Quäntchen Mee(h)r
Gedanken, die den Horizont erweitern
Quäntchen Mee(h)r
Quäntchen Mee(h)r
Ein neuer Gedanke kann ein neues Meer eröffnen.
Quäntchen Mee(h)r
Das gute Gut
Ich habe hier ein großes Gut,
ein mächtiges Gebäude.
In diesem Wissen fass ich Mut
und schmücke es mit Freude.
Ich zähl die kleinen Dinge auf,
die ich um mich erblicke.
Und jene Wunder gibt’s zuhauf,
sodass ich nun erquicke.
Ich habe hier ein großes Gut,
ein mächtiges Gebäude.
Ich zieh vorm Geber meinen Hut
und möchte auch nicht schweigen.
Tagtäglich mach ich mir bewusst:
Ich kann ihm hier nur danken.
So leb ich ständig mit Genuss
im Gut meiner Gedanken!
Es war einmal das Land der tausend Ausrufezeichen. Hier gab es zwar das Blau des Himmels, das Mee(h)r der Liebe, das Tor zur Freiheit, aber kein Ausrufezeichen hatte es bisher entdeckt, weil sie in einem Raum zusammenlebten, wo es nur das Recht und die Ordnung jedes einzelnen Ausrufezeichens gab.
Alle Ausrufezeichen standen für sich … nach einem Vor-Satz, nach einem An-Satz, nach einem Nach-Satz. Und sie waren geradlinig, weil sie dem anderen gegenüber betonten, was — scheinbar — geradeheraus gesagt werden musste. „Ich liege mit meiner Meinung richtig! Was du sagst und tust, ist grundlegend falsch! Mit dir will ich nichts mehr zu tun haben! Du bist ungenügend! Mit dir stimmt etwas nicht! Ändere dich!“
Die tausend Ausrufezeichen verkrümmten sich — in ihrem Streit und Neid, aus Gram und Scham, in ihrer Klarheit und Starrheit. Allmählich standen sie da wie Fragezeichen, die unsicher geworden waren, ob sie sich immer auf dem Ab-Satz umdrehten wollten, wenn ihr Gegenüber anders war als sie selbst. Denn so machten sie sich keine Freunde. Und — nach echten, nach innigen Beziehungen sehnte sich ein jeder im Land der tausend Ausrufezeichen.
Als der springende Punkt das hörte, eilte er den Ausrufezeichen sofort zur Hilfe. „Warum lasst ihr euch so verbiegen?“, rückte er die Ausrufezeichen gerade. „Überall auf der Welt wird geschimpft. Jeder hat an dem anderen etwas auszusetzen. Aber solltet ihr es nicht besser wissen? Schließlich hat das große Wort die Buchstaben über der Welt ausgeschüttet und euch zur Bekräftigung an die Seite gestellt, damit ihr Aussagen der Hoffnung, der Ermutigung, der Liebe formuliert. Warum fangt ihr nicht an, das Gute im anderen zu entdecken? Denn ein jeder von euch wurde mit Schönheit geschaffen. Eure Vielzahl zeugt von Vielfalt. Denkt einmal darüber nach!“ Danach machte der springende Punkt einen Punkt und hüpfte davon.
Im Land der tausend Ausrufezeichen wurde nachgedacht. Die gebeugten Ausrufezeichen mussten auf einmal zueinander aufschauen, und sie taten es mit Einsicht, mit Vorsicht, mit Weitsicht. Auf einmal erkannten sie sich, was sie waren: richtig und wichtig. Sie entdeckten sich auch als Geschöpfe, die erschöpften Worten Kraft geben konnten.
Jedes Mal, wenn sich die tausend Ausrufezeichen in ihrem Land gegenseitig aufrichteten, richteten sie sich unmerklich selbst ein Stück wieder auf. Und irgendwann waren sie — wie früher — gerade, weil sie jetzt öfter vernommen hatten: „Du bist schön!“ oder „Das finde ich toll!!“ oder „Deine Sache machst du wirklich gut!“ Dadurch hatten sie nicht nur Zuversicht gewonnen; ihre Aussicht war auch größer geworden. Sie verließen ihren kleinen Raum und nahmen das Himmelblau wahr — das Mee(h)r der Liebe und das Tor zur Freiheit. Und das war für die tausend Ausrufezeichen noch lange nicht der Schlusspunkt. Denn sie gewannen einander lieb und wurden richtige Freunde, was wie ein Gedankenstrich auf den Zeilen ihrer Geschichte war …
Sind Gottes Versprechen Versprecher?
