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Total erfüllt

Wir waren bereits etliche Kilometer unterwegs, als das Armaturenbrett unseres Autos anzeigte, dass der Kraftstoff allmählich zur Neige ging. Also wollten wir schleunigst eine Tankstelle anfahren, damit wir nicht früher oder später auf der Strecke (liegen)bleiben würden. An der Zapfsäule dachte ich auf einmal: „Abgefahren …“ Nachdem unser Fahrer nämlich getankt hatte, war mir so, als ob aus der Motorhaube ein Freudenruf drang: „SUPER! Danke, jetzt bin ich wieder total erfüllt!“ 

Als wir wieder abgefahren waren, musste ich noch länger über diese Szene nachdenken. Mir wurde wieder so richtig klar, dass ein Auto — ohne Sprit — gar nicht von der Stelle kommt. Insofern braucht es den Kraftstoff, bevor es sich fortbewegen lässt.

Und wie sieht es bei uns Menschen aus? Wenn ich von mir ausgehe, gebe ich gern einmal so richtig Gas. (Nicht umsonst bin ich ja auch ein „Schumi“!) Doch oft genug tue ich das aus eigener Kraft und wundere mich dann, wenn ich — früher oder später — auf dem Schlauch stehe und völlig platt bin. Ich möchte mehr und mehr lernen, aus der Quelle zu leben, um mich mit einer anderen Qualität fortzubewegen. Seit Pfingsten steht mir diese Kraftquelle ja rund um die Uhr zur Verfügung. Und ich muss nicht einmal zu ihr hinfahren, damit sie mich mit ihrem „SUPER-Treibstoff“ ausfüllt. Sie ist immer bei mir, in mir.

Ich meine damit den Heiligen Geist.

  • Er ist mein Tröster — bin ich traurig.
  • Er ist mein Anwalt — klage ich mich an.
  • Er ist mein Beistand — fühle ich mich allein.
  • Er ist mein Feuer — ist in mir kein Funken Hoffnung.
  • Er ist mein Ratgeber — weiß ich nicht mehr weiter.
  • Er ist meine Kraft — bin ich müde und matt.
  • Er ist mein Rückenwind — will ich vorankommen.

Der Heilige Geist möchte mich mit Liebe ausfüllen, mit Begeisterung erfüllen, damit ich total erfüllt bin. 

So wie ein Auto Sprit braucht, um überhaupt in Fahrt zu kommen, so brauche ich den Heiligen Geist als meine persönliche Inspiration, als mein „Spirit“. Dadurch erfahre ich einzigartige Momente … so wie vor ein paar Tagen zum Beispiel: Nach einer krisenhaften Zeit fuhr ich in meinem Rollstuhl ganz entspannt auf den Balkon. Es war schönes Wetter. Und während ich in der Sonne badete und die Windstille genoss, schickte ich ein kurzes Gebet zum Himmel: „Danke, lieber Gott, für die Ruhe nach dem Sturm. Danke, dass du mich bis hierher getragen hast …“ 

Plötzlich wurde ich von meiner Assistentin unterbrochen, die mir zurief: „Jana, ich gehe jetzt einkaufen. Es dauert eine Weile — bei dem, was wir brauchen. Du hast jetzt sturmfrei; tue ruhig, was ich auch machen würde!!“

Als ich dann allein war, betete ich kurz weiter: „Bitte, lieber Gott, gib meinem Herzen Wurzeln in dir. Und schenke meinen Gedanken Flügeln, damit sie zu dir fliegen!“ Plötzlich wanderte wieder das Wort „sturmfrei“ durch meinen Kopf, das meine Assistentin Hanka beiläufig erwähnt hatte. „Ja, ich habe gerade sturmfrei — im doppelten Sinne!“, stellte ich erleichtert fest. Und innerhalb von fünf Minuten entstand das folgende Gedicht: 

Nachdem das Gedicht auf dem Papier stand, guckte ich fast selbst wie ein Auto. Eigentlich wollte ich mich nur in der Sonne ein wenig ausruhen und einen Gang zurückschalten. Doch der Heilige Geist hatte mich inspiriert und — in mir und durch mich — Gas gegeben. Und dadurch war ich jetzt total erfüllt, was ich SUPER fand!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Ich bin eine Autorin aus Rostock und schreibe: Gedichte, Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel ... und Bücher. Ich liebe das Meer. Und ich liebe das Mehr, das "das Leben" mir schenkt!