Zur rechten Zeit
Zur rechten Zeit ist ein poetischer Dialog zwischen Mensch und Gott über Zweifel, innere Stärke und göttliche Ermutigung durch Jana Schumacher.
Zur rechten Zeit – ein poetischer Dialog zwischen Mensch und Gott über Zweifel, innere Stärke und göttliche Ermutigung durch Jana Schumacher.
Vielleicht kommt Gottes Hilfe spät genug, um rechtzeitig zu sein!
Mein lieber Vater,
ich weiß: Du bist immer bei mir. Aber — gerade darum verstehe ich dich nicht. Wenn ich beim Anstieg auf einen Berg müde werde, wenn mir im dunklen Tal der Weg kaum noch vor Augen steht oder wenn ich den Gegenwind zu spüren bekomme, könnte ich deine Unterstützung sofort gebrauchen. Und deshalb frage ich dich: Hörst du meine vielen Hilferufe überhaupt? Schaust du weg, wenn ich leide? Und — warum greifst du oft erst in der letzten Sekunde ein?
Mein liebes Kind,
glaube mir bitte: Ich spüre deine Angst, noch bevor du sie aussprechen kannst. Ich höre dein Seufzen, noch bevor du glaubst, dass ich dich vergessen habe. Und es zerreißt mir das Herz, wenn du deine Hoffnung verlierst und nahe daran bist aufzugeben. Ja, ich lasse dich manchmal warten, aber ich verliere dich keinen Augenblick aus meinem Herzen. Auch wenn ich nicht alle deine Wünsche erfülle — erfülle ich doch meine guten Pläne mit dir.
Glaube mir bitte: Ich sehe tiefer; ich denke größer; ich gehe weiter. Während du noch im Dunkeln gehst, habe ich die Lichtung hinter der nächsten Biegung längst im Blick. Während du den Abgrund vor dir wahrnimmst und spürst, wie unsicher deine Schritte werden, strecke ich meine Hand aus, die dich auffangen kann. Während du die Zeit der Not erlebst, leite ich dich zum Ziel, das weiter reicht als alles, was du jetzt verstehst.
Glaube mir bitte: Manchmal lasse ich zu, dass alles still um dich wird, damit du meine Stimme wieder hören kannst. Manchmal halte ich den Wind nicht sofort von dir fern, damit dein Herz spürt, dass du auch im Sturm nicht allein bist. Manchmal nehme ich dir die Angst nicht gleich, damit du erkennst, dass ich größer bin als das, was dich erschreckt.
Was wäre ich für ein Vater, wenn ich jedes Tal ebnete, statt mit dir hindurchzugehen oder jeden Berg abtrüge, statt dich stark werden zu lassen? Ich kenne den Weg, auch wenn der Schmerz oder die Sorge dich blind machen. Niemals lasse ich dich im Stich: Ich gehe vor dir her, wenn du nicht weißt, wohin der Weg dich führt. Ich gehe neben dir her, um dir Mut zuzusprechen, wenn du verzweifelt bist. Ich gehe hinter dir her, um dir Rückendeckung zu geben. Meine Hand ist über dir, auch wenn du sie nicht spürst. Mein Kind, glaube mir bitte: Für dich kommt die Hilfe spät — für dich zu spät kommt die Hilfe nie!
Vielleicht lässt Gott mich warten, damit ich gewartet werde!
Wenn Dich diese Worte begleiten haben, dürfen sie gern weitergehen.
Zur rechten Zeit – ein poetischer Dialog zwischen Mensch und Gott über Zweifel, innere Stärke und göttliche Ermutigung durch Jana Schumacher.