Dankbarkeit

Den Blick auf das Geschenkte richten

Dankbarkeit 

Dankbarkeit

Wer das Gute im Kleinen entdeckt, lebt oft reicher als gedacht.

„Ich hab genug!“, das sagt er laut,

 

als seine Faust auf den Tisch haut.

 

„Ich geb mich hin — mit viel Elan!

 

Seit Jahren steh ich meinen Mann.

 

Doch keiner würdigt, was ich leiste,

 

und dabei bin ich hier der treuste, 

 

beste, freundlichste Kollege …

 

stets bescheiden und integer.

 

Mein Verdienst ist doch ein Hohn.

 

Der Chef erhöht heut nicht den Lohn —

 

wie stets und ständig halbjährlich.

 

Was er macht, ist jetzt doch spärlich.

 

Hat dieser Mensch wirklich Courage?

 

Das Handeln bringt mich so in Rage!“

 

„Ich hab genug!“, das sagt sie still 

 

mit einem dankbaren Gefühl.

 

Seit Jahren ist sie chronisch krank;

 

das äußert sich an ihrem Gang.

 

Mit Schmerzen kommt sie nur voran.

 

Und dennoch steht sie „ihren Mann“.

 

Sie hat die Kinder großgezogen.

 

Und als die beiden ausgeflogen,

 

da geht ihr Göttergatte fremd.

 

Wie hat sie sich dafür geschämt!

 

Trotz der Not und allem Leiden 

 

ist diese Greisin sehr bescheiden.

 

Sie sucht ihr Glück in kleinen Dingen;

 

so kann Zufriedenheit entspringen!

 

Und die Moral aus dem Gedicht:

 

Genügsamkeit bringt Zuversicht!

Reichtum

Reichtum

Mein neues „Mehr“ heißt weniger,

 

denn das hält mich lebendiger 

 

und macht mich frei vom Haben-Müssen.

 

Ich kann mein Dasein frei genießen

 

und gebe dankbar darauf acht,

 

was mich jetzt gerade glücklich macht.

 

Mein neues „Mehr“ heißt weniger,

 

denn so werde ich ruhiger.

 

Ich muss nicht mehr in meinem Leben 

 

nach „höher“ — weiter — schneller“ streben

 

und kann froh meine Tiefe weiten …

 

dank Gottes Hab-, Gabseligkeiten!

Reichtum

Reichtum

Ein Wunder hast du hier vollbracht,

 

was mich so froh und dankbar macht.

 

Es ist recht groß und wunderschön.

 

Ich hab‘ es schon vorhergesehen,

 

weil dir doch alles möglich ist

 

und du mein lieber Vater bist,

 

der stets in Liebe an mich denkt

 

und mir das Allerbeste schenkt.

 

Und trotzdem hab‘ ich lang gelauert.

 

Es hat schon eine Zeit gedauert,

 

bis du dann mein Gebet erhörst

 

und diese Bitte mir gewährst.

 

Doch nun ist es um mich geschehen:

 

Ich kann das große Wunder sehen.

 

Es wird nichts bleiben, wie es war;

 

und das ist wirklich — wunderbar!

Reichtum

Reichtum

Ich lag dir so oft in den Ohren

 

und ging vor dir auch auf die Knie.

 

„Ich fühle mich total verloren!

 

Hilf mir doch!“, hab‘ ich geschrien.

 

Doch du hast lange nicht gehandelt

 

und scheinbar auch nur zugeschaut.

 

Du hast für mich hier nichts verwandelt,

 

und ich hab‘ dir kaum noch vertraut.

 

Du hast mich unmerklich begleitet

 

und leidest immer mit mir mit.

 

Still hast du mich vorbereitet —

 

auf das, was nun spürbar geschieht.

 

So kann ich deine Gunst genießen;

 

du hast mein Beten längst erhört.

 

Mit Lob und Dank will ich begrüßen,

 

was ich erfleht und so begehrt!

