Ufer
Ufer
Ufer
Die Weite des Meeres zeigt weit mehr als meine kleine Insel.
Ufer
Mee(h)r vom Leben
Wie das Meer – so ist das Leben.
Manchmal sitz‘ ich nur daneben.
Ich kann bloß den Wellen lauschen,
lass‘ mich von der Sicht berauschen.
Ich sehe zu, wie manche andern
vergnüglich an dem Strand lang wandern.
Einer will – mit seinen Füßen –
das frische, kühle Nass genießen.
Doch – wahres Leben fängt erst an,
wenn ich es nicht erwarten kann:
schwimmen lerne, baden gehe,
Wind und Wellen widerstehe.
Das „Festland“ nehme ich dafür
fest entschlossen ins Visier.
Ich spür’ die große Segensflut:
Das Wasser trägt! Und das macht Mut.
Ufer
Ufer
Das Herz ging heute baden
Das Herz ging heute baden
im großen, weiten Meer.
Es wurde eingeladen,
hier wartete der Herr.
Und bald kam es ins Schwimmen,
sodass es fast schon sank.
Doch Gott erhob die Stimme,
damit es nicht ertrank.
Das Herz ging heute baden
im großen, weiten Meer.
Es spürte noch den Schaden
und trug am Leid auch schwer.
Und dann kam eine Welle,
die sich ganz sanft verhielt.
Sie hatte nicht die Delle,
doch Ballast weggespült.
Das Herz ging heute baden
im großen, weiten Meer
der Liebe und der Gnade;
es schwimmt darin umher
und lässt sich langsam treiben,
weil alles wieder fließt.
Es will für immer bleiben,
wo Hoffnung sich ergießt.
Ufer
Ufer
Land in Sicht
Starker Sturm ist aufgezogen;
das Meer in dir ist aufgewühlt,
und du kämpfst mit großen Wogen.
Das Leben hat sich abgekühlt.
Doch obwohl die Wellen toben
und der Regen in dir fällt,
schaust du hoffnungsvoll nach oben —
zu dem Einen, der dich hält.
Denn er hat dich schon getragen
durch so manchen starken Sturm.
In den Nächten — nicht an Tagen
sahst du zum Licht am Leuchtturm,
das die Hoffnung nicht verwehte
und das dir die Richtung wies,
bis der Wind sich wieder drehte,
weil dich der Eine nicht verließ.
Doch noch ruderst du verwegen —
auf dem weiten, großen Meer.
An der Seele tropft der Regen
und der Sturm macht alles schwer.
Du entdeckst dann in der Weite
auch des Leuchtturms helles Licht,
das die Botschaft nun verbreitet:
Es kommt wieder Land in Sicht!
Ufer
Ufer
Gott gibt Meer(h)r
Du schickst mich auf das weite Meer,
wo nur Zweifel an mir nagen,
weil ich spür’, dass ringsumher
meine Füße kaum noch tragen.
Ich bin von Wellen hier umgeben.
Auch der Wind bläst ins Gesicht.
Ich fürchte mächtig um mein Leben,
und es sinkt die Zuversicht.
Doch auf dem weiten, großen Meer
kann ich mich auf dich verlassen.
Da bist auch du, mein treuer Herr.
Ich will deine Hand erfassen,
die mich hält und weiterbringt.
Im Glauben darf ich auf dich sehen,
weil das Wagnis auch gelingt:
Ich kann — mit dir — auf Wellen gehen.
Ufer
Ufer
Der Goldfisch
Der Goldfisch ist total erbost;
sein Herz bricht fast entzwei.
„Ich habe solch ein schweres Los;
denn ich bin ja kein Hai!
Den Sinn dahinter seh‘ ich nicht;
was hat sich Gott gedacht,
als er mich — kleinen, armen Wicht —
vorzeiten so gemacht?
Ein Hai schwimmt in dem Ozean
und wird an Jahren reich.
Doch — ich zieh‘ eine kurze Bahn
in diesem blöden Teich.“
Gott hat den Goldfisch längst im Blick
und hört auch seine Klage.
Er hat sich dann zu ihm gebückt
und stellt ihm ein paar Fragen:
„Kennst du den Hai denn umfangreich?
Was soll denn dieser Neid?
Und warum ziehst du den Vergleich
und schaffst dadurch bloß Leid?
Du selbst bist doch ein Unikat!
Ich liebe dich entschieden!“
Seit das der Fisch vernommen hat,
schwimmt er im Teich … zufrieden!
Ufer
„Was hat dein Gott denn gerade gemacht, als ich von meinem Chef vor vier Wochen einfach entlassen worden bin?“, hielt mir meine Freundin mitten im Gespräch ganz traurig und enttäuscht vor. „Er hat wohl geschlafen?“
„Vielleicht, Gottes Sohn war auch nur ein Mensch!“, foppte ich sie, wobei ich an eine Geschichte aus der Bibel dachte. „Sei aufgeweckt und wecke ihn doch lautstark auf – wenn du das Gefühl hast, dass er schläft!“
„Wie soll denn das gehen?“, antwortete meine Freundin verdutzt.
„Na, mach‘ es so wie die Jünger – damals!“, schlug ich vor. „Eines Tages lässt Jesus sie auf die offene See rudern. Und – kaum hat das Boot vom Ufer abgelegt, da fängt auch schon ein raues Lüftchen an zu wehen. In Windeseile toben die Wellen. Und es gießt in Strömen. Ohne Zweifel geben die Seeleute ihr Bestes, um dem Unwetter zu trotzen und somit Boot und Leben zu retten. Aber bald steht ihnen das Wasser bis zum Hals. Sie geraten in panische Angst, jämmerlich ertrinken zu müssen.
