Leuchtturm
Ein Licht, das den Weg weist
Der Perlenkrug
Leuchtturm
Ein kleines Licht kann genügen,
damit wir Orientierung finden.
Leuchtturm
Ich schaue nach ...
Ich schaue nach hinten,
lass das Gewesene los.
Ich kann überwinden,
denn ich bin jetzt groß.
Ich werde im Herzen
das Gute behalten,
das Leid so verschmerzen;
ich trenn’ mich vom Alten.
Ich schaue nach innen
und staune nur schier.
Ich will mich besinnen:
Ein König wohnt hier.
Er will mich nicht knechten,
hält mich niemals klein.
Auch in meinen Nächten
will er mein Licht sein.
Ich schaue nach vorne.
Das Herz wird ganz weit,
hab’ so viel bekommen,
was mir Flügel verleiht.
Ich fühle das Freie
und geh’ Schritt für Schritt,
entdecke das Neue.
Und du kommst ja mit.
Ich schaue nach oben
und darf hier noch hoffen.
So will ich dich loben;
der Himmel ist offen.
Ich habe den Glauben;
mich erwartet noch viel.
Nichts kann das rauben,
denn du bist mein Ziel!
Miss Mut
Ehepaar Mut war fast 25 Jahre verheiratet. Jan war Rechtsanwalt, während Ina als Architektin großmütig tätig war.
Mit 45 Jahren wurde Ina krank. Unmut machte sich in ihrem Herzen breit. Denn unmittelbar nach der unheilbaren Diagnose stand fest, dass sie sich eine Wohnung im Erdgeschoss suchen mussten, was das Pärchen wehmütig und kleinmütig machte. Mit viel Unmut im Gepäck zogen sie um.
Ben — der Sohn — half natürlich mit recht viel Gleichmut beim Einrichten des neuen Heims mit. Und während er die Möbel aufstellte oder die Kartons auspackte, redete er Ina ganz bewusst ständig mit „Miss Mut“ an. „Steht der Schrank so gut, ‚Miss Mut‘? „Wo soll ich das Geschirr einräumen, ‚Miss Mut‘? „Hängt das Bild gerade, ‚Miss Mut‘?“
Irgendwann bekam Ina Wut. „Auch wenn ich jetzt nicht mehr alles allein machen kann — ich bin immer noch deine Mutter! Vergiss das bitte nicht!“, fauchte sie ihren Sohn an.
„Und du vergiss bitte nicht, dass du nicht umsonst ‚Frau Mut‘ bist!“, gab Ben zurück. „Dass du Trauer empfindest, weil viele deiner Lebensträume geplatzt sind, kann ich verstehen. Das ist auch normal. Aber traue dich, in eine neue Richtung zu denken und dich anders einzurichten — dennoch!“
Ina horchte auf. Sie hinterfragte sich: „Bin ich wirklich als ‚Miss Mut’ in den letzten Wochen voller Missmut durch das Leben gegangen? Das will ich nicht! Auch wenn ich nicht mehr die Freiheit habe, meine Umstände zu ändern — so bleibt mir doch die Freiheit, meine Einstellung zu den Umständen zu ändern!
Nach der Trauerphase wurde Ina wagemutig. Sie suchte Möglichkeiten, die ihr geschenkt wurden, um noch einmal neu anzufangen und etwas anderes aufzubauen als Häuser. Sie trotzte den vielen Herausforderungen und der inneren Armut, die sie eine Zeit lang empfunden hatte. Und genau das schenkte „Frau Mut“ neuen Lebensmut!
Leuchtturm
(K)Ein Aus
Wenn du jetzt alle Türen schließt,
dann öffnest du ein Tor,
zu dem du meine Seele ziehst;
und bald steh ich davor.
Ich sehe hier ein weites Land —
mit neuen Perspektiven.
Es zieht mich ganz in seinen Bann;
die Spur wird sich vertiefen.
Ich blicke fortan nicht zurück;
die Zukunft steht mir offen.
Du gibst die Fülle, willst mein Glück;
das lässt mich glauben, hoffen:
Es gibt kein Aus und kein zu spät;
ganz weit wird nun mein Herz.
Ich weiß jetzt, dass es weitergeht;
drum schreite ich vorwärts.
Das Geschenk der Hingabe
Ich sitze am Tisch, und mein Blick fällt auf die Kerze. „Wie hell sie leuchtet – in dieser dunklen Jahreszeit…“, staune ich strahlend.
„Danke, dass du das für mich tust, kleine Kerze!“, sage ich leise zu ihr.
„Gern geschehen…“, höre ich sie plötzlich sagen. „Was soll ich denn sonst machen? Ich bin doch geschaffen, um Licht zu spenden. Du sollst dich freuen können – an mir, an meiner Helligkeit, an der Wärme…“
„Ja, aber – hast du keine Angst? Das Feuer verzehrt dich doch. Und irgendwann bist du völlig abgebrannt — ausgebrannt…“, wollte ich von ihr wissen.
„Na ja, ganz ehrlich: Am Anfang ist mir das ziemlich auf den Docht gegangen. Aber ich habe ja die Wahl gehabt: Ich hätte dich bitten können, mich einfach nur zur Zierde auf das Regal oder auch in den Schrank zu stellen, doch dann würde ich dich im Dunkeln sitzen lassen; es wäre kalt in diesem Zimmer. Und – dafür bin ich einfach nicht gemacht! Mein Leben bekommt erst dadurch Sinn, dass ich brenne – für dich … hier. Insofern gebe ich mich selbst hin. Ich tue das wirklich gern; das ist meine Bestimmung.“
Bis dahin war ich geistlich umnachtet, aber nun leuchtete mir ein: Auch ich kann mich dafür entscheiden, mich zurückziehen. Dann bleibt es jedoch kalt und dunkel um mich herum. Oder ich gehe auf Menschen zu und verbreite Wärme und Liebe.
So lebe ich meiner Berufung gemäß. Denn in Matthäus 5 steht: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Verse 14 – 16) Mein Leben bekommt dadurch Sinn. Doch — dafür muss ich etwas von mir selbst geben – etwas von meiner Freude, von meiner Herzlichkeit, von meinem Strahlen.
Das Leben der Kerze ist mir zum Bild, zum Vorbild geworden. Mir ging ein Licht auf – durch ihren hellen, wahren Schein!
Leuchtturm
Das Blümelein
Das Blümlein hat noch nie gefragt:
„Was bringt mir das Bemühen?“
Mit Freude hat es zugesagt:
„Na klar, ich will hier blühen!
Es ist eine Natürlichkeit,
mich für euch hinzugeben,
damit ihr euch an mir erfreut;
dafür bin ich am Leben!“
„Ich sage es dir, Blümelein:
Auf mich wirkst du so weise!
Du willst für mich ein Vorbild sein —
auf meiner Lebensreise!
Drum tue ich es dir gern gleich
und lass mich nicht mehr blenden.
Ich mache meine Umwelt reich,
kann Liebe auch verschwenden.“
Wem ein Licht aufgegangen ist,
darf wieder strahlen.
Leuchtturm