Weiter Horizont
Mein Traum, Autorin zu werden
Wie aus einem Kinderwunsch mein Leben als Autorin wurde.
Schon als kleines Mädchen hatte ich einen Traum: Irgendwann wollte ich ein eigenes Buch in einem Buchladen entdecken. Mit zehn Jahren wusste ich bereits, dass ich Autorin werden wollte.
Dreißig Jahre später wurde dieser Traum wahr. Ich freute mich riesig. Und ja, ich war auch ein bisschen stolz. Denn zwischen dem zehnjährigen Mädchen mit seinem großen Traum und der erwachsenen Frau vor diesem Bücherregal lag ein ziemlich beschwerlicher Weg.
Eine der ersten großen Hürden kam, als ich mit fünfzehn oder sechzehn Jahren keinen Stift mehr halten konnte. Meine kleine Welt brach zusammen. Ich dachte, damit sei auch mein Traum vom Schreiben geplatzt.
Doch Gott schrieb mein Leben weiter.
Meine Großeltern schenkten mir eine elektrische Schreibmaschine – und ich haute wieder in die Tasten. Mit ungefähr siebzehn Jahren stand meine erste Biografie auf dem Papier. Sie war sogar dicker als „Nicht auf den Kopf gefallen, oder?!“, das viele Jahre später, im Januar 2019, im Neufeld Verlag erschien.
Bis mein eigenes Buch schließlich in einem Ladenregal stand, musste ich allerdings einiges einstecken: entmutigende Ratschläge, schwere Schicksalsschläge und viele Rückschläge. Gott sei Dank begegneten mir dazwischen aber auch Menschen, die mir gute Hinweise gaben und mich ermutigten, weiterzumachen.
Denn natürlich gab es Momente, in denen ich aufgeben wollte. Besonders die Absagen von Verlagen – oder das völlige Ausbleiben einer Antwort – ließen mich immer wieder an meinen Fähigkeiten zweifeln. „Lohnt es sich überhaupt, an meinem Traum festzuhalten? Lohnt es sich, weiterzumachen?“ Umso dankbarer war ich für Verlage, die ihre Entscheidung begründeten. Dann wusste ich wenigstens, woran ich noch feilen und was ich beim nächsten Mal besser machen konnte.
Heute weiß ich: Ein Traum erfüllt sich nicht unbedingt traumhaft.
Meiner ist mit Arbeit und Ausdauer verbunden. Ich lese, um dazuzulernen. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, damit mir neue Ideen begegnen. Ich sitze vor leeren Seiten und hoffe darauf, dass sie sich mit Worten füllen. Und ich muss mir Pausen gönnen, damit mein Körper beim Schreiben nicht irgendwann lautstark Einspruch erhebt. Aber all das gehört dazu.
Denn irgendwann stand ich tatsächlich vor diesem Bücherregal. Da gab es auf der einen Seite die „Wilde Weiblichkeit“. Dazwischen war ich – „Nicht auf den Kopf gefallen, oder?!“. Und auf der anderen Seite versprach mir ein Buch sogar: „It’s all good.“
Vielleicht war wirklich nicht immer alles gut. Aber dieser eine Augenblick fühlte sich so an. Und mein Traum vom Schreiben ist geblieben.
Ich glaube, der Hersteller meines Lebens hat ihn mir schon in die Wiege gelegt. Und solange er ihn mir nicht wieder aus dem Herzen nimmt, werde ich wohl eines tun: weiterschreiben.
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