Begegnungen
Wo Herzen einander begegnen
Begegnungen
Begegnungen
Kein Mensch ist dafür geschaffen, den Weg allein zu gehen.
Begegnungen
Begegnungen
Ein Liebeslied - Morgenröte
Begegnungen
Begegnungen
Das große Ja
Es war stets da: Das große Ja,
was auch mir gilt und mich erfüllt.
Es lädt mich ein, ich selbst zu sein,
mit meinen Werken und meinen Stärken,
mit allen Fehlern, in dunklen Tälern.
Ich bin geschätzt und darf ab jetzt
befreiter leben, mir auch vergeben.
Nicht frei von Schuld, doch mit Geduld
nehm’ ich mich an — ganz ohne Scham.
Denn ich begreife, dass ich noch reife,
wachsen werde auf der Erde,
um zu sehen und zu verstehen,
dass der Nächste, ja, der Schwächste
auf mancher Flucht sich selber sucht.
Er scheint allein mit sich zu sein —
mit allen Pleiten, dunklen Seiten,
mit den Schwächen und Gebrechen.
Ich nehm’ ihn an und bleibe dran,
weil er erlaucht mein Ja auch braucht!
Begegnungen
Begegnungen
Mein Du
Ruhe ich, bist du die Bank.
Singe ich, gibst du den Klang.
Lache ich, bist du mein Glück.
Schaue ich, gibst du den Blick.
Gehe ich, bist du die Meile.
Schreibe ich, wirst du zur Zeile.
Rede ich, bist du mein Wort.
Fliehe ich, schenkst du den Ort.
Weine ich, wirst du zur Träne.
Träume ich, hast du die Pläne.
Scheiter ich, bist du mein Heil.
Suche ich, bist du mein Teil.
Gebe ich, zeigst du Gewinn.
Leide ich, gibst du noch Sinn.
Schweige ich, bist du das Reden.
Sterbe ich, bist du das Leben.
Begegnungen
Begegnungen
Meine Liebe
Du bist die Blume in dem Schnee,
wächst ganz ohne Bemühen —
wie eine schöne Orchidee.
Du bringst mein Herz zum Blühen.
Du bist die frohe Melodie;
mit dir möchte ich singen.
Durch dich bin ich die Harmonie;
vereint können wir klingen.
Ich bin so froh: Du bist bei mir.
Mein ganzes Herz gehört nur dir —
wir haben uns gefunden.
Du hast dich dafür entschieden,
mich mit meiner Art zu lieben —
wir haben uns verbunden.
Du machst mich vollkommen ganz.
Wir achten uns mit Toleranz —
das wollen wir bekunden.
Du bist die Sonne in der Nacht;
hier bringst du mich zum Strahlen.
Die Farben hast du mitgebracht,
ums Dunkel zu bemalen.
Du bist der Ankerplatz vor Ort,
denn du machst keine Wellen.
Und bleibe ich bei dir an Bord,
bist du für mich die Quelle.
Begegnungen
Begegnungen
Zwei Herzen
Zwei Herzen begegnen sich im Park. Das eine ist ein Herz aus Gold … Es erscheint strahlend und rosig; es wirkt nach außen rosarot und schlägt im Dreivierteltakt. Seine Schritte tanzen nach der Melodie, die — Ton für Ton — in seiner Seele gerade im Entstehen ist.
„Komm, tanze mit mir!“, fordert das Herz ein anderes Herz auf, das erschöpft auf einer Bank sitzt — blutet und weint.
„Ich habe einfach keine Kraft mehr!“, machte es dem fremden Herzen klar. „Ach, stelle dich doch nicht so an!“, meinte das Herz aus Gold.
