Leuchtturm
Ein Licht, das den Weg weist
Der Perlenkrug
Leuchtturm
Ein kleines Licht kann genügen,
damit wir Orientierung finden.
Leuchtturm
Von Oben
Die Rose war total geknickt
und hing herunter — tief gebückt,
weil auf die Blüte und den Stiel
verfrüht der schwere Schnee hier fiel.
Sie hätte selber gern gerüttelt
und diesen Ballast abgeschüttelt.
Doch leider fehlte ihr die Kraft;
sie hätte es so gern geschafft.
Drei Tage hatte sie gefroren;
sie fühlte sich schon fast verloren.
Doch plötzlich war der Schnee entfernt;
die Sonne hatte sie gewärmt.
Die Rose richtete sich auf
und war jetzt wieder besser drauf.
Sie hatte seitdem oft betont,
dass Rettung nur von oben kommt!
Leuchtturm
Das Geschenk der Hingabe
Ich sitze am Tisch, und mein Blick fällt auf die Kerze. „Wie hell sie leuchtet – in dieser dunklen Jahreszeit…“, staune ich strahlend.
„Danke, dass du das für mich tust, kleine Kerze!“, sage ich leise zu ihr.
„Gern geschehen…“, höre ich sie plötzlich sagen. „Was soll ich denn sonst machen? Ich bin doch geschaffen, um Licht zu spenden. Du sollst dich freuen können – an mir, an meiner Helligkeit, an der Wärme…“
„Ja, aber – hast du keine Angst? Das Feuer verzehrt dich doch. Und irgendwann bist du völlig abgebrannt — ausgebrannt…“, wollte ich von ihr wissen.
„Na ja, ganz ehrlich: Am Anfang ist mir das ziemlich auf den Docht gegangen. Aber ich habe ja die Wahl gehabt: Ich hätte dich bitten können, mich einfach nur zur Zierde auf das Regal oder auch in den Schrank zu stellen, doch dann würde ich dich im Dunkeln sitzen lassen; es wäre kalt in diesem Zimmer. Und – dafür bin ich einfach nicht gemacht! Mein Leben bekommt erst dadurch Sinn, dass ich brenne – für dich … hier. Insofern gebe ich mich selbst hin. Ich tue das wirklich gern; das ist meine Bestimmung.“
Bis dahin war ich geistlich umnachtet, aber nun leuchtete mir ein: Auch ich kann mich dafür entscheiden, mich zurückziehen. Dann bleibt es jedoch kalt und dunkel um mich herum. Oder ich gehe auf Menschen zu und verbreite Wärme und Liebe.
So lebe ich meiner Berufung gemäß. Denn in Matthäus 5 steht: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Verse 14 – 16) Mein Leben bekommt dadurch Sinn. Doch — dafür muss ich etwas von mir selbst geben – etwas von meiner Freude, von meiner Herzlichkeit, von meinem Strahlen.
Das Leben der Kerze ist mir zum Bild, zum Vorbild geworden. Mir ging ein Licht auf – durch ihren hellen, wahren Schein!
Anscheinend
Mein Jesus,
du bist das Licht der Welt. Du machst nicht nur hell, was dunkel ist. Du lässt dein Licht — durch mein Dunkel scheinen.
Lass einen Funken deiner Liebe auf mich überspringen, damit ich Feuer und Flamme bin – für dich, für das Leben, für die Menschen an meinem Weg.
Ich muss nicht aus mir selbst strahlen. Es reicht, wenn ich durchlässig werde für dein Licht. Dann kann vielleicht ein Mensch in meinem Schein dich entdecken, bis Du selbst erscheinst und nichts mehr schein-bar ist.
Amen
Wem ein Licht aufgegangen ist,
darf wieder strahlen.
Leuchtturm