Hoffnungssänger

Hoffnungssänger: Samstagmorgen um halb acht:  Zu Ende ist nun meine Nacht,  denn vor dem Fenster zwitschert leise  der kleine Vogel namens Meise  und macht mich unter meinem Dach im Morgengrauen schon hellwach. Erst ärgert mich ja dieser Wecker;  in meinem Herzen ist Gemecker: „Wie kann man denn im Dunkeln singen  und fröhlich auf den Ästen springen?  Was hat das kleine Tier entdeckt?“ Mein Interesse ist geweckt!  So geh’ ich an die Fensterscheibe,  wo ich dann lange stehenbleibe. Ich hör’ in aller Seelenruh’  nun jener kleinen Meise…

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Wie ein Garten sein

Wie ein Garten sein: Ich möchte wie ein Garten sein,  weil er sich stetig wandelt. Ich bin dann selbst bei mir daheim  und will nur leise handeln.  Dem Sturm, dem Winter halt’ ich stand,  hab’ Kraft in mir gespeichert,  was hier — auf diesem kleinen Land — die Welt um mich bereichert. In jedem Frühling treib’ ich neu;  ich will nichts hinterfragen  und fühle mich ganz frisch und frei,  zu blüh’n und auszuschlagen.  Im Sommer reife ich heran;  ich will mich gar verschwenden,  bis ich im…

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Tief verwurzelt sein

Tief verwurzelt sein: „Ob der Baum im Innern wettert?”,  frag’ ich in der Winterzeit.  „Denn der Sturm hat ihn entblättert.  Wo ist denn sein Sommerkleid? In dem Frühling gab er Blüten  und nach Wochen reife Frucht. Doch dann kam des Windes Wüten,  das Entlauben auch mit Wucht.“ „Nein, ich bin nicht aufgelöst  und schon gar nicht durch den Wind. Hat der Herbst mich auch entblößt —  etwas Neues schon beginnt.  Jede Wurzel tief im Boden  nährt das Leben in mir drin. Und die Krone zeigt nach…

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Säen und sehen

Säen und sehen: Die Seele ist ein Blumenbeet;  du hast den Samen ausgesät.  Da blühen nun „Vergissmeinnicht“ —  bei Wärme und im Sonnenlicht.  Und wenn dann in der kleinen Welt  der Sturm weht und der Regen fällt,  wenn Schnee die Erde auch bedeckt  und meine Blümchen fast versteckt,  dann denk’ ich an ihr Himmelsblau  und weiß auch wieder ganz genau,  dass du sie dennoch hegst und pflegst  und deine Arme um sie legst,  damit sie wachsen und gedeihen  und weiter Freude hier verleihen!  Gedichte zu schreiben,…

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Unter-stützt

Unter-stützt: Sind Adlerjungen erstmal groß,  dann wird die Mutter rigoros  und auch ein bisschen rabiat,  weil sie den Wunsch im Herzen hat: Die Kleinen sollen bald erkennen,  dass sie — wie Mama — fliegen können.  Sie wirft die Daunen aus dem Nest,  in die es sich gut kuscheln lässt. Auch das Moos muss nun verschwinden. Die Kinder sollen nichts mehr finden,  was ihnen Nestwärme verspricht;  sie spüren, wie es pikst und sticht … Zum Nachwuchs sagt sie dann beizeiten:  „Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten:  „Ihr könnt sogleich von…

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Die Rose

Die Rose scheint im Aufbruch  und ist sich nicht ganz grün.  Sie hegt an sich den Anspruch:  „Ich möchte schön erblüh’n! Doch dann muss ich viel wagen,  mich zeigen — ganz direkt  und das ganz offen tragen,  was längst schon in mir steckt.“ Die Rose scheint im Aufbruch  und sieht noch vieles grau. Sie fürchtet so den Einbruch;  die Knospe trägt den Tau. „Wenn ich mich offen zeige,  verletzt man mich vielleicht. Mag sein, ich hab’ auch Freude;  die Offenheit macht reich?!“ Die Rose scheint im…

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Das Blümlein

Das Blümlein: Das Blümlein hat noch nie gefragt: „Was bringt mir das Bemühen?“ Mit Freude hat es zugesagt:  „Na klar, ich will hier blühen!  Es ist eine Natürlichkeit,  mich für euch hinzugeben,  damit ihr euch an mir erfreut; dafür bin ich am Leben!“ „Ich sage es dir, Blümelein: Auf mich wirkst du so weise! Du willst für mich ein Vorbild sein —  auf meiner Lebensreise! Drum tue ich es dir gern gleich  und lass mich nicht mehr blenden. Ich mache meine Umwelt reich,  kann Liebe auch…

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