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Wenn mir die Worte fehlen

Wenn du mich inzwischen schon ein wenig kennst, dann weißt du, dass ich unheimlich gern mit Worten spiele. Ich liebe auch Wortneuschöpfungen. Auf meiner Homepage habe ich meiner Fantasie schon öfter freien Lauf gelassen. Die Rubrik, in der ich einiges über mich erzähle, heißt zum Beispiel „Mutentbrannt“. Ich habe auch Gedichte geschrieben, die die Überschriften „Zeilensteine“, „Erl(i)eben“, „Über-Wunden“ tragen. Mit Sprache kann ich demnach umgehen. Doch — was ist, wenn mir die Worte fehlen? Situationen und Momente hat es auch in meinem Leben schon genug gegeben! 

Innerhalb der letzten 15 Jahre sind zum Beispiel sieben meiner Familienangehörige gestorben. Das Leid und die Trauer haben mir förmlich die Sprache verschlagen. Auch die Corona-Krise und das damit verbundene Leid des Einzelnen, die ich kenne, haben mich lange mundtot gemacht. Ja, und als ich dann selbst mit dem kleinen Virus infiziert war und mir meine Hausärztin mitteilte, dass mein Herz Schaden genommen hatte und ich zur jeder Zeit einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden könnte, war Unbeschwertheit für mich sehr lange ein Fremdwort.

Ein äthiopisches Sprichwort sagt: „Das Wort, das dir weiterhilft, kannst du dir nicht selber sagen!“ Und da der Schöpfer des Wortes das natürlich auch weiß, ist ihm kein Weg zu weit gewesen. Er hat den Himmel verlassen, um uns Stummen wieder eine Stimme zu geben. In Johannes 1,14 heißt es „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns…“ Genau genommen kommt die göttliche Wortneuschöpfung zu uns. Sozusagen wohnt sie in uns. Sie ist das Machtwort, das Leitwort, das Trostwort in Person.

Wenn mir die Worte fehlen, kann mein Schöpfer mich also neu beleben. In ihm kann ich die Sprache wiederfinden. Was er ausspricht und was er mir zuspricht, darf sich in mir ausbreiten, sodass es sich – buchstäblich – auch in meinem Umfeld verbreiten kann!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Als Autorin wohne ich in Rostock und lasse mich hier oft vom Meer inspirieren - und vom Mehr, das "das Leben" mir schenkt! Ich schreibe für mein Leben gern. Geschichten, Andachten, Gebete, Rätsel und Bücher habe ich im Angebot. Doch am liebsten verfasse ich Gedichte!