Reichtum

Neufriedeland war ein kleines Dorf am Rande unseres Mittelpunkts. Viele Einwohner hatte es nicht. Nur eine Handvoll von Menschen lebten dort.

Da ist zum Beispiel der Großgrundbesitzer Siegfried. Er lebte mit seiner Familie nicht nur in einer großen Villa, sondern er verpachtete auch ein paar Häuser. In einem wohnte der Großhändler Friedhelm. Oben hatte er ein riesiges Appartement und unten war sein großes Geschäft zu finden. Hier versorgte er die Leute aus Neufriedeland und dem Umland mit allem, was sie zum Leben brauchten. Auch der Großbauer Friedrich belieferte Friedhelm mit dem feinsten Obst und Gemüse. Vor langer Zeit hatten sie einen guten Preis miteinander ausgehandelt, aber im Laufe der Jahre fühlte sich einer der beiden immer übervorteilt.

Ganz grün waren sich auch der Großvater Friedemann und die Großmutter Elfriede nicht. Seiner Meinung nach versalzte sie jedesmal seine Lieblingssuppe. Und das Frühstücksei war auch stets zu hart. Das schmeckte ihm natürlich nicht. Außerdem kriegten sie sich meistens mit den Eltern von Friederike in die Wolle, weil ihre Enkeltochter öfter bei ihnen übernachten sollte, als sie durfte.

Neufriedeland war ein friedliches Dörfchen. Und dennoch gab es ihn auch dort: den täglichen Kleinkrieg wegen Kleinkram, der den Einwohnern das Leben ziemlich schwer machte. Nicht nur Friedrich und Siegfried träumten schon öfters davon, heimlich, still und leise ihr Zuhause zu verlassen und in eine Großstadt zu ziehen. Das einzige, was sie hielt, war die große Verheißung, die auf Neufriedeland lag. Denn eines Tages sollte der langersehnte Friede-Fürst ausgerechnet hierher kommen und etwas Neues schaffen. Wie oft stellten sich die Leute in Neufriedeland schon vor, dass jener ein großes Schloss bei ihnen errichten würde, sodass sie großspurig in den Nachbardörfern damit angeben könnten, zumindest in den Nachrichten einmal groß herauskämen und endlich etwas Großartiges in ihrem kleinen Ort passierte. 

Die Jahre gingen ins Land — in Neufriedeland, ohne dass sich viel veränderte. Nur ein unscheinbarer Wandersmann hatte es inzwischen hierher verschlagen. Es war ein Mensch, der irgendwie nicht in das Bild der Bewohner passte. Denn er erkundigte sich bei Siegfried nicht, ob er ein Haus mieten konnte. Am äußersten Rand des Dorfes hatte er sein Zelt aufgeschlagen. Auch kaufte er selten bei Friedhelm groß ein; er lebte von dem, was ihm die Natur bot. Seine Kleidung war verschlissen. Und trotzdem schien der Fremde mit sich im Reinen zu sein. Er wirkte — mit den wenigen Habseligkeiten, die er bei sich hatte — zufrieden zu sein. Und das verstanden die Einwohner von Neufriedeland nicht! Da sie ihm aus dem Weg gingen, wussten sie nicht, wie er hieß. Aber sie hielten ihn einfach nur für einen  „Störenfried“. 

Am ersten Tag eines neuen Jahres gedachten die Menschen in Neufriedeland stets der alten Verheißung, die auf dem Dorf lag. In ihren Häusern feierten sie das groß. Auch bei Friedemann und Elfriede war die ganze Familie in jenem Jahr eingekehrt: die Geschwister, die Tochter, der Schwiegersohn. Und natürlich durfte auch Friederike nicht fehlen. Doch — diesmal  war nicht die große Verheißung Thema Nummer eins bei ihnen, sondern der „Störenfried“. Während sich die Großen mächtig über ihn aufregten, war die kleine Friederike einfach nur gelangweilt.

