Wie in einer Schneekugel

Wie in einer Schneekugel

Kennst du Schneekugeln? Das sind die kleinen und größeren runden Glas- oder Kunststoffbälle, in denen in der Regel eine Landschaft, ein Schneemann oder ein Schiff hineingesetzt wurden. Und wenn man das Ding ordentlich schüttelt, wirbelt das Wasser – zusammen mit dem Kunstschnee – alles durcheinander. Gerade für unsere Kinder ist das immer wieder ein Schauspiel, wenn sie beobachten können, wie in einer Schneekugel der Inhalt idyllisch eingeschneit wird.

Dieses Bild fällt mir ein, wenn ich an den kleinen Virus denke, der uns allen nunmehr genau seit einem Jahr große Schwierigkeiten bereitet, der unsere ganze Welt auf den Kopf stellt und alles durcheinanderbringt. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Anstatt die Nähe zu Menschen zu suchen, müssen wir Abstand halten. Wir sind angehalten und aufgefordert, FFP2-Masken zu tragen. Kindergärten und Schulen bleiben teilweise oder ganz geschlossen; auf einmal gibt es das Homeschooling. Viele von uns müssen von zu Hause arbeiten und nebenbei die Familie versorgen. Andere bangen um ihre Existenzen, weil sie ihre Geschäfte und Betriebe vorübergehend schließen müssen. Es herrschen mehr Isolation, Einsamkeit, Hilflosigkeit, Trauer und Überforderung als jemals zuvor. Tja, das Leben kommt mir derzeit vor wie eine Schneekugel, in die wir eingeschlossen sind. Und nun wirbeln die weißen Flocken auch noch um uns herum und nehmen uns die klare Sicht und manchmal auch die Luft zum Atmen.

Was mich betrifft: Ich sitze auch wie in einer Schneekugel. Denn laut der Nachricht des Gesundheitsamtes habe ich mich am 15. Februar mit Covid-19 infiziert. Anfangs bin ich davon ausgegangen, dass mich nur eine Erkältung, eine Grippe mit Schnupfen und Husten quält. Aber als ich dann meinen Geruchs- und Geschmackssinn verloren habe, bin ich positiv getestet worden. Seitdem durchleide ich – mit mittelschwerer Atemnot, mit Kopf- und Gliederschmerzen, mit Schlappheit – die Quarantäne, die  Isolation. Es ist wie in einer Schneekugel, die gerade kräftig geschüttelt wird, sodass ich irgendwie nur noch das Tohuwabohu in meiner kleinen Welt betrachten kann. 

Meine Hoffnung und mein Gebet sind jedoch, dass ich bald genese. Dann bin ich sogar – für ein paar Monate – immunisiert, wodurch ich nicht mehr unter dieser Glasglocke sitzen muss und ein wenig mehr Freiheit als bisher genießen darf. Jedenfalls glaube ich daran, dass Jesus Christus Stürme stillen kann – sogar den Sturm im Wasserglas meiner Schneekugel!

Jana Schumacher

Mein Name ist Jana Schumacher. Ich bin eine Autorin aus Rostock und schreibe feste: christliche Gedichte, Geschichten, Andachten, Wortspiele, Sprüche ... und Bücher. Ich liebe das Meer. Und ich liebe das Mehr, das "das Leben" mir schenkt!