Und was macht Jesus? In jener so scheinbar ausweglosen Lage bleibt er ganz ruhig. Er schläft auf einem Kissen…! Doch – das muss ja nicht so bleiben.
Wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, wenn die Wellen um uns herum toben, wenn wir am Rudern sind und uns der Sturm der Realität kräftig ins Gesicht bläst, dann dürfen wir es den Seeleuten von damals gleichtun. Wir können Jesus wecken – mit den Worten: ‚Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?‘ (Markus 4,38) Vielleicht fühlen wir uns allein, aber er ist mitten unter uns. Er sitzt mit uns quasi im selben Boot.
Ich bin davon überzeugt, dass Jesus unsere, deine Hilferufe hört. Er wird aufstehen, um den Wind und die Wellen um dich herum zu beruhigen. Es mag sein, dass seine Rettung anders aussieht, als du dir das gedacht hast. Das heißt: Dein alter Arbeitgeber stellt dich vielleicht nicht wieder ein. Und dennoch will Gott dich auf Dauer nicht im Regen stehen lassen. Er wird für dich sorgen, mit dir neue Wege gehen…“
Meine Freundin nahm meinen Rat tatsächlich an; sie nahm Verbindung mit Jesus Christus auf, der ihr Mut machte, die Kündigung als Chance zu sehen. Irgendwann war sie bereit, sich einen großen Traum zu verwirklichen und noch einmal zu studieren. Und – sie ging auch bei Jesus in die Schule. Sie lernte, dass der Schäfer kein Schläfer war und bekannte eines Tages mit mir zusammen: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.“ (Psalm 121,2-4)
Ufer
Scherben-Meer
Ich sehe auf das Scherben-Meer
und staune über dich so sehr,
wie du es schaffst, dass sich das Licht
in dem Zerbrochenen nun bricht
und sich der Himmel widerspiegelt…
„Das hast du dir gut ausgeklügelt!“,
denk’ ich bei mir. „Nichts bleibt für immer!“
Es wächst in mir ein Hoffnungsschimmer,
dass dieser Schluss ein Anfang wird,
was mich ermutigt, mich berührt,
sodass ich wieder Gott vertraue
und lächelnd in die Zukunft schaue!
Gezeiten
Glücksschwimmer
Das Leben hat mich eingeladen,
in der Sonne jetzt zu baden,
wieder in dem Glück zu schwimmen;
derzeit kann das Licht nichts dimmen.
Ich bin hier still, bin ganz entspannt —
am schönen, weiten Ostseestrand …
und tanke auf, fass’ neuen Mut;
die Wärme tut der Seele gut.
Auch die Haut wird neu erfrischt;
zu dem Weiß wird Braun gemischt.
Selbst auf meiner großen Narbe
zeigt sich diese schöne Farbe …
Somit lass’ ich mich durchdringen:
Ich will ins Mee(h)r der Liebe springen;
denn das verwandelt mich ganz krass.
Ich jauchze froh im kühlen Nass!
Ufer
Selbstwert mit Gefühl
Du lässt dich heute treiben …
im Meer, das dich bewegt.
Du kannst es kaum beschreiben,
wie dich das Wasser trägt.
Das willst du nur erspüren,
bewahrst jetzt ruhig Blut.
Es gibt nichts zu verlieren.
Mit dir ist alles gut!
Du hast dich abgestrampelt —
vielleicht dein Leben lang,
in dir auch viel zertrampelt;
das war kein schöner Gang.
Du wurdest immer müder,
bewahrtest deinen Schein.
Doch heute bist du klüger;
es geht nur um dein Sein.
Du hast doch eine Ehre,
ein Selbstwert mit Gefühl.
Du bist befreit von Schwere,
willst nicht mehr viel zu viel.
Du bist nicht mehr getrieben —
im Meer, das Leben heißt
und kannst dich selber lieben,
was Frieden dir verheißt!
Gezeiten
Ufer
Lebensschiff
Ich steige in mein Schiff
und verlasse den Steg.
Ich hab’ alles im Griff,
als ich mich beweg’.
Die Segel gesetzt —
das Steuer in der Hand.
Ich bin nicht gehetzt,
bin aufs Ziel gespannt.
Ich schmecke die Weite
auf dem offenen Meer.
Ich leb’ ganz im Heute;
das befreit mich so sehr.
Ich hab’ das Vertrauen:
Du bist mit an Bord.
Du willst mich erbauen
an dem herrlichen Ort.
Doch bald will es winden;
es regnet in Strömen.
Ich kann dich nicht finden;
was willst du mir nehmen?
Das Schiff kommt ins Wanken;
es droht fast zu sinken.
Ich fang an zu bangen —
soll ich hier ertrinken?
Das Leben ist grässlich —
bei diesem Unwetter.
Du bist nicht verlässlich
und doch nicht mein Retter.
Denn ich hab’ gedacht
Vor allen Gefahren
willst du mich mit Macht
für immer bewahren.
Es hat lang gedauert,
bis der Wind sich gelegt.
Und dass es geschauert,
hab’ ich auch überlebt.
Das Schiff ging nicht unter;
ich sitz’ schon am Strand.
Ich bin ziemlich munter,
weil ich eines erkannt:
Du bist es, der rettet,
weil du mich so liebst.
Du wirst Wogen glätten,
weil du Schutz mir gibst.
Doch vor Leid und Krisen
bleib’ ich nicht verschont.
Du hilfst mir in diesen.
Denn das hast du betont!
Gezeiten
Die Gezeiten des Lebens ändern vieles,
aber nicht den Einen, der uns trägt.
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.