Natur-Gedichte 

Das Blümlein hat noch nie gefragt

Das Blümlein hat noch nie gefragt

Das Blümlein hat noch nie gefragt:

„Was bringt mir das Bemühen?“

Mit Freude hat es zugesagt: 

„Na klar, ich will hier blühen! 

Es ist eine Natürlichkeit, 

mich für euch hinzugeben, 

damit ihr euch an mir erfreut;

dafür bin ich am Leben!“

 

„Ich sage es dir, Blümelein:

Auf mich wirkst du so weise!

Du willst für mich ein Vorbild sein — 

auf meiner Lebensreise!

Drum tue ich es dir gern gleich 

und lass mich nicht mehr blenden.

Ich mache meine Umwelt reich, 

kann Liebe auch verschwenden.“

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Dank bei Sonnenuntergang

Natur-Gedichte / Dank bei Sonnenuntergang

Und wieder geht ein Tag zu Ende.

Ich lege ihn in deine Hände — 

mit dem, was glückte und misslang,

mit Klagen und mit Lobgesang.

 

Solange hier die Sonne scheint, 

bleibst du bei mir, mit mir vereint.

 Und selbst in tiefster, dunkler Nacht 

hältst du dann über mir die Wacht.

 

So sag’ ich dir von Herzen Dank — 

bei diesem Sonnenuntergang! 

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Verwunden

Verwunden

Ich verzog heut meine Miene,

denn mich stach die kleine Biene

mitten auf den Oberarm.

Ich merkte gar nicht, dass sie kam.

 

Weiß diese dumme Biene nicht,

wenn sie einen Menschen sticht,

dass ihr ein böses Unheil droht?

Nach kurzer Zeit ist sie dann tot!

 

Nun will ich diese Szene deuten:

Wie dem Tierchen geht’s uns Leuten.

Hab` ich einen nur gestochen

und ihm dann das Herz gebrochen, 

hätt` auch ich den Tod verdient.

Doch Jesus hat für mich gesühnt.

Durch sein Sterben darf ich leben.

Das ist gütig … zugegeben!

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Unverblümt

Unverblümt

Seht die Blumen auf dem Felde…-

Was ist das doch für ein Gemälde!

In ihrer großen Farbenpracht

sind sie nur für Euch gemacht.

Auch schuf ich sie in vielen Arten

für die Wiese, für den Garten.

Sie können nicht weben, nicht spinnen,

produktiv auch nichts gewinnen.

Sie sind nur herrlich anzusehen

und müssen auch schon bald vergehen.

 

Blumen hab’ ich schon sehr gern,

doch Ihr seid mein Augenstern,

erwählt, gekrönt, mein größtes Glück!

Euch habe ich noch mehr im Blick.

In mir seid ihr rundum geborgen.

Darum macht Euch keine Sorgen

um Kleidung, Trinken und das Essen.

Ich werde Euch doch nie vergessen!“

All das hat Jesus uns gesagt.

Und deshalb sind wir unverzagt.

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Aus der Vogelperspektive

Aus der Vogelperspektive

Weil ich heut einmal gar nichts tu’,

schau’ ich den schlauen Vöglein zu,

wie sie mir große Frede bringen –

mit ihrem Leben, ihrem Singen,

obwohl sie erstmal gar nicht wissen,

wo sie Futter suchen müssen.

Sie trauen Gott wohl unbekümmert,

weil er sich stetig um sie kümmert,

und ihnen, was sie brauchen, schenkt –

Tag für Tag gern an sie denkt.

 

Ich überlege, komm’ zum Schluss,

dass ich mich nicht so sorgen muss –

um Kleidung, Trinken und das Essen:

Mein Gott wird mich ja nicht vergessen.

Wenn er die Tiere so verpflegt –

wie wird der Mensch dann erst umhegt,

dem er ja noch mehr Würde gibt,

den er – als Ebenbild – sehr liebt!

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Sehnsucht nach Mee(h)r

Sehnsucht nach Mee(h)r

Ich stehe auf der Seebrücke,

wo ich auf das Wasser blicke.

Des Meeres Weite macht mir klar:

Das Leben bietet weit mehr dar,

als meine klitzekleine Welt,

die ab und an mir nicht gefällt.

Der Wind weht meine Enge fort –

an diesem wunderschönen Ort.

Ich atme neues Leben ein,

lass’ das Glück in mich hinein.

Segeln wollen meine Träume;

sie bieten neue Lebensräume.

Staunend seh’ ich nun nach oben,

 spüre auch den heil’gen Boden,

auf dem ich fest und aufrecht steh’ —

an diesem Mee(h)r, der weiten See.

 Hier fühl’ ich lange … mit Genuss …

das Leben jetzt im Überfluss!

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Vogel(un)frei

Vogel(un)frei

Ein Vogel sitzt im Bauer —

 und das schon lange Zeit.

Sein Herz ist voller Trauer; 

er weiß um Angst und Neid.

Denn durch die Gitterstäbe

sieht er den Brüdern zu.

Er möchte sich erheben 

und findet keine Ruh’.

 

Im Traum, da kann er fliegen — 

beschwingt von Ast zu Ast.

Ihm fehlt so das Vergnügen … 

ganz frei von seiner Last.