Quäntchen Mee(h)r
Gedankenblitze
Ich achte darauf, was ich denke,
weil ich dadurch mein Leben lenke!
Ich darf nämlich heute wählen:
Will ich mich stärken oder quälen?
Als der Pilot in meinem Kopf
werd‘ ich ja nie zum armen Tropf …
~ ~
Ich darf Groll und Ärger hegen,
mich über dies und das aufregen,
doch ändert es nichts an der Lage;
es erschwert nur schöne Tage.
Ich darf mir ständig Sorgen machen
und die Ängste gut bewachen,
doch ein Problem, das kommen mag,
raubt nur die Kraft für diesen Tag.
Ich darf auf Katastrophen lauern
und die Vergangenheit betrauern,
doch heute bringt mich das kaum weiter,
das stimmt mich obendrein nicht heiter.
~ ~
Ich darf sofort für mich klären:
Welche Denke wird mich nähren?
Was ist hilfreich, was ist gut?
Wer und was macht mir jetzt Mut?
Schon ein guter Gedanke reicht —
und das Herz wird spürbar leicht!
Wirst du ihm noch folgen, wenn du ihm nicht mehr folgen kannst?
Quäntchen Mee(h)r
Heiterdenken
Die Sorge soll im Regen stehen;
ich bin ihr heut entronnen.
Ich kann die Freude kommen sehen;
das macht mich ganz besonnen.
Die Tropfen kommen und sie gehen;
das ist ihr Lebenslauf.
Und bald wird sich dann alles drehen:
Die Sonne klärt es auf!
Dass Sorgenwolken weiterziehen,
das stimmt mich richtig heiter.
Im Denken will ich schon entfliehen
zum großen Wegbereiter.
Er ist mein Schirm, der mich umhüllt,
und manche Wege ebnet,
sodass er mich mit Hoffnung füllt
und auch im Regen segnet!
Bist du wirklich gescheitert, wenn du gescheiter aus der Situation hervorgegangen bist?
Quäntchen Mee(h)r
Das Gewand des Wortes
Das Wort trägt derzeit ein Gewand —
es ist schon recht verschlissen.
Vom Hoffnungs- oder Liebesband
will es hier nichts mehr wissen.
Es hat sich irgendwie verstrickt;
nun laufen schon die Maschen.
So hat es nun ein Kleidungsstück
mit Löchern in den Taschen.
Dem Wort ist dieses Kleid zu alt;
es will nichts mehr verschleiern
und möchte sich — in der Gestalt —
nun ganz und gar erneuern.
Es kleidet sich ansprechend ein
und schätzt nun das Gewand.
In aller Munde will es sein —
so hübsch und wortgewandt!
Musst du wirklich spuren, um Spuren zu hinterlassen?
Perspektive
Glaubens-Sätze
Es gibt so manche Glaubenssätze,
die ich im Leben wirklich schätze,
weil sie mir Kraft und Mut verleihen
und meine Seele auch befreien.
Vor vielen Tagen oder Wochen
hat Jesus sie mir zugesprochen …
„Ich bin mit dir!“, „Fürchte dich nicht!“,
„Ich bleib‘ dein Fels, die Zuversicht!“
„Glaubst du mir, dann wirst du leben!“,
„Deine Schuld ist dir vergeben!“,
„Die Riesen werden wir bezwingen!“
„Dein Leben wird mit mir gelingen!“
Es gibt auch manche Glaubenssätze,
an denen ich mich nicht ergötze.
Von Menschen hab‘ ich sie vernommen
und daraufhin sofort begonnen,
mich klein und ohnmächtig zu fühlen,
weil sie dem Herzen nicht gefielen.
Ich kenne sie nun zur Genüge,
entlarve jene heut als Lüge.
Ich werde ein paar nun ersetzen —
mit guten, wahren Glaubenssätzen!
So wird es mir gleich besser gehen
und ich kann Gottes Hilfe sehen!
Quäntchen Mee(h)r
Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.