Sehgang

Mit anderen Augen weitersehen

Sehgang

Sehgang

Manchmal beginnt ein neuer Weg
mit einem anderen Blick.

Sehgang

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(K)Ein Aus

Wenn du jetzt alle Türen schließt,

 

dann öffnest du ein Tor,

 

zu dem du meine Seele ziehst;

 

und bald steh ich davor.

 

Ich sehe hier ein weites Land —

 

mit neuen Perspektiven.

 

Es zieht mich ganz in seinen Bann;

 

die Spur wird sich vertiefen.

 

Ich blicke fortan nicht zurück;

 

die Zukunft steht mir offen.

 

Du gibst die Fülle, willst mein Glück;

 

das lässt mich glauben, hoffen:

 

Es gibt kein Aus und kein zu spät;

 

ganz weit wird nun mein Herz.

 

Ich weiß jetzt, dass es weitergeht;

 

drum schreite ich vorwärts.

Horizont 

Sehgang

Weitsicht

Derzeit fallen dicke Flocken;

 

Schnee bedeckt das weite Land.

 

Keineswegs ist es erschrocken;

 

es wirkt wunderschön entspannt.

 

Dankbar über Schutz und Wärme 

 

reift die Saat ganz still heran,

 

damit die Erde gut und gerne

 

bald das Neue sehen kann.

 

Oft erlebt das Herz den Winter;

 

das Dunkel kommt hereingeschneit.

 

Doch ich sehe schon dahinter 

 

ganz entfernt die Frühlingszeit.

 

In der Stille will ich hoffen,

 

dass der Schnee von heute taut.

 

Und ich bleib‘ für Neues offen —

 

ich hab dem Licht mich anvertraut.

Horizont 

Sehgang

T-Räume

Du sagst zu mir: „Träum‘ weiter,

 

ist dein Traum auch zerplatzt.

 

Sei offen, bleibe heiter,

 

mach‘ dich darauf gefasst,

 

dass ich dir Hoffnung schenke

 

und selbst die Zukunft bin,

 

dass ich dein Leben lenke.

 

Der Schluss ist mein Beginn!

 

So schließe deine Augen

 

und stelle dir jetzt vor:

 

Ich öffne dir im Glauben

 

ganz langsam Tür und Tor.

 

Dann wirst du vor dir sehen,

 

was dich erwarten wird.

 

Es sind mehr als Ideen;

 

du hast dich nicht geirrt!

 

Erkennst du nun die Weite;

 

entdeckst du neues Land?

 

Ich bin an deiner Seite 

 

und reiche dir die Hand!

 

Es dauert nicht mehr lange,

 

dann sind wir endlich da.

 

Du wirst so viel empfangen,

 

dein Traum ist endlich wahr!“

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Glaube größer

Glaube größer, glaube weiter,

 

denn ich bin dein Wegbereiter.

 

Ich hab dir so viel gegeben:

 

Trost und Kraft, ewiges Leben,

 

die Liebe, die dich stets entschämt,

 

Erbarmen, das dich nie ablehnt …

 

Glaube tiefer, glaube höher,

 

denn ich bin der Türvorsteher.

 

Ich erschließe dir ein Land,

 

das du bisher nicht gekannt.

 

Darum mach dich auf die Reise;

 

ich begleite dich recht leise.

 

Glaube stiller, glaube lauter,

 

denn ich bin doch dein Vertrauter.

 

Was kann dir wirklich geschehen?

 

Dir kann Neues nur entgehen …

 

Darum zeig dich, wie du bist —

 

als ein freier, froher Christ!

Horizont 

Sehgang

Ich schaue nach ...

Ich schaue nach hinten,

 

lass das Gewesene los. 

 

Ich kann überwinden, 

 

denn ich bin jetzt groß.

 

Ich werde im Herzen 

 

das Gute behalten, 

 

das Leid so verschmerzen; 

 

ich trenn’ mich vom Alten.

 

Ich schaue nach innen 

 

und staune nur schier.

 

Ich will mich besinnen:

 

Ein König wohnt hier.

 

Er will mich nicht knechten,

 

hält mich niemals klein. 

 

Auch in meinen Nächten 

 

will er mein Licht sein.

 

Ich schaue nach vorne.

 

Das Herz wird ganz weit,

 

hab’ so viel bekommen,

 

was mir Flügel verleiht.

 

Ich fühle das Freie 

 

und geh’ Schritt für Schritt, 

 

entdecke das Neue.

 

Und du kommst ja mit.

 

Ich schaue nach oben 

 

und darf hier noch hoffen. 

 

So will ich dich loben; 

 

der Himmel ist offen.

 

Ich habe den Glauben; 

 

mich erwartet noch viel.

 

Nichts kann das rauben, 

 

denn du bist mein Ziel! 

Horizont 

Mut

der Goldfisch

Der Goldfisch ist total erbost; 

 

sein Herz bricht fast entzwei.

 

„Ich habe solch ein schweres Los; 

 

denn ich bin ja kein Hai!

 

Den Sinn dahinter seh‘ ich nicht; 

 

was hat sich Gott gedacht,

 

als er mich — kleinen, armen Wicht —

 

vorzeiten so gemacht?

 

Ein Hai schwimmt in dem Ozean 

 

und wird an Jahren reich.

 

Doch — ich zieh‘ eine kurze Bahn 

 

in diesem blöden Teich.“

 

Gott hat den Goldfisch längst im Blick 

 

und hört auch seine Klage.

 

Er hat sich dann zu ihm gebückt 

 

und stellt ihm ein paar Fragen:

 

„Kennst du den Hai denn umfangreich? 

