Das kleine In
Das kleine In
Es war einmal ein kleines In, das im großen In-Land wohnte. Eigentlich war es ganz zufrieden mit seinem Leben. In seinem Häuschen machte es wenig Aufhebens um sich. Es kam mit den zwei Buchstaben gut zurecht.
Nur eines störte das kleine In: Es war allein. „Wie schön wäre es, jemanden an meiner Seite zu wissen, mit dem ich mich für immer verbinden könnte!“, dachte es manchmal. Es träumte heimlich von seiner besseren Hälfte.
Nun war das kleine In ziemlich in; es war sehr beliebt im großen In-Land. Viele Bewerber wären gern mit ihm den ewigen Bund eingegangen. Darunter waren zum Beispiel der Takt, der Stand, das Ständig oder der Sekt. Aber das kleine In schwärmte nur für zwei Kandidaten.
Da war zum einen die Formation. Immer wieder stand sie vor der Tür des kleinen In, um ihre Hofwartung zu machen. Stets hatte sie alles bei sich geordnet. Sie wusste, wo ihr Platz war. Und so sagte sie eines Tages zum kleinen In: „Wenn du dich mit mir verbindest, werden wir gemeinsam eine Menge zu sagen haben.“ Das imponierte dem kleinen In sehr.
Zum anderen hatte das kleine In genauso viel Interesse an dem Halt wie umgekehrt. Nur einmal klopfte er höflich an die Tür des kleinen In — mit einem Blumenstrauß, den er überreichte. Er drängelte nicht. Er versprach nichts Großartiges. Er stand einfach da.
„Und was wird aus uns beiden?“, fragte das kleine In.
Der Halt lächelte.
„Das müssen wir wohl gemeinsam herausfinden, wenn du mich wählst.“
Das gefiel dem kleinen In. Nun wägte es ab. „Will ich in meinem Leben viele Aussagen, viele Ansagen, viele Zusagen machen, die ich dann auch erfüllen muss oder möchte ich lieber entdecken, was in mir steckt?“ Es machte sich die Entscheidung nicht leicht, aber letztlich fühlte es sich zum Halt mehr hingezogen. An ihn wollte es sich binden.
Zur Vermählung luden sie natürlich auch einige der anderen Bewerber ein. Der Takt sorgte für die Musik. Die Formation brachte die Gäste in die richtige Ordnung. Der Stand kümmerte sich darum, dass Tische und Bänke sicher standen. Und der Sekt sorgte dafür, dass niemand auf dem Trockenen saß.
Es wurde ein wunderschönes Fest im großen In-Land.
Während sie den Hochzeitswalzer tanzten, mussten beide ständig lächeln. Sie waren glücklich und verstanden auf einmal, warum sich diese Verbindung so richtig anfühlte. Aus In und Halt war der Inhalt geworden.
Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.
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