Trost
Der Perlenkrug
Trost
Mancher Schmerz braucht keine großen Worte,
sondern liebevolle Nähe.
Trost
Die Träne
Die Träne kommt ins Laufen;
jetzt endlich will sie fort
von diesem Scherbenhaufen
am stillgelegten Ort.
Sie hat schon viel zu lange
das Elend angesehen.
Der Pfad auf ihrer Wange
geleitet sie beim Gehen.
Doch sie läuft nicht alleine;
die Trauer hält auch Schritt.
Und ungelebte Träume,
Enttäuschung nimmt sie mit.
So hilft sie einem Herzen;
sie steht ihm richtig bei.
Es weichen alle Schmerzen;
sie spült es wahrhaft frei.
Die Träne kommt ins Laufen
und ist jetzt selbst berührt.
Sie darf alsbald verschnaufen,
wo sie erwartet wird.
Gott nimmt sie in die Hände
und legt sie in den Krug.
Sie trägt ein Kleid — am Ende —
mit Perlenüberzug!
Nicht einsam, sondern gemeinsam
Wieder lag ein dunkles Tal vor mir. Voller Angst und mit Tränen im Gesicht sagte ich zu meinem himmlischen Vater: „Wenn ich da schon durch muss – kannst du mir nicht wenigstens eine Fackel in die Hand geben, damit es ein wenig heller wird und ich mich nicht so entsetzlich fürchten muss?“
Aber mein Vater sah mich gütig an, reichte mir seine Hand und sprach: „Mein Kind, wozu brauchst du eine Fackel? Wir gehen zusammen durch das dunkle Tal. Und wenn du meine Hand nicht loslässt, wirst du erleben, dass du mir blind vertrauen kannst. Ich bin dein Licht und lasse dich niemals allein!“
Zögernd, zaghaft wanderten wir los und ich merkte, wie – Schritt für Schritt – der Weg erleuchtet wurde…
Trost
Feste Größe
Du bist die feste Größe —
im Wandel dieser Zeit.
Als Vater und der Höchste
bist du gestern wie heut.
Du änderst nie dein Wesen,
bleibst Liebe in Person.
Doch weitest du indessen
dein Handeln und dein Tun.
Du bist die feste Größe
und machst dich für uns klein,
um uns im Leid zu trösten,
von Ketten zu befrei’n.
Bei dir sind wir geborgen,
auch wenn noch viel verhallt.
Du trägst uns heut und morgen,
denn du bist unser Halt!
Trost
Glaube größer
Glaube größer, glaube weiter,
denn ich bin dein Wegbereiter.
Ich hab dir so viel gegeben:
Trost und Kraft, ewiges Leben,
die Liebe, die dich stets entschämt,
Erbarmen, das dich nie ablehnt …
Glaube tiefer, glaube höher,
denn ich bin der Türvorsteher.
Ich erschließe dir ein Land,
das du bisher nicht gekannt.
Darum mach dich auf die Reise;
ich begleite dich recht leise.
Glaube stiller, glaube lauter,
denn ich bin doch dein Vertrauter.
Was kann dir wirklich geschehen?
Dir kann Neues nur entgehen …
Darum zeig dich, wie du bist —
als ein freier, froher Christ!
Und vielleicht ist Weinen kein Zerbrechen,
sondern ein Gesundwerden.
Trost
Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.