;
die Schwere hat endlich Gewicht.
Du fühlst dich somit federleicht;
in deiner Armut wirst du reich,
denn in dem, was dich eingeengt,
hab ich die Weite dir geschenkt!
Ich höre auf (dich)
Ich höre auf, Gott, dich immer wieder verstehen zu wollen. Denn ich höre auf dich, Gott, weil du mir versprichst, dass ich mich auf dich verlassen kann, ohne von dir verlassen zu werden.
Ich höre auf, Gott, alles kontrollieren zu wollen. Denn ich höre auf dich, Gott, weil du mir versprichst, dass ich mich an dich verlieren kann, ohne selbst verloren zu gehen.
Ich höre auf, Gott, immer stark sein zu wollen. Denn ich höre auf dich, Gott, weil du mir versprichst, dass du meine Stärke bist, ohne dass ich meine Stärken verleugnen muss.
Ich höre auf, Gott, ein unbeschwertes Leben von dir erwarten zu wollen. Denn ich höre auf dich, Gott, weil du mir versprichst, dass du dich um mich kümmern wirst und dass meine Seele nicht verkümmern muss.
Wenn ich „auf-höre“ und mich darauf einlasse, loszulassen und mich deiner Liebe und Treue zu überlassen, kannst du endlich anfangen, zu handeln und mich zu verwandeln.
Und vielleicht ist Stille kein Stillstand, sondern ein Ankommen.
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.
Stille