 

Was soll denn dieser Neid?

 

Und warum ziehst du den Vergleich 

 

und schaffst dadurch bloß Leid?

 

Du selbst bist doch ein Unikat! 

 

Ich liebe dich entschieden!“

 

Seit das der Fisch vernommen hat, 

 

schwimmt er im Teich … zufrieden!

Mut

Sehgang

Siehe ... ich mache alles neu

„Siehe, ich mache alles klar!“

 

Das hat Gott mir nicht versprochen.

 

Der Weg ins Morgen ist ungewiss. Und ich habe ungeklärte Fragen.

 

Ich weiß nicht, wohin der Weg mich gerade führt.

 

Warum fehlt mir der Mut, den ersten Schritt zu gehen?

 

Gott ist doch bei mir!

 

„Siehe, ich mache alles leicht!“

 

Das hat Gott mir nicht versprochen.

 

Wie viele Erschwernisse begegnen mir in meinem Leben.

 

Wenn ich es zulasse, könnten sie mich stark machen.

 

Warum fehlt mir der Mut, mich den Herausforderungen zu stellen?

 

Gott ist doch mit mir!

 

„Siehe, ich mache alles still!“

 

Das hat Gott mir nicht versprochen.

 

Wie oft ist um mich und in mir Lärm.

 

Er lenkt mich ab vom Wesentlichen und treibt mich in die Ferne.

 

Warum fehlt mir der Mut, die Ruhe zu suchen?

 

Gott ist doch in mir?

 

„Siehe, ich mache alles echt!“

 

Das hat Gott mir nicht versprochen.

 

Meinen Mitmenschen etwas vorzuspielen, ist keine Kunst.

 

Im Theater des Lebens spiele ich oft meine eigenen Rollen.

 

Warum fehlt mir der Mut, die Masken abzulegen?

 

Gott ist doch für mich!

 

„Siehe, ich mache alles neu!“

 

Das hat Gott mir längst versprochen.

 

Er schenkt mir seinen Frieden, das Ungeklärte auszuhalten.

 

Er schenkt mir die Kraft, um das Schwere anzunehmen oder zu überwinden.

 

Er schenkt mir die Sehnsucht, ihm in der Stille zu begegnen und echt zu sein.

 

„Siehe, ich mache alles neu!“

 

Dieses Versprechen gilt in einer umfangreichen Dimension. 

 

Denn Gott schafft — am Ende der Zeit — eine nie gekannte Welt!

 

Dort gewinnen wir Klarheit. Keine Schwierigkeit wird es mehr geben.

 

Endlich werden wir echt sein … und echt überwältigt.

 

Wir werden vor Gott still und beten ihn an, weil er uns erlöst hat.

Sehgang

Zuhause

Mein lieber Vater,

ich weiß: Du bist immer bei mir. Aber — gerade darum verstehe ich dich nicht. Wenn ich beim Anstieg auf einen Berg müde werde, wenn mir im dunklen Tal der Weg kaum noch vor Augen steht oder wenn ich den Gegenwind zu spüren bekomme, könnte ich deine Unterstützung sofort gebrauchen. Und deshalb frage ich dich: Hörst du meine vielen Hilferufe überhaupt? Schaust du weg, wenn ich leide? Und — warum greifst du oft erst in der letzten Sekunde ein?

Mein liebes Kind,

glaube mir bitte: Ich spüre deine Angst, noch bevor du sie aussprechen kannst. Ich höre dein Seufzen, noch bevor du glaubst, dass ich dich vergessen habe. Und es zerreißt mir das Herz, wenn du deine Hoffnung verlierst und nahe daran bist aufzugeben. Ja, ich lasse dich manchmal warten, aber ich verliere dich keinen Augenblick aus meinem Herzen. Auch wenn ich nicht alle deine Wünsche erfülle — erfülle ich doch meine guten Pläne mit dir. 

Glaube mir bitte: Ich sehe tiefer; ich denke größer; ich gehe weiter. Während du noch im Dunkeln gehst, habe ich die Lichtung hinter der nächsten Biegung längst im Blick. Während du den Abgrund vor dir wahrnimmst und spürst, wie unsicher deine Schritte werden, strecke ich meine Hand aus, die dich auffangen kann. Während du die Zeit der Not erlebst, leite ich dich zum Ziel, das weiter reicht als alles, was du jetzt verstehst.

Glaube mir bitte: Manchmal lasse ich zu, dass alles still um dich wird, damit du meine Stimme wieder hören kannst. Manchmal halte ich den Wind nicht sofort von dir fern, damit dein Herz spürt, dass du auch im Sturm nicht allein bist. Manchmal nehme ich dir die Angst nicht gleich, damit du erkennst, dass ich größer bin als das, was dich erschreckt.

Was wäre ich für ein Vater, wenn ich jedes Tal ebnete, statt mit dir hindurchzugehen oder jeden Berg abtrüge, statt dich stark werden zu lassen? Ich kenne den Weg, auch wenn der Schmerz oder die Sorge dich blind machen. Niemals lasse ich dich im Stich: Ich gehe vor dir her, wenn du nicht weißt, wohin der Weg dich führt. Ich gehe neben dir her, um dir Mut zuzusprechen, wenn du verzweifelt bist. Ich gehe hinter dir her, um dir Rückendeckung zu geben. Meine Hand ist über dir, auch wenn du sie nicht spürst. Mein Kind, glaube mir bitte: Für dich kommt die Hilfe spät — für dich zu spät kommt die Hilfe nie.

Wer anders sieht,
kann anders weitergehen.

Horizont 

Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.

Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.