Das Weizenkorn

Das Weizenkorn Ein kleines, junges Weizenkorn  beginnt vor Angst zu zittern;  es ist enttäuscht und voller Zorn und will nun schier verbittern. Der Gärtner hat ihm kundgetan:  „Du sollst vergraben werden!  Damit mehr Leben wachsen kann,  musst du nun einmal sterben!“ Das Weizenkorn versteht das nicht;  es fühlt sich wie beschrieben.  Es liebt sein Dasein, liebt das Licht,  will nicht im Dunkeln liegen. Der Gärtner nimmt es in die Hand  und streichelt es bewogen. Dann setzt er es ganz eklatant,  behutsam in den Boden.   Da…

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Sein Sterben

Sein Sterben Es ist auf seinem letzten Gang.  Vorbei ist längst der Lobgesang. Nun warten auf den Gottes Sohn  nur Schmerzen, Schläge, Spott und Hohn. Er muss das schwere Kreuz nun tragen  und wird daran sogar geschlagen. Sein letztes Wort: „Es ist vollbracht!“,  das klingt im Herzen mir noch nach… Ich bin bewegt und auch ergriffen: Der Vater hat nicht eingegriffen.  Er lässt es zu, bricht sich das Herz,  erduldet Not, den ganzen Schmerz,  das eigne Kind nun zu verlieren,  damit wir - seine Menschen -…

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Dazwischen

Dazwischen  Zwischen Himmel und Erde   hingst du für uns in der Luft …   damit überwunden werde die Schlucht … die große Kluft — die Kluft von Fluch und Segen,  von Finsternis und Licht,  die Kluft von Tod und Leben, von Furcht und Zuversicht.  Mit ausgestreckten Armen  ziehst du uns zu dir hin. Du zeigst uns dein Erbarmen. Auch wir sind mittendrin — durchleben Schuld und Verzeih’n,  Frustration und Fröhlichkeit,  erfahren Schmerz und Wohlsein — zwischen der Zeit und Ewigkeit.  Du bist mitten in dem Zwiespalt …

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Hafen „Mee(h)r der Liebe“

Hafen "Mee(h)r der Liebe" Du sitzt am letzten Steg und an der neuen Schwelle; Du spürst, was dich bewegt …  den Sturm, die große Welle. Dein Schiff steht schon zur Abfahrt, für die Ankunft nun bereit. Du wirst vom Kapitän bewahrt;  er schenkt dir sein Geleit. Am Ufer bleib ich wohl allein;  sag’ leise: „Schiff ahoi!” Ich werde lange traurig sein,  obwohl ich mich auch freu’,  dass du nicht mehr am Rudern bist;  es legt sich jetzt dein Wind,  weil alles Leid zu Ende ist, das…

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Auf-Leben

Auf-Leben Wenn ich heutzutage wüsste,  wann ich einmal sterben müsste, dann würde ich bewusster leben, das, was sinnlos ist, aufgeben… nicht in dem, was war, verharren und ständig in die Zukunft starren. Ich würd' das Hier und Jetzt genießen  und mir jeden Tag versüßen. Ich würde schneller überlegen,  was ist wichtig, was bringt Segen. würde zu den Liebsten eilen,  schriebe ihnen letzte Zeilen, würde lachen, würde singen – räumte auf mit manchen Dingen, würd' Werte schaffen, ernsthaft lieben, auf die lange Bank nichts schieben. Dann resümierte ich verdutzt: So…

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