Er traut sich nicht zu singen,

so wie’s die andern tun.

Die Stimme will schon klingen; 

doch fehlt ihr nur der Ton. 

 

Im Lauf der vielen Jahre 

verkümmert er so schier.

Er sieht die Vogelpaare 

und sehnt sich nach dem „Wir“.

Im Bangen und im Hoffen, 

da hat er nicht bemerkt: 

Die Tür steht immer offen;

er ist nicht eingesperrt!   

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Glücksschwimmer

Glücksschwimmer

Das Leben hat mich eingeladen, 

in der Sonne jetzt zu baden,

wieder in dem Glück zu schwimmen;

derzeit kann das Licht nichts dimmen.

 

Ich bin hier still, bin ganz entspannt —

am schönen, weiten Ostseestrand … 

und tanke auf, fass’ neuen Mut;

die Wärme tut der Seele gut.

 

Auch die Haut wird neu erfrischt;

zu dem Weiß wird Braun gemischt.

Selbst auf meiner großen Narbe 

zeigt sich diese schöne Farbe …

 

Somit lass’ ich mich durchdringen: 

Ich will ins Mee(h)r der Liebe springen; 

denn das verwandelt mich ganz krass. 

Ich jauchze froh im kühlen Nass!

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Ent-Wicklung

Ent-Wicklung / Natur-Gedichte

Die Raupe kriecht am Boden rum 

und findet dieses Dasein dumm.

Sie möchte einmal anders leben —

möchte wachsen, fliegen, schweben. 

Dann windet sie sich hin und her; 

das fällt ihr im Kokon sehr schwer. 

Doch so entpuppt sich dieses Ding 

und wird ein schöner Schmetterling.

 

Im Leben kann sich alles wandeln — 

vertrau’ ich meines Schöpfers Handeln 

und tu’ ich selber, was ich kann,

denn darauf kommt es zeitgleich an!

 

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Die Fühler ausstrecken

Die Fühler ausstrecken

Die kleine Schnecke hält nicht Schritt,

kommt kaum mit unsrem Tempo mit.

Nur langsam kriecht sie hier voran –

erreicht das Ziel doch irgendwann…

 

Von Wert ist, niemals zu vergessen:

Ich muss mich nicht an andern messen!

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RoTieren

RoTieren /Natur-Gedichte

Dem Tausendfüßler fehlt ein Bein,

und mancher sagt: „Wie kann das sein?

Ein Tier mit solchem Handicap 

darf es nicht geben. Es muss weg,

entspricht auch gar nicht unsrer Norm,

ist ja kaum – wie wir – in Form!“

 

Der Tausendfüßler ist verletzt,

weil sein Dasein stört, entsetzt.

Er will doch nur in Frieden leben

und jeden Tag sein Bestes geben…

So reißt er sich ein Bein stets aus,

um das zu zeigen – Katz’ und Maus.

 

Jeder hat doch Schönheitsflecken –

ob Bremsen, Tauben, Pumas, Schnecken,

Schweine, Hunde oder Mücken…

Sie sollten doch zusammenrücken,

um einander zu ergänzen.

So entwichen große Grenzen!

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Segen im Regen

Segen im Regen

Auch wenn’s heute wieder regnet – 

bin ich der Freude doch begegnet.

Nichts verhagelt mir die Laune,

worüber ich jetzt mächtig staune:

Für mich ist nämlich sonnenklar:

Der Regen ist nicht immer da!

Die Sonne bricht sich ihre Bahn.

Und darauf kommt es schließlich an!

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Zurück zu den Wurzeln

Zurück zu den Wurzeln

Lange war ich heut im Wald,

sah mehr als einen Baum.

Doch einer war besonders alt.

Erst schätzte ich ihn kaum.

 

Die Wurzeln wachsen tief und fest

seit Jahren in den Boden ein. 

Doch streckt sich der gesamte Rest

weit, hoch bis in den Sonnenschein.

 

Sein Standpunkt ist damit ganz klar.

Der Baum kann zu sich stehen.

Doch ist er keineswegs nur starr,

kann Stürme überstehen.

 

Er atmet für uns Gifte ein,

hilft Schlechtes umzuwandeln.

Der Baum will Lebensspender sein.

Ich dank ihm für sein Handeln.

 

Nach jedem Winter treibt er neu – 

das ist nunmehr sein Ziel.

Trotz Kälte bleibt er uns so treu.

Der Baum steht für so viel!

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Unerschöpflich

Unerschöpflich

Eine kleine, hübsche Pflanze

blüht und strahlt im vollen Glanze.

Sie zeigt uns ihre Position

in den Rissen von Beton.

 

„Bewundernswert…“, so denk´ ich mir,

„… an diesem Standort – solche Zier!

Wie hat sie das denn nur geschafft?

Und – woher kamen Mut und Kraft?“

 

Der Same war für sie gelegt.

Gott selbst hat sie gehegt, gepflegt,

hat Wachstum ihr gegeben.

Er wollte – unbedingt – ihr Leben,

um uns Menschen Mut zu machen.

Sie ist ein Sinnbild für sein Wachen,

wenn wir ermatten, nichts erreichen:

In Wüsten schenkt er Hoffnungszeichen!