Wortweise-Gedichte

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Das gute Gut

Ich habe hier ein großes Gut,

 

ein mächtiges Gebäude.

 

In diesem Wissen fass ich Mut

 

und schmücke es mit Freude.

 

Ich zähl die kleinen Dinge auf,

 

die ich um mich erblicke.

 

Und jene Wunder gibt’s zuhauf,

 

sodass ich nun erquicke.

 

Ich habe hier ein großes Gut,

 

ein mächtiges Gebäude.

 

Ich zieh vorm Geber meinen Hut

 

und möchte auch nicht schweigen.

 

Tagtäglich mach ich mir bewusst:

 

Ich kann ihm hier nur danken.

 

So leb ich ständig mit Genuss

 

im Gut meiner Gedanken!

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Das Gewand des Wortes

Das Wort trägt derzeit ein Gewand —

 

es ist schon recht verschlissen.

 

Vom Hoffnungs- oder Liebesband

 

will es hier nichts mehr wissen.

 

Es hat sich irgendwie verstrickt;

 

nun laufen schon die Maschen.

 

So hat es nun ein Kleidungsstück 

 

mit Löchern in den Taschen.

 

Dem Wort ist dieses Kleid zu alt;

 

es will nichts mehr verschleiern 

 

und möchte sich — in der Gestalt —

 

nun ganz und gar erneuern.

 

Es kleidet sich ansprechend ein 

 

und schätzt nun das Gewand.

 

In aller Munde will es sein —

 

so hübsch und wortgewandt!

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Tragen

Ich liebe dieses Kleidungsstück

 

und trage es tagtäglich.

 

Es abzulegen ist zum Glück 

 

seit jeher auch unmöglich. 

 

Es ist so schön — ein edles Teil;

 

ich dreh‘ mich vor dem Spiegel.

 

Es gibt den ganz besond’ren Style; 

 

ich fühl’ mich wie geschniegelt.

 

Die Farbe passt zu allem gut,

 

was ich im Schrank auch finde:

 

die schwarze Hose und der Hut 

 

mit einer weißen Binde.

 

Doch plötzlich krieg‘ ich einen Schreck,

 

als ich mich so bestaune.

 

Am Kragen ist ein großer Fleck;

 

jetzt hab‘ ich schlechte Laune.

 

Und sehe ich genauer hin,

 

entdeck’ ich noch mehr Flecken.

 

Weil ich gar nicht so sauber bin,

 

kann ich das nicht verstecken.

 

Es tut so weh, doch seh’ ich ein —

 

und das ist wohl das Beste:

 

Ich trage fortan ohne Schein 

 

die nicht so weiße Weste.

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Wert-Reich

Wer bin ich ohne jeden Titel,

 

wenn ich hier keine Rolle spiel’?

 

Wer bin ich ohne Arbeitskittel 

 

wenn keiner etwas von mir will?

 

Wer bin ich ohne jede Mittel —

 

nehm‘ ich von anderen nur viel?

 

Die Fragen haben mich gequält …

 

Doch ich erspürte, was hier zählt:

 

Gott schuf mich als sein Ebenbild.

 

Und weil es mir in dieser Welt 

 

an seiner Gnade niemals fehlt,

 

ist er es, der mich trägt und hält.

 

Mit Liebreiz hat mich er erdacht;

 

am Kreuz trug er auch meine Schmach.

 

Drum hält er nicht darüber Wacht,

 

wie viel ich leiste, schon vollbracht.

 

Er zieht mein Sein mehr in Betracht;

 

mein Wert bleibt ewig ausgemacht!

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Liebe-Voll

Was hat Wert, ist wichtig

 

und was bleibt hier bestehen?

 

Was ist null und nichtig 

 

und was wird einst vergehen?

 

Ich will mich entscheiden, 

 

genauer hinzuschauen? 

 

Was wird einmal bleiben; 

 

worauf kann ich vertrauen?

 

Es sind nicht die Karriere 

 

und nicht „das liebe Geld“,

 

die Macht, der Ruhm, die Ehre,

 

was letzten Endes zählt.

 

Nur eins ist zu erstreben 

 

und was auf Erden gilt,

 

wenn wir die Liebe leben,

 

mit der uns Gott erfüllt.

 

Sie ist das Allergrößte,

 

was uns verändern wird —

 

das Schönste und das Beste,

 

weil sie das Herz berührt.

 

Mit Wurzeln und mit Flügeln

 

gibt sie uns hier Substanz,

 

sodass wir weitersegeln — 

 

mit Mut und Toleranz!

 

Wir landen bei dem Nächsten,

 

der noch nach Liebe lechzt.

 

Wir richten auf und trösten,

 

damit er nicht mehr ächzt.

 

So sind wir halt verbunden —

 

mit einem starken Band.

 

Es heilen manche Wunden,

 

weil uns die Liebe fand!

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Werte(n)

Die Welt ist nicht, wie du sie siehst;

 

sie ist für dich ein Spiegel.

 

Wenn du das keineswegs vergisst,

 

dann öffnet das den Riegel — 

 

zu deinem Herz, der Innenwelt.

 

Du darfst durch sie erspüren,

 

was dich bewegt, was dir noch fehlt.

 

So kannst du reflektieren!

 

Die Welt ist einfach, wie sie ist:

 

Zustände und Personen.

 

Wenn du nicht am Bewerten bist,

 

wirst du dich selbst belohnen —

 

mit viel Gelassenheit und Mumm.

 

Du lernst, nun auszuharren.

 

Ob Dummes gut ist, Gutes dumm,

 

das wirst du einst erfahren!

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Freudentränen

Willst du Gott zum Lachen bringen,

 

dann erzähl’ ihm deine Pläne,

 

denn du kannst ja nichts erzwingen

 

und auch nicht vorwegnehmen,

 

was er schon längst für dich erdacht —

 

in Weisheit und in Liebe.

 

Schließlich hat er dich gemacht,

 

dein Leben aufgeschrieben …

 

Du darfst Träume, Wünsche haben

 

und davon viel erstreben.

 

Sie werden deine Seele laben;

 

Gott hat sie dir gegeben.

 

Und stimmen sie auch überein

 

mit seinen großen Plänen,

 

dann webt er sie ins Leben ein;

 

ihr lacht dann Freudentränen!

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Langsam schnell

Wenn du es eilig hast, geh langsam!

 

Denn somit bleibst du wachsam.

 

Im Schreiten überlegst du gut,

 

worin dein Herz wahrhaftig ruht

 

und nicht so heftig um sich schlägt,

 

weil sich dein Leben schnell bewegt.

 

Von da an gehst du Schritt für Schritt.

 

Du nimmst den Takt, den Rhythmus mit,

 

den du im Stress, bei aller Hast

 

noch nicht so tief empfunden hast,

 

der aus dem Herzen nun entspringt

 

und dich nicht aus der Puste bringt.

 

Auf deinem Weg bleibst du gelassen,

 

in Zukunft nichts mehr zu verpassen.

 

Du kannst offenbar beim Gehen

 

die kleinen, schönen Wunder sehen,

 

was dich bereichert und erfreut.

 

Du lebst langsam die Schnelligkeit!

Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.

Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.