„Es geht einfach nicht!“, erwiderte das schwere Herz, das total dunkelrot wirkte. Die Narben waren deutlich zu erkennen. „Ich bin gebrochen — innerlich zerrissen —, bei dem, was ich schon erleben musste. Ich wurde belogen und betrogen — verraten und verkauft — unbesehen übersehen, obwohl ich so viele Menschen ins Herz geschlossen hatte; obwohl sie mir förmlich ans Herz gewachsen waren … Ich bin zutiefst verletzt, sodass ich nicht mehr in meinem Takt schlage. Ich habe Probleme mit dem Rhythmus. In mir zieht sich alles zusammen … Ich glaube, ich sterbe bald am offenen Herzen!“
Das Herz aus Gold hatte dem schweren Herzen kaum zugehört. Dabei hatte es ihm seine Not auf dem Silbertablett präsentiert; es hatte ihm sein Herz ausgeschüttet. Aber — irgendwie lebte, schwebte es in seiner eigenen hellen Farbenwelt, weil es das Dunkle nicht so nah an sich herankommen lassen wollte. „Komm, tanze doch endlich mit mir!“, sagte es wieder zu seinem Gegenüber.
„Ich kann das nicht!“, wiederholte das schwere Herz traurig. „Warum willst du das denn nicht verstehen?“
Da meldete sich ein drittes Herz zu Wort, das sich bislang im Schatten eines großen Baumes ausgeruht und die Unterhaltung der zwei Herzen — notgedrungen — gehört hatte. „Warum geht ihr denn nicht herzlich miteinander um?“, fragte es beide. „Liebes Herz aus Gold, du glänzt zwar mit deiner Fröhlichkeit, aber wir wissen doch alle, dass in dieser Welt nicht alles Gold ist, was glänzt. Auch du darfst getrost zugeben, dass das Leben nicht immer so einfach ist, wie du gerade vorgibst … Dich hat doch auch schon so manches Leid bis ins Herz getroffen — ob du es zugeben willst oder nicht!“ Es machte eine kurze Pause und sprach dann weiter: „Und du, liebes schwere Herz, ich weiß, dass es dir schlecht geht. Wenn du mir vertraust, dann komm zu mir und mache deinem Herzen einmal richtig Luft; erzähle mir, was dich so bedrückt — niederdrückt. Anschließend kannst du wieder durchatmen.“
Schweren Herzens erhob sich das schwere Herz von der Bank. Es ging los und erzählte dem großen, weiten Herzen in allen Einzelheiten, was sich in seinem Leben zugetragen hatte. Tja, und währenddessen setzte sich das Herz aus Gold an diesen Platz. Die ehrlichen Worte hatten es so sehr bewegt, dass es die Füße stillhielt und ins Nachdenken kam. Die Augen wurden trübe. Es kullerten sogar manche Träne die Herzklappen herunter, wodurch ein wenig Gold abblätterte und die Wunde zum Vorschein kam.
Nach dem Gespräch war dem schweren Herzen leichter ums Herz. Und das Herz aus Gold glänzte ausgerechnet jetzt durch seine Verletzlichkeit um so mehr. Die zwei Herzen standen auf; sie standen zu sich und bewegten sich aufeinander zu. Denn sie fühlten wieder, wie ähnlich sie sich waren — von Zeit zu Zeit traurig, von Zeit zu Zeit heiter; von Zeit zu Zeit stark, von Zeit zu Zeit schwach. Sie drückten sich; sie herzten sich und teilten fortan alles … von Herz zu Herz!
Begegnungen
Begegnungen
Tiefer Glaube
Du kommst in mein Zimmer
und siehst an mir vorbei.
Dann sagst du wie immer,
dass es hoffnungslos sei.
„Was ich denn bloß wollte —
für mich käme kein Licht!“
Ich kann dir nicht folgen …
Und ich glaube dir nicht!
Ein jeder darf irren —
auch du, lieber Freund,
weil mit dem Verlieren
das Siegen sich eint.
Die Hoffnung lebt immer;
das weiß ich genau.
Sie ist hier im Zimmer,
weil ich Gott ganz vertrau.
Denn er ist der Größte,
der in Abgründe steigt.
Hier wird er mich trösten,
weil er sich zu mir beugt.
Und dieses Aufrichten —
das wird mich erheben.
Gott schenkt mir Aussichten,
die Zukunft, das Leben!
Begegnungen
Begegnungen
Krafträuber
Manche Leute tun nicht gut:
Sie rauben Kraft und jeden Mut.