Irgendwann nahm sie niemand mehr richtig war. Sie zog sich an und ging nach draußen. Sanfte Regentropfen tanzten vom Himmel herab. Und zu ihrer Freude führte sie der leichte Rückenwind zum Rande des Dorfes — dorthin, wo sich der Wandersmann gerade einen Fisch gefangen hatte und ihn nun am offenen Feuer zubereitete. Ein wenig verschüchtert näherte sie sich ihm.

„Du magst doch Fisch, Friederike!“, meinte der Fremde bestimmt. „Willst du mitessen?“, fragte er sie mit warmherziger Stimme.

„W-woher kennst du …, w-woher weißt du?“, stotterte die Kleine verblüfft. 

„Ach, weißt du …“, erklärte der Wandersmann, „ich weiß noch viel mehr! In Neufriedeland reden die Menschen viel vom wahren Frieden, aber sie kennen ihn nicht …“

„Was ist denn wahrer Friede?“, wollte Friederike beim Essen wissen.

„Sieh dich um: Ist die Welt nicht reich? Sie bietet genug für uns alle … Doch ein jeder lebt hier, als komme er zu kurz. Deshalb erwartet ihr etwas Großes. Aber Friede beginnt im Kleinen — da, wo Menschen lernen, dankbar zu werden für das, was ihnen bereits geschenkt worden ist.“

Friederike stand auf, machte einen Handstand und sagte kopfüber: „So etwa …?“

Der Fremde lachte. „Ja, so ähnlich … Eure Herzen dürfen sich umdrehen und die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten. Denn Friede beginnt nicht in einem Schloss, sondern im Inneren eines Menschen.“

„Woher weißt du das alles?“, fragte Friederike erstaunt.

Der Wandersmann blickte sie freundlich an. „… weil ich der bin, auf den ihr in Neufriedeland schon so lange wartet. Der Schöpfer des Universums hat mich zu euch geschickt.“

Friederike riss die Augen auf. „… der Frie …“ Ihr verschlug es die Sprache.

Der Fremde nickte. „Die Erwachsenen nennen mich ‚Störenfried‘. Doch ich bin es: der Friede-Fürst.“

„Den habe ich mir ganz anders vorgestellt!“, rief Friederike. „Du musst mitkommen und es allen erzählen. Du musst etwas verändern!“

Der Friede-Fürst schüttelte sanft den Kopf. „Das kann ich nicht. Ich kann nur dort Friede schenken, wo Menschen mich einladen — in ihr Haus, in ihr Leben, in ihr Herz.“

Friederike lief nach Hause und erzählte ihren Großeltern, ihren Eltern und allen anderen von ihrer friedvollen Begegnung.

Reichtum

Ich will jetzt zur Gitarre greifen 

 

und dazu auf die Freude pfeifen —

 

die Melodie, die in mir klingt 

 

und nunmehr auch nach außen dringt.

 

Ich kann zu ihr ganz offen stehen;

 

sie ist mir förmlich anzusehen.

 

Und nun erklär‘ ich dir — mit Pfiff,

 

wer und was mir wirklich hilft …

 

Ich bin so fröhlich und vergnügt,

 

weil sich mein Herz in Liebe wiegt.

 

Mein guter Gott hat das bewirkt,

 

als er am Kreuz für mich gebürgt.

 

Zu Tode ist der Tod erstreckt;

 

das Leben ist nun auferweckt —

 

als mein getreuer Wegbegleiter.

 

Und das macht frei, gelöst und heiter.

 

So singt mein Herz das eigne Lied —

 

ganz gleich, was derzeit auch geschieht.

 

Mein Gott wird mich an allen Tagen

 

behutsam bis nach Hause tragen,

 

ob ich gerecht bin oder fehle,

 

nur froh bin oder mich mal quäle.

