Karfreitag / Ostern
Karfreitag / Ostern
Karfreitag / Ostern
Karfreitag führt uns zum Kreuz -- dorthin, wo menschliche Schuld und Gottes Liebe einander begegnen.
Himmelfahrt / Pfingsten
„Du bist für mich gestorben!“,
das tat ich kund, als ich noch jünger war.
Ich sagte es laut,
damit es dich trifft,
damit ich dich aus dem Herzen verliere.
Schließlich hast du nicht so gehandelt,
wie ich es wollte.
„Du bist für mich gestorben!“,
das war mein Urteil.
Ich verstand nicht,
warum du dich in Schweigen hülltest,
warum du mich warten ließest
und warum du meine Wege und Pläne
immer und immer wieder durchkreuzten musstest.
Ich sah nur, was ich sah.
Ich tat, was ich für richtig hielt.
Ich suchte meine Freiheit.
~ ~
„Du bist für mich gestorben!“,
das tue ich kund, seitdem ich ein Jünger bin.
Ich sage es laut,
weil deine Liebe mich getroffen hat,
weil du dein Herz an mich verloren hast.
Schließlich hast du so gehandelt,
wie ich es niemals wollte.
„Du bist für mich gestorben!“,
das ist mein Freispruch.
Heute bin ich dankbar dafür,
dass du nicht geschwiegen hast,
dass du jeden Tag auf mich wartest,
dass du Wege gegangen bist,
die meine Pläne durchkreuzen.
Du siehst, was ich nicht sehe.
Du tust, was richtig ist.
Du willst, dass ich wirklich frei bin —
und lebe!
Mächtig schwach
Meine Kehle war mehr als trocken. Und dennoch lief mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an eine erfrischende Cola dachte. Hals über Kopf rollte ich also an den Kühlschrank, um mir eine Büchse herauszuholen. Ich war wirklich Feuer und Flamme, meinen Brand zu löschen. Die Sache hatte allerdings einen Haken: So sehr ich mich auch bemühte – es wollte mir einfach nicht gelingen, die Büchse zu öffnen. Aber es war leider vergeblich …
Ich schwitzte nicht nur in der Hitze, sondern kochte auch vor Wut. „Willst Du wissen, wie es mir gerade geht? Ich bin sauer, weil ich mit meinen ollen Armen und Beinen nix anfangen kann. Aber – davon hast Du doch gar keine Ahnung!”, beklagte ich mich bei Gott. „Du sitzt da oben gemütlich auf Deinem Thron und redest doch nur vom grünen Tisch. Ich wünschte, Dir erginge es mal so wie mir! Dann verginge Dir bestimmt auch alles!”
Nachdem ich so an die Decke gegangen war, holte mich Gott auf den Boden der Tatsachen zurück. Er stellte mir eine Erfahrung aus seinem eigenen irdischen Leben vor meine inneren Augen, bei der ich ihm – buchstäblich – auf die Finger gucken konnte:
Der Kalender schreibt den Vortag zum Passahfest im Jahre 33 nach Christus. Seit achtzehn Stunden hat Jesus nichts mehr zu sich, sondern nur noch qualvolles Leid auf sich genommen. Nachdem Judas ihn nämlich verraten und verkauft hat, ist er verspottet, ausgepeitscht und gegeißelt worden. Er ist von Pontius zu Pilatus gelaufen, hat das Kreuz tragen und schließlich die Kreuzigung ertragen müssen. Inzwischen hängt er schon über sechs Stunden zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch. Er hat eine Menge Blut verloren – einerseits durch die Schläge, andererseits Durch die Nägel. Sein Körper ist somit völlig ausgetrocknet, und die Zunge klebt ihm am Gaumen. Kein Wunder, dass er irgendwann erklärt: Mich dürstet. (Johannes 19, 28) In diesen schrecklichen Stunden duldet es Jesus, auf die Hilfe und das Wohlwollen derjenigen angewiesen zu sein, die ihn ablehnen. Darum habe ich mit einem Mal erkannt: Er kennt mein Schicksal aus eigenem Erleben. Indem er sich nämlich durchbohren lassen hat, ist er auch an Händen und Füßen gebunden gewesen.
Zwar dauerte es an diesem Tag noch eine Weile, bis ich in der Schwüle etwas trinken konnte. Aber meine Seele war dafür auf einmal erfrischt worden. Ich hatte nämlich ganz neu verstanden: Um mich in meiner Not verstehen zu können, war Jesus auf dieser Welt mächtig schwach.
Dunkelheit
Karfreitag / Ostern
Das Kreuz ist das Plus zum Leben.
Himmelfahrt / Pfingsten
Begegnungen
Begegnungen
Dunkelheit
Ent-Deckt
Es ist das Fest des Lebens,
das wir ab jetzt begehen.
Die Trauer ist vergebens;
der Herr darf auferstehen.
Das ist der Sieg der Siege;
der Tod verliert die Macht.
Durch Gottes große Liebe
gewann er diese Schlacht.
Nun können wir entdecken:
Nichts bleibt mehr in der Gruft.
Gott kann es auferwecken;
es lebt, wenn er es ruft.
Drum bringen wir mit Tränen,
was in den Gräbern liegt:
ob Träume oder Pläne …
Das Osterfest vergnügt!
Jesus Christus - das Leben - bringt uns das Leben, das niemals endet.