Wie sie wollen, soll ich springen,
und dabei wird mir nie gelingen,
die Erwartung zu erfüllen —
ihre Sehnsucht ganz zu stillen.
Stetig plagt mich das Gewissen,
noch mehr für sie tun zu müssen
Denn das reden sie mir ein:
Ich muss für sie verfügbar sein.
Selbstverständlich will ich lieben
und mich auch in Demut üben.
Doch – hab’ ich alles ausprobiert
und die Herzen nicht berührt,
mache ich mich mächtig gerade,
begebe mich auf neue Pfade.
Ich ziehe fortan Konsequenzen‚
setz‘ dem Gegenüber Grenzen
und merke, wie ich Kraft gewinne,
weil ich mich auf mich besinne.
Begegnungen
Begegnungen
Zu Recht: Rücken
Wir haben Rücken.
Oft reden wir, ohne uns zu verstehen.
Zu viele schweigen aus Angst oder Enttäuschung.
Missverständnisse wachsen.
Und manches ist schwer geworden.
Deshalb rücken wir ab
von argwöhnischen Blicken,
vom schnellen Urteilen,
von der Angewohnheit,
immer nur das Trennende zu sehen.
Deshalb rücken wir beiseite,
was zwischen uns steht:
Berge der Erwartungen,
Scherbenhaufen des Misstrauens,
Mauern in unseren Köpfen.
Deshalb rücken wir entgegen,
mit offenen Herzen,
mit ausgestreckten Armen,
mit der Bereitschaft zuzuhören,
auch wenn wir nicht alles teilen.
Deshalb rücken wir zusammen,
weil wir uns nur im Miteinander tragen,
Schließlich merken wir,
dass niemand allein weiterkommt.
Einigkeit macht stark.
Deshalb rücken wir gerade,
was schiefgegangen und ver-rückt ist:
Achtung, Respekt oder Liebe.
Wir können rücken —
mit Gottes Hilfe.
Begegnungen
Begegnungen
Das Entgegenkommen
Ich laufe an die Brücke;
am Ende — da stehst du.
Und weil ich dich erblicke,
geh ich auch auf dich zu.
Ich möchte dir begegnen,
verstehen, wer du bist.
Die Wege sind geebnet,
damit auch du mich siehst.
Nun kommst du mir entgegen;
ich bin sehr aufgeregt.
Kann ein Gespräch bewegen,
das uns auch weiterträgt?
Wir haben uns gestritten
vor einer langen Zeit.
Gibt es nun eine Mitte;
kommt es zur Einigkeit?
Wir stehn uns gegenüber,
sind offen und konkret.
Dann lachen wir bald wieder;
es ist noch nicht zu spät.
Es gibt kein Falsch, kein Richtig;
das haben wir erkannt.
Drum bleiben wir uns wichtig
und herzlich zugewandt!
Begegnungen
Begegnungen
Ein Stück vom Glück
Wenn du einen Menschen hast,
der dich meint, der zu dir passt,
in jeder Lage zu dir steht —
egal, wie es dir wirklich geht,
dann bist du reich, denn das ist Glück;
du hast vom Himmel schon ein Stück!
Begegnungen
Begegnungen
Gott, Du bist mein Ewig-Vater, wenn ich mich mutterseelenallein fühle.
Gott, Du bist mein Friede-Fürst, wenn ich mit mir selbst auf Kriegsfuß stehe.
Gott, Du bist mein Gott-Held, wenn ich auf verlorenem Posten fühle.
Gott, Du bist mein Wunder-Rat, wenn ich nicht mehr weiterweiß.
Gott, Du bist mein Morgenstern, wenn ich den rechten Weg nicht sehe.
Gott, Du bist mein A und O, wenn Menschen mir ein X für ein U vormachen.
Gott, Du bist mein Heiland, wenn ich heillos überfordert bin.
Gott, Du bist meine Auferstehung, wenn ich die Hoffnung begraben habe.
Begegnungen
Begegnungen
Geteilte Freude wird größer; geteilter Schmerz wird leichter.
Begegnungen