 

Ich kann im Leben stetig reifen

 

und lauthals auf die Freude pfeifen!

Reichtum

Reichtum

Jeder Tag, den ich hier lebe,

 

soll ein Songtag für uns sein.

 

Du hast mir die Schuld vergeben,

 

machst die Seele heil und rein.

 

Darum will ich für dich singen,

 

sanft und lieblich ist der Klang.

 

Er soll dir viel Freude bringen:

 

dieser frohe Lobgesang.

 

Jeder Tag, den ich hier lebe,

 

soll ein Songtag für uns sein.

 

Du hast mich nicht aufgegeben,

 

lädst mich taktvoll zu dir ein.

 

Du bist selber mein Zuhause;

 

bei dir ist es stimmungsvoll.

 

Und du gönnst mir Atempausen; 

 

so sing ich auch nicht in Moll.

 

Jeder Tag, den ich hier lebe,

 

soll ein Songtag für uns sein,

 

denn ich möchte dich erheben;

 

ich bin niemals mehr allein.

 

Ja, du bleibst an meiner Seite —

 

ganz egal, was auch geschieht

 

und wohin ich immer schreite.

 

So gilt dir mein Liebeslied!

Reichtum

Dankbarkeit

Ein Hoch auf dich

Ein Hoch auf dich, mein guter Gott;

 

du bist erfahrbar und nicht tot.

 

Ich weiß, du — mein Erlöser — lebst,

 

weil du durch schwere Zeiten trägst.

 

Du hast mir manches schon genommen,

 

was ich zuvor von dir bekommen.

 

Doch es gibt nichts, was uns hier trennt;

 

so dank‘ ich dir für das Präsent.

 

Die Wohltat hatte ich erschlossen

 

und diesen Reichtum sehr genossen.

 

Es war ja ein Geschenk auf Zeit;

 

und darum bin ich jetzt bereit,

 

vor dir den Groll hier abzulegen

 

und es auch wieder freizugeben —

 

in deine liebevollen Hände.

 

Mein Herz erlebt nun eine Wende.

 

Auch wenn ich noch mit Tränen säe

 

und deine Pläne nicht verstehe,

 

will ich mich dir ganz anvertrauen

 

und stets auf deine Güte schauen.

 

Ich möchte dich auf ewig preisen,

 

dir Ehrerbietung jetzt erweisen,

 

weil du das Beste für mich willst,

 

mein Leben auch mit Neuem füllst!

Anker

Von Kopf bis Fuss

Lieber Gott!

Ich danke dir dafür, dass du mir einen Kopf gegeben hast, den ich nicht mehr hängen lassen muss. 

Ich danke dir dafür, dass du mir Schultern gegeben hast, auf die ich manche Last zu nehmen vermag. 

Ich danke dir dafür, dass du mir ein Gesicht gegeben hast, das ich – vor dir – nicht mehr verlieren werde. 

Ich danke dir dafür, dass du mir ein Rückgrat gegeben hast, das ich zeigen kann.

Ich danke dir dafür, dass du mir eine Stimme gegeben hast, die ich für andere Menschen erheben darf. 

Ich danke dir dafür, dass du mir ein Herz gegeben hast, das ich verschenken kann. 

Ich danke dir dafür, dass du mir Hände gegeben hast, die ich nicht in den Schoß legen muss. 

Ich danke dir dafür, dass du mir Beine gegeben hast, mit denen ich Menschen entgegengehen kann. 

Ich danke dir dafür, dass du mir Knie gegeben hast, die ich vor dir beugen kann. 

Ich danke dir dafür, dass du mir Füße gegeben hast, auf die ich – mit deiner Hilfe –  immer wieder fallen werde.

AMEN

Zufriedenheit wächst dort, wo Dankbarkeit Wurzeln schlägt.

Dankbarkeit

Vielleicht findest Du auch hier ein Wort, das Dein Herz erfreut.

Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.