Mut

Mut

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben,
sondern trotzdem weiterzugehen.

Ehepaar Mut war fast 25 Jahre verheiratet. Jan war Rechtsanwalt, während Ina als Architektin großmütig tätig war.

Mit 45 Jahren wurde Ina krank. Unmut machte sich in ihrem Herzen breit. Denn unmittelbar nach der unheilbaren Diagnose stand fest, dass sie sich eine Wohnung im Erdgeschoss suchen mussten, was das Pärchen wehmütig und kleinmütig machte. Mit viel Unmut im Gepäck zogen sie um.

Ben — der Sohn — half natürlich mit recht viel Gleichmut beim Einrichten des neuen Heims mit. Und während er die Möbel aufstellte oder die Kartons auspackte, redete er Ina ganz bewusst ständig mit „Miss Mut“ an. „Steht der Schrank so gut, ‚Miss Mut‘? „Wo soll ich das Geschirr einräumen, ‚Miss Mut‘? „Hängt das Bild gerade, ‚Miss Mut‘?“

Irgendwann bekam Ina Wut. „Auch wenn ich jetzt nicht mehr alles allein machen kann — ich bin immer noch deine Mutter! Vergiss das bitte nicht!“, fauchte sie ihren Sohn an.

„Und du vergiss bitte nicht, dass du nicht umsonst ‚Frau Mut‘ bist!“, gab Ben zurück. „Dass du Trauer empfindest, weil viele deiner Lebensträume geplatzt sind, kann ich verstehen. Das ist auch normal. Aber traue dich, in eine neue Richtung zu denken und dich anders einzurichten — dennoch!“

Ina horchte auf. Sie hinterfragte sich: „Bin ich wirklich als ‚Miss Mut’ in den letzten Wochen voller Missmut durch das Leben gegangen? Das will ich nicht! Auch wenn ich nicht mehr die Freiheit habe, meine Umstände zu ändern — so bleibt mir doch die Freiheit, meine Einstellung zu den Umständen zu ändern!

Nach der Trauerphase wurde Ina wagemutig. Sie suchte Möglichkeiten, die ihr geschenkt wurden, um noch einmal neu anzufangen und etwas anderes aufzubauen als Häuser. Sie trotzte den vielen Herausforderungen und der inneren Armut, die sie eine Zeit lang empfunden hatte. Und genau das schenkte „Frau Mut“ neuen Lebensmut!

Wüstes Land

Herr, ich geh‘ durch wüstes Land —

 

schon glatte 40 Jahre.

 

Ich laufe zwar an deiner Hand,

 

wo ich auch oft erfahre,

 

dass du mir immer „Manna“ gibst

 

und Wunder sondergleichen.

 

Ich bin bedingungslos geliebt!

 

Und doch möchte ich weichen …

 

Herr, ich geh‘ durch wüstes Land

 

und spüre kaum noch Kraft,

 

weil mich der starke Wüstensand

 

ermattet und erschlafft.

 

Du machst mir Mut und tröstest mich

 

in dieser Trockenheit.

 

Und doch, mein Gott, erbitte ich:

 

„Beende doch das Leid!“

 

Herr, ich geh‘ durch wüstes Land

 

und seh’, was nun geschieht:

 

Du weist plötzlich am Wegesrand

 

auf fruchtbares Gebiet.

 

Die Wüstenzeit ist jetzt vorbei;

 

ich achte ganz bewusst,

 

gestärkt, erholt und völlig neu

 

nach Mangel den Genuss!

Mut

Einsicht

Die Zukunft liegt noch hinter mir;

 

sie steht mir doch im Rücken.

 

Trotz Angst und Sorgen, trotz Neugier 

 

kann ich sie nicht erblicken.

 

Das war mir bisher nicht bewusst,

 

doch lehrst du mich dein Denken.

 

Was spürte ich vor meiner Brust?

 

Du willst mich jetzt beschenken.

 

Vor mir steht die Vergangenheit;

 

sie hab ich bloß vor Augen.

 

Du warst bei mir in Freud und Leid;

 

das kann ich dankend glauben.

 

Aus dem Erinnern schöpf ich Mut 

 

für das, was ich nicht sehe.

 

Du bleibst mir treu, denn du bist gut;

 

ich kann jetzt mehr verstehen.

Der Beitrag für heute

Mut heißt nicht, niemals zu fallen,
sondern immer wieder aufzustehen.

Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.