Die Rose

Die Rose scheint im Aufbruch  und ist sich nicht ganz grün.  Sie hegt an sich den Anspruch:  „Ich möchte schön erblüh’n! Doch dann muss ich viel wagen,  mich zeigen — ganz direkt  und das ganz offen tragen,  was längst schon in mir steckt.“ Die Rose scheint im Aufbruch  und sieht noch vieles grau. Sie fürchtet so den Einbruch;  die Knospe trägt den Tau. „Wenn ich mich offen zeige,  verletzt man mich vielleicht. Mag sein, ich hab’ auch Freude;  die Offenheit macht reich?!“ Die Rose scheint im…

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Angefragt

Angefragt: Du trittst in mein Leben — und das keineswegs leis‘. Du willst mir viel geben;  gibst Erkenntnisse preis. Und du redest von dem,  was ich brauche, was fehlt,  siehst ein großes Problem,  das mich anscheinend quält.  Du sprichst unaufhaltsam;  und ich durchleuchte mich. Dann frag’ ich mich achtsam: „Meinst du womöglich dich?“ Gedichte zu schreiben, ist eine ganz besondere Leidenschaft von mir. Denn schließlich kann ich mit einigen wenigen Worten recht viel ausdrücken, was andere Menschen eventuell anspricht. Und wenn Sie, meine liebe Leserin und…

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Bauchlandung

Bauchlandung: Es gibt so manchen Grund zum Fallen und am Boden aufzuprallen – was lahmlegt, die Bewegung raubt, sodass der Glaube auch verstaubt.  Lande ich mal auf dem Bauch, mache ich es mir zum Brauch, mich umzudrehen – auf den Rücken. So kann ich in den Himmel blicken, mich getrost geschlagen geben, wieder aufstehen und erleben, wie Einer mir die Hände reicht und nicht von meiner Seite weicht, mir neue Perspektiven gibt, weil er bedingungslos mich liebt! Gedichte zu schreiben, ist eine ganz besondere Leidenschaft von…

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Erstrecken

Erstrecken: Auf halber Strecke aufzugeben, das ist gar nicht mein Bestreben: Nach dem „Bergab“ gibt’s das „Bergauf“. So ist in dieser Welt der Lauf. Doch manchmal sitz’ ich kurzerhand ganz abgekämpft am Wegesrand: Ich schau’ nach vorn und stöhne nur: „Es ist noch eine schwere Tour, bis ich am großen Ziel ankomme… Ich sehe es nur recht verschwommen!“ Doch irgendwann fällt auch der Blick auf meinen Lebensweg zurück. „Ich hab’ ja  schon so viel geschafft…“ Und diese Sicht gibt neue Kraft. So kann ich hoffnungsvoll aufstehen,…

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Scherben bringen Glück

Scherben bringen Glück: Hat jenes Sprichwort recht:  Scherben bringen Glück? Ich finde es nur schlecht — gibt es ein Missgeschick! Ich mag das Ganze, Heile;  es strahlt in meine Welt.  Zerstörte Einzelteile  erweisen nur, was fehlt. Was sollen nun die Scherben;  wo birgt sich darin Glück?  Die Brüche, das Verderben  verblenden meinen Blick.  Ich nehme die Fragmente  und schau’ sie näher an. Die vielen Elemente  sind kurz und klein — und lang. Ich achte die Bruchstücke,  verarbeite den Schmerz,  gönn’ mir den Mut zur Lücke.  Gestärkt…

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Fair-Schätzen

Fair-Schätzen: Der eine sieht in dir den Könner  oder auch den großen Gönner. Der nächste hält dich für die Niete  und nennt dich manchmal Knalltüte. Für einen bist du dann der Spinner;  der andre nennt dich auch Gewinner. Dein Partner kost dich Schnuckelhase;  der Ex-Freund schimpft nur: Trübe Tasse.  Menschlich wirst du dem erscheinen,  der mit sich selber ist im Reinen,  der seine Gaben, Grenzen kennt,  sich selten „Lehrer“, „Loser“ nennt.      Wer ins Spiegelbild gesehen,  kann den Nächsten gut verstehen,  der durch Leid und manchen Schmerz …

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Alte Worte

Alte Worte: Wie oft hab‘ ich von euch gehört: „Es reicht nicht aus; du bist nichts wert!“ Dadurch habt ihr mich sehr geprägt  und mich ganz langsam lahmgelegt. Mir ist seitdem nichts mehr gelungen.  Ich hab’ mit Zweifeln nur gerungen. Was ich bis heute nicht kapier’: Dass ich mich selber so verlier’,  wenn Menschen solche Sätze sagen  und über mich ein Urteil wagen,  obwohl sie mich nicht richtig kennen  und gar nicht alles wissen können? Was höre ich in diesen Stimmen? Ich kann ja schließlich selbst…

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Zwei Seiten

Zwei Seiten: Es gibt zwei Seiten,  die mich begleiten —  durch dieses Leben …  auf allen Wegen. Ich will sie vereinen  und nicht verneinen. Sie gehören zu mir;  das bekenne ich hier … Ich bin dunkel und hell,  langsam und schnell,  hungrig und satt,  lebhaft und matt,  ärmlich und reich,  standhaft und weich,  müde und wach,  kraftvoll und schwach,  aufrecht und krumm,  lauthals und stumm,  riesig und klein,  schuldig und rein … Das Heile, die Schrammen  bringt Einer zusammen — der bei mir verweilt,  mit mir…

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Sein und Werden

Sein und Werden: Ich darf sein und auch noch werden, solange ich hier bin auf Erden. Ich lebe nicht, um nur zu schmeicheln  und Menschen etwas vorzuheucheln, mich durch Werke oder Zeichen  mit den andern zu vergleichen, weil ich Gottes Gunst genieße, seine Liebe jetzt erschließe. Gott hat längst um mich geworben, ist für mich am Kreuz gestorben. In ihm bin ich echt – vollwertig. Er ist mir nahe … gegenwärtig, sodass er meine Schritte lenkt, mit der Freiheit mich beschenkt, das, was er mir gibt,…

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Ein langer Glückweg

Ein langer Glückweg: Ich kann es kaum glauben:  Doch du lädst mich ein,  mir selbst zu erlauben,  hier glücklich zu sein. Ich hatte mich verurteilt,  mich selbst abgelehnt. Die Seele schien verbeult;  ich hatte mich geschämt — für alles, was nicht glückte,  was nicht glorreich war,  worin ich mich verstrickte … So machte ich mich rar. Ich sah mich ungern an,  hab’ wertlos mich gefühlt  und glaubte irgendwann: Ich hab’ das Glück verspielt,  bis du mich sanft berührt, an mich erinnert hast. Ich war dann unbeirrt,…

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Eine Weide für meine Augen

Endlich hatte ich wieder einmal einen freien Tag … ganz ohne Termine. Das kommt selten bei mir vor. Und genau darum genieße ich solche „Frei-Tage“ umso mehr. Nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich auf — in „meinen“ Park. Hier kam ich immer zur Ruhe; hier konnte mich der Himmel erden. „Wie lange habe ich hier schon keinen Spaziergang mehr gemacht?“, überlegte ich. „Es muss vor der Weihnachtszeit und dem harten, kalten Winter gewesen sein — vor meiner Corona-Erkrankung und den langwierigen Nachwirkungen …“ Als ich…

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