Hoffnung
Hoffnung
Es war einmal eine alte, eine altbekannte Frau, die schon einige Jahre auf dem Buckel hatte. Und dennoch war sie jung … so frisch wie der neue Tag, der gerade erwacht war. Zwar ging sie gebeugt an einem Stock, aber irgendwie wanderte sie auch leichten Schrittes durch die Welt. Sie hatte tiefe Falten im Gesicht, doch sie ließ sich – im Laufe der Jahre – noch kein einziges graues Haar wachsen. Auch trug sie eine Brille, aber ihre Augen blickten mit Weitsicht auf die Menschenkinder… Ja, mehr noch: Sie lebte in den Herzen der Menschenkinder, indem sie immer wieder ein Licht entzündete, wenn es in ihnen dunkel geworden war. Sie machte sie stark, wenn sie schwach wurden. Sie richtete sie auf, wenn die Not und das Leid sie in die Knie zwangen. Und sie hauchte ihnen neues Leben ein, wenn ihre Träume oder Wünsche wieder einmal starben. Bei alledem war sie irgendwie nicht totzukriegen…
Morgenröte
von Heiko Bräuning vertont und David Plüss arrangiert
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Die Hoffnung
Die Hoffnung reicht die Hand mir dar;
sie will mein Herz auch streifen.
Sogleich macht sich die Schwermut rar;
ich kann nun auf sie pfeifen.
Jetzt fühle ich mich wieder jung;
ich kann das Leben spüren.
Die Hoffnung gibt mir neuen Schwung;
sie darf mich fortan führen.
Ein Tänzchen fordert sie nun ein;
ich lass‘ mich nicht lang bitten.
Wir beide schwingen Bein für Bein —
mit eleganten Schritten.
Sie singt ein Lied — so schön wie nie;
es bringt mein Herz zum Klingen.
Die sanfte Zukunftsmelodie
darf mich jetzt schon durchdringen!
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Mein lieber Vater,
ich weiß: Du bist immer bei mir. Aber — gerade darum verstehe ich dich nicht. Wenn ich beim Anstieg auf einen Berg müde werde, wenn mir im dunklen Tal der Weg kaum noch vor Augen steht oder wenn ich den Gegenwind zu spüren bekomme, könnte ich deine Unterstützung sofort gebrauchen. Und deshalb frage ich dich: Hörst du meine vielen Hilferufe überhaupt? Schaust du weg, wenn ich leide? Und — warum greifst du oft erst in der letzten Sekunde ein?
Mein liebes Kind,
glaube mir bitte: Ich spüre deine Angst, noch bevor du sie aussprechen kannst. Ich höre dein Seufzen, noch bevor du glaubst, dass ich dich vergessen habe. Und es zerreißt mir das Herz, wenn du deine Hoffnung verlierst und nahe daran bist aufzugeben. Ja, ich lasse dich manchmal warten, aber ich verliere dich keinen Augenblick aus meinem Herzen. Auch wenn ich nicht alle deine Wünsche erfülle — erfülle ich doch meine guten Pläne mit dir.
Glaube mir bitte: Ich sehe tiefer; ich denke größer; ich gehe weiter. Während du noch im Dunkeln gehst, habe ich die Lichtung hinter der nächsten Biegung längst im Blick. Während du den Abgrund vor dir wahrnimmst und spürst, wie unsicher deine Schritte werden, strecke ich meine Hand aus, die dich auffangen kann. Während du die Zeit der Not erlebst, leite ich dich zum Ziel, das weiter reicht als alles, was du jetzt verstehst.
Glaube mir bitte: Manchmal lasse ich zu, dass alles still um dich wird, damit du meine Stimme wieder hören kannst. Manchmal halte ich den Wind nicht sofort von dir fern, damit dein Herz spürt, dass du auch im Sturm nicht allein bist. Manchmal nehme ich dir die Angst nicht gleich, damit du erkennst, dass ich größer bin als das, was dich erschreckt.
Was wäre ich für ein Vater, wenn ich jedes Tal ebnete, statt mit dir hindurchzugehen oder jeden Berg abtrüge, statt dich stark werden zu lassen? Ich kenne den Weg, auch wenn der Schmerz oder die Sorge dich blind machen. Niemals lasse ich dich im Stich: Ich gehe vor dir her, wenn du nicht weißt, wohin der Weg dich führt. Ich gehe neben dir her, um dir Mut zuzusprechen, wenn du verzweifelt bist. Ich gehe hinter dir her, um dir Rückendeckung zu geben. Meine Hand ist über dir, auch wenn du sie nicht spürst. Mein Kind, glaube mir bitte: Für dich kommt die Hilfe spät — für dich zu spät kommt die Hilfe nie!
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Es Reicht
„Es reicht!“, schreit meine Seele auf,
wenn ich gegen Windmühlen lauf,
weil mir der Sturm entgegensteht
und ich nicht weiß, wie‘s weitergeht.
Es ist genug, ich kann nicht mehr;
das Leben wird mir viel zu schwer.
Wie wird es denn ein wenig leicht?
Was mach‘ ich, wenn mir alles reicht?“
„Es reicht, wenn du dich jetzt umdrehst,
auf mich nur einen Schritt zugehst,
zu mir jetzt einmal kurz aufsiehst
und deine Seele nicht verschließt,
wenn du von hinten dich anschleichst
und mir den kleinen Finger reichst,
den „Senfkorn-Glauben“ dir aufsparst,
das Fünkchen Hoffnung auch bewahrst.
Aus diesem Wenig mach ich mehr!
Drum bitte ich: Komm zu mir her
und lebe ganz aus meiner Kraft,
die aus dem Nichts das Neue schafft
und Unerschöpfliches vollbringt,
weil sie der Quelle ganz entspringt.
So wird dein Leben wieder leicht;
ich sorg‘ dafür, dass alles reicht!
Gedichte von Jana Schumacher sind tiefe Texte zwischen Glaube und Zweifel. Es sind Worte, die berühren, begleiten und im Herzen nachklingen.
Auch kleine Hoffnungsschritte
bringen uns weiter.
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.