Gedichte

Das Lebensschiff

Das Lebensschiff / Gedichte

Ich steige in mein Schiff 

und verlasse den Steg.

Ich hab’ alles im Griff, 

als ich mich beweg’.

Die Segel gesetzt —

das Steuer in der Hand.

Ich bin nicht gehetzt, 

bin aufs Ziel gespannt. 

 

Ich schmecke die Weite 

auf dem offenen Meer.

Ich leb’ ganz im Heute; 

das befreit mich so sehr. 

Ich hab’ das Vertrauen: 

Du bist mit an Bord.

Du willst mich erbauen 

an dem herrlichen Ort.

 

Doch bald will es winden; 

es regnet in Strömen. 

Ich kann dich nicht finden; 

was willst du mir nehmen? 

Das Schiff kommt ins Wanken; 

es droht fast zu sinken.

Ich fang an zu bangen — 

soll ich hier ertrinken?

 

 

Das Leben ist grässlich —

bei diesem Unwetter.

Du bist nicht verlässlich 

und doch nicht mein Retter.

Denn ich hab’ gedacht:

Vor allen Gefahren 

willst du mich mit Macht 

für immer bewahren. 

 

Es hat lang gedauert, 

bis der Wind sich gelegt.

Und dass es geschauert,  

hab’ ich auch überlebt

Das Schiff ging nicht unter; 

ich sitz’ schon am Strand.

Ich bin ziemlich munter, 

weil ich eines erkannt:

 

Du bist es, der rettet, 

weil du mich so liebst.

Du wirst Wogen glätten, 

weil du Schutz mir gibst.

Doch vor Leid und Krisen

bleib’ ich nicht verschont.

Du hilfst mir in diesen.

Denn das hast du betont!

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Frühlingsherz im Winter

Frühlingsherz im Winter

Das Herz hat sich erkältet 

im Winter jener Zeit.

Es gab so viel, was quälte … 

die große Traurigkeit. 

Nun liegt es matt danieder —

so leer und doch so voll.

Es singt zwar seine Lieder, 

doch leider nur in Moll.

 

Es möchte so gern tanzen 

und nicht im Schnee erfrier’n, 

will neue Hoffnung pflanzen,

den Frühling wieder spür’n.

Da hat es sich entschlossen, 

die Not sich anzuseh’n.

Die Tränen sind geflossen,  

das Schwere konnte geh’n. 

 

Das Herz kann sich nun regen  

und fühlt den eignen Schlag, 

sagt wieder Ja zum Leben 

und wird in sich ganz stark.

In ihm darf alles fließen; 

es muss sich nicht bemühen. 

So können Blumen sprießen, 

in nächster Zeit erblühen.

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Kontraste

Kontraste

Nur wer fällt, kann sich erheben.

Wer tausend Tode stirbt, schätzt Leben.

Im Schatten lernt man’s Licht erst lieben.

Und wer Verluste kennt, kann siegen.

 

Drum stehe ich zu meinen Schwächen,

zu meinem Scheitern, den Gebrechen,

trag’ mit Stolz die Schrammen, Narben,

denn du bringst in die Schwärze Farben.

 

Du bist mein Ziel, du bist die Kraft,

mein Licht, mein Halt, die Leidenschaft.

Du gibst die Wunder in die Wunden

und lässt mich in dem Heil gesunden!

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Was ein Freund schafft

Was ein Freund schafft

Wenn du einen Menschen hast,

der dich meint, der zu dir passt,

in jeder Lage zu dir steht –

egal, wie es dir wirklich geht,

dann bist du reich. Denn das ist Glück.

Du hast vom Himmel schon ein Stück.

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Selbstwert mit Gefühl

Selbstwert mit Gefühl

Du lässt dich heute treiben … 

im Meer, das dich bewegt.

Du kannst es kaum beschreiben, 

wie dich das Wasser trägt.

Das willst du nur erspüren, 

bewahrst jetzt ruhig Blut.

Es gibt nichts zu verlieren.

Mit dir ist alles gut!

 

Du hast dich abgestrampelt — 

vielleicht dein Leben lang, 

in dir auch viel zertrampelt; 

das war kein schöner Gang.

Du wurdest immer müder,

bewahrtest deinen Schein.

Doch heute bist du klüger; 

es geht nur um dein Sein

 

Du hast doch eine Ehre, 

ein Selbstwert mit Gefühl.

Du bist befreit von Schwere, 

willst nicht mehr viel zu viel.

Du bist nicht mehr getrieben — 

im Meer, das Leben heißt 

und kannst dich selber lieben, 

was Frieden dir verheißt!

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Ich schaue nach

Ich schaue nach

Ich schaue nach hinten

lass das Gewesene los. 

Ich kann überwinden, 

denn ich bin jetzt groß.

Ich werde im Herzen 

das Gute behalten, 

das Leid so verschmerzen; 

ich trenn‘ mich vom Alten.

 

Ich schaue nach innen 

und staune nur schier.
Ich will mich besinnen:

Ein König wohnt hier.

Er will mich nicht knechten, 

hält mich niemals klein. 

Auch in meinen Nächten 

will er mein Licht sein.

Ich schaue nach vorne.

Das Herz wird ganz weit,

hab‘ so viel bekommen, 

was mir Flügel verleiht.

Ich fühle das Freie 

und geh‘ Schritt für Schritt, 

entdecke das Neue.

Und du kommst ja mit.

 

Ich schaue nach oben 

und darf hier noch hoffen. 

So will ich dich loben; 

der Himmel ist offen. 

Ich habe den Glauben; 

mich erwartet noch viel.

Nichts kann das rauben, 

denn du bist mein Ziel!

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In mich gehen

In mich gehen

Ich mach’ mal eine Pause, 

begebe mich zur Rast, 

such’ in mir das Zuhause, 

befrei’ mich von der Last, 

zu geben und zu müssen, 

und immer nur zu soll’n.

Ich darf heut nur genießen 

und spiele keine Roll’n.

 

Ich bin mir nicht zu wenig 

und hör’ in mich hinein.

In mir wohnt ja ein König

besuche ihn — allein. 

Er wird mich neu erquicken;

ich sammle bei ihm Kraft.

Nur so wird mir dann glücken, 

was er bald durch mich schafft.

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Alltagsheld

Alltagsheld

Weißt du, was? Ich bin begeistert! 

Du hast schon so viel erreicht, 

hast dein Leben gut gemeistert.

Dabei war es niemals leicht!

Du hast Menschen Mut gegeben,

Hoffnungszeichen auch gesetzt.

Und du wirst in deinem Leben 

von so vielen sehr geschätzt. 

 

Dabei lagst du tief am Boden, 

hast den Abgrund oft geschaut. 

Doch du hast dich dann erhoben,  

auch wenn dir vor Schwerem graut.

Schmerzhaft spürst du deine Wunden, 

siehst im Aufstehen eine Chance, 

hast dich darin neu erfunden. 

Und nun lebst du die Balance.

 

Du hast dich von dem entfernt, 

was dir schadet, dich beschwert, 

hast zu lieben dich gelernt

und zeigst Menschen ihren Wert. 

Du hast Großes dir bewahrt…

Das spürt jetzt deine kleine Welt –

durch die so einfühlsame Art.

Ich danke dir, du Alltagsheld!